Wir werden unterstützt von:


­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

1  |  2  |  »  |  Letzte [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beitr├Ąge zuerst ]


Lucifer

22, M├Ąnnlich

  12. Famous Novelist

Eventmanager

Ambitionierter Teilnehmer

Beitr├Ąge: 5465

­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von Lucifer am 08.02.2022 20:39

#2 Special Scene

Special Scene goes Valentines-Day!

Valentinstag steht vor der T├╝r und damit auch eine Menge Romantik.

Der Tag mag vielleicht vielen kitschig erscheinen und einige werden sagen, dass es f├╝r Liebe keinen speziellen Tag geben sollte,
aber warum schenken wir diesen Tag nicht einmal unseren Charakteren?

 Hast Du gerade eine Textstelle im Sinn, bei der Dir das Herz aufgegangen ist? 
Immer her damit, denn Amor ist auf der Suche nach neuen Inspirationen und Liebesgeschichten. 
War es der erste Kuss, ein Antrag oder vielleicht die Hochzeit selbst?
Teil hier im Thread deine romantische Lieblingsszene, die auch andere Herzen zum Schmelzen bringt.

Was muss denn alles in den Beitrag rein?
Damit das ganze nicht aus dem Zusammenhang gerissen wird, gib uns einfach eine grobe Einleitung in die Szene. Wie standen die Charaktere am Anfang des Plays zueinander? Wie haben sie zusammengefunden und was macht diese Szene so besonders? 
Danach teile gern die Textstelle mit uns, die die Szene so besonders gemacht hat und nat├╝rlich mit wem Du das Play schreibst.
Vergiss bei allem nicht, eine Content Warning anzugeben, sollte das ganze etwas expliziter in den FSK 18 Bereich rutschen. Nutze daf├╝r auch gern Spoiler.

Nutze auch gern das Formular daf├╝r:
Playpartner:
Content/Trigger Warning:
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Textstelle:

Was gibt es zu gewinnen?
In erster Linie nat├╝rlich reichlich Liebe!
Zudem erh├Ąlt jeder Teilnehmer eine Medaille und 40 EM Punkte.


Einsendeschluss: 15.02.2022 um 18 Uhr

Das Eventmanager-Team w├╝nscht Euch allen einen wundersch├Ânen Valentinstag

Signatur.png

Antworten

Melia

23, Weiblich

  10. Wannabe Poet

Koordinator der Eventmanager

Event-Begeisterter

Beitr├Ąge: 2456

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von Melia am 09.02.2022 09:22

Playpartner:
Asrafiel

Content/Trigger Warning:
/
 
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Rena ist die verschwundene Prinzessin aus dem winterlichen Reich. Lion ist der Prinz des Sommers, der Jahre verschollen war nun aber zur├╝ckkehrte. Rena arbeitete am Hofe des Sommers als Zofe und k├╝mmerte sich um Lion, ehe heraus kam, dass sie ebenjene Prinzessin ist. Gemeinsam reisten sie in das Reich des Winters, wo Lion in den Kerker geworfen wurde, w├Ąhrend Rena voller Freude empfangen wurde. Nach mehreren Gespr├Ąchen konnte alles gekl├Ąrt werden und Lion wurde alleine nach Hause geschickt. Daf├╝r muss er das Niemandsland ├╝berqueren, jenen Teil des Landes wo fr├╝her eine schreckliche Schlacht stattgefunden hatten, in welcher er auch gek├Ąmpft hatte, weshalb er damit ziemliche Probleme hat. Beide haben bereits Gef├╝hle f├╝r einander und Rena folgt ihm. Nun kann Lion sich seine Gef├╝hle f├╝r sie endlich eingestehen.┬á

Textstelle:
Rena griff nach meiner Hand, kaum eine Sekunde nachdem mich die Bilder des Krieges eingeholt hatten. Ich richtete meine Sinne ausschlie├člich auf das angenehm k├╝hle Gef├╝hl ihrer Finger in meiner Hand. Es war als w├╝rde sich eine Verbindung zwischen uns aufbauen. ├ťberw├Ąltigt von den vielen Gef├╝hlen, die mich durchstr├Âmten, war ich unf├Ąhig etwas zu sagen. Ich war unglaublich gl├╝cklich das Rena mir gefolgt war. Ich wurde von einer ganz anderen, neuen und aufregenden W├Ąrme erf├╝llt, w├Ąhrend sie meine Hand hielt. Ich war schockiert und ├╝berw├Ąltigt von den vielen grausamen Bildern in meinem Kopf und voll Sorge ├╝ber das, was die Zukunft bringen w├╝rde. Am Rande meines Bewusstseins nahm ich wahr, wie ein kleines, wei├čes Fellb├╝ndel auf den R├╝cken von Onyx sprang, der gereizt schnaubte, ehe er sich m├╝rrisch in Bewegung setzte. Er gab sich keine M├╝he vorsichtig zu laufen, beherrschte sich jedoch genug um den Fuchs nicht von seinem R├╝cken zu buckeln. Die kleine F├╝chsin schien das jedoch eher zu am├╝sieren als zu st├Âren, denn sie thronte Majest├Ątisch auf dem Sattel. Ich war noch immer unf├Ąhig zu sprechen, oder mich zu bewegen und stand stocksteif und angewidert auf dem verseuchten Boden. Erst als Rena sanft an meiner Hand zog, gelang es mir meine F├╝├če zu bewegen und langsam neben ihr her zu gehen. Ich stolperte eher, als das ich tats├Ąchlich ging. Es fiel mir schwer mich auf den F├╝├čen zu halten. Meine Augen waren trocken und ein bitterer Klo├č steckte in meinem Hals, der mir das Atmen beinahe unm├Âglich machte. Doch ich sp├╝rte noch immer Renas Hand in meiner. In diesem Zustand war es mir unm├Âglich rational und politisch zu denken, daher gelang es mir endlich mir meine Gef├╝hle f├╝r sie einzugestehen. Ich wusste nicht wann es geschehen war, doch ich hatte mich in sie verliebt. Ihre Art, ihre Sch├Ânheit, ihre Tollpatschigkeit. Ich liebte alles an ihr. Von der Haarspitze bis zu den Fu├čzehen, auch wenn sie das komplette Gegenteil von mir war. Es war gef├Ąhrlich sie zu lieben, nicht nur politisch, sondern auch gesundheitlich, schlie├člich lebte sie in einem Land des kompletten Winters und diese K├Ąlte k├Ânnte mich umbringen, wenn wir nicht achtgaben. Mein Herz, das bisher schwach geschlagen hatte, beschleunigte seine Schl├Ąge und mit jeder Sekunde die ich ihre Hand l├Ąnger hielt, f├╝hlte ich mich wieder kr├Ąftiger und zuversichtlicher. Bestimmt w├╝rden wir einen Weg finden, wie wir uns lieben konnten, ohne einen Krieg zu verursachen, wenn... ja wenn sie mich denn auch liebte. Ich blickte entt├Ąuscht auf, als sie meine Hand loslie├č. Erst jetzt erkannte ich das wir auf saftigem gr├╝nen Gras standen und eine warme Brise um uns wehte. Ich unternahm einen halbherzigen und unkoordinierten Versuch erneut nach ihrer Hand zu greifen, doch Onyx schob mich zur Seite, sodass meine Hand ihre nicht erreichte. Ich blinzelte, streckte die Arme und rieb mir ├╝ber die Augen. Das aufregende Gef├╝hl in meiner Brust verschwand langsam und ich konnte wieder rational denken. Ich nickte ihr zu, als sie ein Lagerfeuer vorschlug. "Das klingt gut, wir w├╝rden die weitere Strecke nicht mehr schaffen. Die Pferde brauchen eine Pause", antwortete ich ihr dann, ehe ich ihr nachsah, wie sie zum Fluss verschwand. Auch mir wurde langsam warm, jedenfalls glaubte ich das. Es war ein Gef├╝hl das mir bisher unbekannt war. Ich zog die gef├╝tterte Kleidung aus, ehe ich in den Satteltaschen nach d├╝nner Kleidung suchte. In jener Zeit stand ich bis auf eine Unterhose nackt im Wald herum. Schlie├člich fand ich was ich suchte und streifte eine kurze braune Hose und ein Oberteil in einem sanften gr├╝n mit braunen und goldenen Verzierungen ├╝ber. Dann blickte ich mich im Wald um und sammelte einiges Holz, ehe ich meine Handfl├Ąchen aneinander rieb und sp├╝rte wie die Magie in mir wieder gr├Â├čer geworden war, als sie es im winterlichen Reich gewesen war. M├╝helos entz├╝ndete ich das Feuer mit einem schnippen meiner Finger, ehe ich Decken darum ausbreitete und mich auf einer davon niederlie├č. Die Nahrung die eingepackt worden war, hatte ich bereits herausgenommen und einigerma├čen angerichtet, sodass Rena und ich ein Abendmahl einnehmen konnten. Rena sah ungewohnt aus, in ihrem alten Kleid, das sie als Magd trug und doch war sie wundersch├Ân und vertraut. "Es ist ungewohnt dich wieder in diesen Farben zu sehen", antwortete ich ihr dann mit einem sanften l├Ącheln, w├Ąhrend ich mir durch die Haare fuhr. "Ich glaube, ohne dich w├Ąre es mir nicht gelungen das Niemandsland zu durchqueren. Ich danke dir Rena", sagte ich dann zu ihr, ehe ich ihr sanft ├╝ber den Oberarm strich, ehe ich meine Hand wieder in meinen Scho├č sinken lie├č. "Doch eine Frage habe ich noch, wieso bist du mir gefolgt? Ist etwas geschehen?", fragte ich sie dann neugierig, ehe ich mir ein St├╝ck Brot abbrach und den Rest zu Rena hin├╝ber scho├č. W├Ąhrend ich auf ihre Antwort wartete, begann ich zu essen, w├Ąhrend die Pferde grasten.

I'm just one of those ghosts, travelling endlessly.

Antworten

random.xme

19, Weiblich

  9. Employed Writer

Event-Begeisterter

Beitr├Ąge: 3490

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von random.xme am 09.02.2022 10:42

Playpartner: @ghost15401
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
[Ich versuche es m├Âglichst knapp zu halten] Grace sitzt seit ein paar Jahren im Rollstuhl und wird schon seitdem sie an der neuen Schule ist eigentlich nur geh├Ąnselt. Dass sie keine Freunde hat, scheint sie sogar gut zu finden und ÔÇ×Eisprinzessin" ist wohl der beste Ausdruck f├╝r sie. Tyson ist das genaue Gegenteil. Reich, gesellig und vor allem sexuell sehr offen f├╝r die d├╝mmsten Verabredungen. So kam es zu der Wette, dass er ÔÇ×den Kr├╝ppel" ins Bett bekommen k├Ânnte.
Das l├Ąuft aber alles gar nicht so einfach, weil Grace sich nicht von Geld oder lahmen Floskeln beeindrucken l├Ąsst, das Aussehen ist ihr nicht sonderlich wichtig und sie hat ein ganzes P├Ąckchen an Problemen mit sich herumzuschleppen. Sexuellen Missbrauch durch einen alten Schulkollegen, an den sie sich nicht erinnern kann, eine fragw├╝rdige Einstellung zum Essen und Panikattacken.
Er weicht ihr trotz allen Gemeinheiten nicht von der Seite und wird irgendwann zu einer Art Freund (an dieser Stelle m├Âchte ich betonen, dass zwischen dem Anfang des Plays und dieser Szene ein Jahr flei├čig geschrieben wurde!)

 

Kurz vor der Szene haben sie sich (wieder einmal) gestritten und Ty hat Grace eher unsanft an den Schultern gepackt, was in ihr eine Art Flashback ausgel├Âst hat. V├Âllig aufgel├Âst wollte er nach Hause fahren und hatte schlie├člich einen Unfall, der ihn auf ITS bef├Ârderte (ja wir bedienen JEDES Klischee)

Textstelle:
Was hatte sie eigentlich von ihm erwartet? Dass er ausgerechnet jetzt einfach "Nein" sagen w├╝rde. Sie einfach in seine Arme zog und ihr versprach nie wieder von ihrer Seite zu weichen? H├Ątte sie die N├Ąhe zugelassen? War es das was sie eigentlich wollte? Warum war Tyson zu weit gegangen? Hatte sie sich so sehr in ihm, wie in sich selbst geirrt? Er stemmte dich nach oben, lie├č sie los und sie merkte, wie sie fast schon erleichtert Luft holte. Der Sauerstoff f├╝llte ihre Lungen und sie wollte nicht wieder Schluchzen und irgendwie klappte es doch gar gut. Tyson drehte sich einfach von ihr ab, er ging zur T├╝r und sie blinzelte ihm aus Tr├Ąnen hindurch nach. Kosinus kletterte treu auf ihren Scho├č und sie zog den fetten Kater an sich. Konnte sie nur ihm und ihrer Familie vertrauen? Ihre beste Freundin, die mit ihrem Vergewaltiger zusammenkam, Tyson der...sie einfach angepackt hatte...ihr Vater, dem sie ihre Gehunf├Ąhigkeit zu verdanken hatte. Sie war allein mit ihrer Mutter...die Mutter, die den ganzen Tag arbeite, um ├╝ber die Runden zu kommen. Grace war allein, etwas was sie sich immer gew├╝nscht hatte und auf einmal f├╝hlte sich die gewollte Einsamkeit furchtbar hohl an. Der Kater musste gef├╝ttert werden...wenigstens an etwas Normalit├Ąt wollte sie sich jetzt halten. Kosinus h├╝pfte vor ihr durch den Flur in Richtung K├╝che, blieb aber fauchend an der Eingangst├╝r stehen und str├Ąubte sein Fell, gerade als Grace ihn ermahnen wollte sich zusammenzurei├čen, fiel ihr Blick auf die dunkle Jacke von Tyson. Er hatte sie hier vergessen...mit zitternden H├Ąnden griff sie danach und der Kater kletterte wieder auf ihren Scho├č. Sie legte das Gesicht in das Innenfutter was so herrlich nach Tysons Umarmungen duftet...eine einzige Jacke bedeutete so viel Geborgenheit, die mit einem Mal wieder fehlte. Die vielen Friends-Nachmittage...das Tee trinken, das gemeinsame Lernen... Es trieb ihr die Tr├Ąnen zur├╝ck in die Augen und selbst das rhythmische Schnurren ihres Katers konnte sie nicht beruhigen. Jetzt konnte sie keiner mehr sehen...sie zog die Jacke an sich und fing bitterlich an zu weinen, sie lie├č alles einmal raus...wie sie hier sa├č, die Jacke eines Jungen im Arm, den sie so fest zu hassen geschworen hatte und weinte...sie weinte bitterlich, solange bis keine Tr├Ąnen mehr aus ihr herauskommen wollten. Sie war auf dem Sofa eingeschlafen. Tysons Jacke hatte sie sich angezogen, Kosinus lag schwanzzuckend neben ihr und schnurrte rhythmisch zur Friends-Melodie, die bereits die letzten Stunden durch die ganze Wohnung zu h├Âren waren. Gel├Ąchter...die Protagonisten, die ihr Leben lebten und Grace die vor ihrem ganz eigenen Drama stand. "Gracie..." die Stimme ihrer Mutter und die sanfte Ber├╝hrung an der Schulter lie├č sie wach werden. Die Stimme von Kathleen klang fast schon etwas br├╝chig. "Mom...ich" Grace setzte sich auf und sah erst dann, dass wohl auch sie geweint hatte...Grace hat ihre Mutter selten weinen sehen...jetzt wo sie genauer dar├╝ber nachdachte eigentlich hatte sie Kathleen offiziell nie weinen sehen...immer nur heimlich, wie sie jede Nacht schluchzte, wenn sie glaubte, Grace w├╝rde schlafen...sie hatte ihre Tr├Ąnen immer sehr gut versteckt, aber jetzt machte sie keinen Hehl aus ihren Emotionen... Kathleen strich ihr einmal durch die Haare und zog ihre Tochter fest an sich. "Er hatte einen Autounfall...wir hatten ihn im OP liegen...es tut mir so leid" f├╝r einen kurzen Moment dachte Grace, dass sie von ihrem Vater redete. "Mom...das tut mir...leid" gab sie zitternd von sich und Kathleen schob Grace etwas von sich weg "nein...Himmels Willen...nicht dein Vater....Tyson" sagte sie und schon wieder glitzerten ihre Augen verr├Ąterisch. Graces Herz rutschte in die Hose. Sie hatte keine Kraft zu weinen, st├Ârrisch und stur zu sein. "Ich m├Âchte hinfahren!" Sagte sie sofort und Kathleen nickte "Wir wissen nicht, ob er es schafft...er liegt auf der ITS...es sieht..." aber sie wurde fast schon scharf von Grace unterbrochen "ich m├Âchte dahin!" Sagte sie streng. Sie hatte ihm nicht verziehen, sie hatte ihm nicht gesagt vorsichtig zu fahren...sie hasste es mit ihm zu streiten... Im Auto lie├č Grace das Radio aus...sie trug immer noch Tysons Jacke und spielte an ihren Fingern├Ągeln herum. Wie oft hatte sie selbst in diesen Betten gelegen, aber all das konnte sie nicht auf das folgende Bild vorbereiten: Tyson der doch so kr├Ąftig und selbstbestimmt war, lag dort, ohne jedes Leben, Kabel ├╝ber Kabel und es schn├╝rte Grace die Luft ab. Der Geruch...das ekelhafte Wei├č der Betten. Das da war ihr bester Freund, den einzigen den sie noch hatte... Sie blieb neben ihm stehen und sah ihn etwas unschl├╝ssig an. "Ich...gehe mir einen Kaffee holen..." erg├Ąnzte Kathleen kurz, obwohl Grace wusste, dass sie das nicht tun w├╝rde. Sie w├╝rde einfach nur aus dem Zimmer gehen und erst wieder auftauchen, wenn Grace sie gerufen wurde...Kathleen w├╝rde kein Auge zumachen, bis er ├╝ber die Runden war. Sein Gesicht da furchtbar aus...es war blau, verkratzt und im Gro├čen und Ganzen sah er mehr zusammengesetzt aus als eines ihrer 1000 Teile Gummi-B├Ąrchenpuzzle. "Ich habe dir doch gesagt du sollst vorsichtig fahren!" Schimpfte sie...mehr fiel ihr einfach nicht ein. "Ich brauche dich doch hier...okay...vielleicht weil ich nicht allein klar komme...das nervt am meisten daran, wenn wir streiten...du hast Recht..." gab die zu und griff nach seiner Hand, die sich jetzt so ungew├Âhnlich kalt anf├╝hlten. "Aber ich habe keine Lust damit aufzuh├Âren...ich will mich weiter von dir belehren lassen Tyson...ich..." ihre Stimme brach pl├Âtzlich und sie sp├╝rte die Tr├Ąnen auf ihren Wangen. "Ich kann das in der Schule nicht ohne dich...du gehst mir so verdammt auf die Nerven, damit darfst du nicht wieder aufh├Âren...du treibst mich zur Wei├čglut und schreibst wie eine Neandertaler...also wirklich...die Hieroglyphen sind selbst f├╝r geb├╝rtige ├ägypter eine Herausforderung..." schimpfte sie "au├čerdem vergisst du immer irgendwas bei uns...heute war es die Jacke...wer soll das alles zu dir nach Hause bringen...ich habe daf├╝r keine Zeit..." erkl├Ąrt sie dann und beschloss einfach so frech sich am Bett hochzuziehen um sich neben ihn zu setzen. "Du bist so verdammt anstrengend, das will ich nicht mehr missen...ich schaffe das hier nicht mehr ohne dich, du kannst dich doch nicht erst so wichtigmachen und dann einfach gehen!" Es ging ihr irgendwie besser, als sie das alles einmal ausgesprochen hatte, ehe sie sich neben ihn ins Krankenhausbett legte, wie er es vorher bei ihr getan hatte. Sorgsam darauf bedacht keines der Kabel zu behindern. "Ich glaube nicht, dass du dumm bist...einfach nur etwas unf├Ąhig, was menschliche Handlungen angeht...aber das bin ich auch Tyson...es tut mir leid...ich bin ein furchtbarer Mensch gewesen...wirklich...ich w├╝nsche mir so sehr, dass du die Augen wieder aufmachst, damit ich dir weiter auf die Nerven gehen kann, dass du mich weiter belehren kannst. Ich kann das nicht ohne dich ich..." dabei wollte sie sich wohl kaum ein viertes Mal wiederholen, wobei sie auch nicht mit folgender Offenheit gerechnet hatte "ich glaube ich habe mich in dich verliebt Tyson...jetzt kannst du nicht einfach gehen!" Ihre Stimme brach einfach und sie fing schon wieder an stumm zu weinen, lehnte ihre Stirn gegen seine Schulter...wieso musste das Schicksal so schei├če zu ihr sein?


Playpartner: @ghost15401
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Immer noch Grace und Tyson (im Text davor schon erw├Ąhnt) er liegt im Krankenhaus, war 5 Tage nicht ansprechbar und Grace ist gar nicht von seiner Seite gewichen. Im Beitrag davor hat Tyson sie einfach gek├╝sst und das hier war meine Antwort darauf:

Textstelle:
Er h├Ârte ihr gar nicht richtig zu, sein Blick war v├Âllig abwesend, fast so als w├Ąre er gar nicht hier im Krankenhaus, sondern an einem weit entfernten Ort, an dem niemand anderes war, au├čer er mit seinen stetig kreisenden Gedanken. Auch das st├Ârte Grace nicht. Eigentlich h├Ątte sie ihn vielleicht b├Âse angesehen und ausgeschimpft, dass er ihr gar nicht richtig zuh├Ârte. Vielleicht h├Ątte sie kurz geschmunzelt, wenn er eine Ausrede daf├╝r suchte...vielleicht h├Ątte sie es aber auch hinter einem Augenverdrehen verstecken k├Ânnen. Jetzt war sie einfach froh ├╝ber jede Reaktion, die ihr verriet, dass er noch unter den Lebenden weilte. In der Schule war es besonders schwer weiterhin kalt zu den anderen zu sein, wobei die M├╝digkeit an ihr zerrte. Die Mitsch├╝ler waren immer noch gemein zu ihr nur war diesmal ihr Nebenplatz leer. Wenn Abigail so durch die G├Ąnge spazierte ├╝berlief es Grace eiskalt...sie hatte keine Ahnung, dass ihr Freund gerade im Krankenhaus lag. Sie lebte einfach ihr Leben, w├Ąhrend Grace sich jede Nacht die Augen ausweinte. Immer wenn jemand sie nach Tyson fragte, antwortete sie m├Âglichst bissig, dass sie keine Ahnung h├Ątte, und wie sie auf die d├Ąmliche Idee k├Ąmen, sie h├Ątte etwas mit ihm zu tun. Es tat ihr jedes Mal weh...aber in der Schule war sie immer noch sauer auf ihn. Sie war immer noch sauer, dass er sie ignoriert hatte, hier konnte sie sauer auf ihn sein. Sie war sauer, dass er sie verletzt hatte, dass er Auto gefahren war und vor allem war sie sauer auf sich selbst, weil sie ihn deshalb einfach nicht hassen konnte! Wenn sie dann im Krankenhaus war, hatte sie ganz vergessen, das sie versucht hatte ihn zu hassen. Manchmal strich sie ihm die Haare etwas ordentlich zur Seite, weil sie genau um seine Eitelkeit wusste. W├Ąhrend sie eigentlich alles daran setzte ihre gesamte Eitelkeit herunterzuschlucken, wenn sie in der Schule war...legte Tyson doch sehr viel Wert auf sein ├äu├čeres. Allein der Anblick wie er leicht panisch versuchte das "Schlimmste" an seinem Nah-Tod-Aussehen zu ├Ąndern, zauberte ihr in den dunklen Stunden ein L├Ącheln auf die Lippen. Erst im n├Ąchsten Moment fiel ihr auf, dass sie wegen Tyson gel├Ąchelt hatte. Ihre Worte waren genauso wahr wie am ersten Abend und irgendwie machte sie das alles noch v├Âllig fertig. Es wurde kurz still zwischen ihnen und sie sahen sich einfach nur an, bevor Grace aber vor ├ťberforderung das Gesicht in die H├Ąnde legen konnte, strichen seine Finger ├╝ber ihre Kieferknochen. Ehe sie ├╝berhaupt blinzeln konnte, legten sich seine Lippen einfach gegen ihre. F├╝r einen be├Ąngstigenden Moment setzte Graces Herz aus. Diese Ber├╝hrung war so viel z├Ąrtlicher als er jemals mit ihr war, wie er sie doch noch vor kurzem an der Schulter packte, war ein ganz anderes Gef├╝hl als seine Lippen jetzt auf ihren Sp├╝ren zu d├╝rfen. Wie versteinert sa├č sie da und ehe sie richtig realisieren konnte, was da gerade passierte, hatte er sich von Grace gel├Âst und zog sich von ihr zur├╝ck, als h├Ątte er sich an ihr verbrannt. Tausend Gedanken flogen Grace gerade noch durch den Kopf, sie dachte an Abigail, dass er doch eigentlich eine Freundin hatte und jetzt trotzdem sie k├╝sste, dass er doch eigentlich Tyson war und ihr Vergangenes-Ich ma├člos entt├Ąuscht w├Ąre. Aber nicht in einer Sekunde war es ihr unangenehm, sie dachte nicht an Chris und was ihr alles einmal passierte...sie dachte nur daran, wie sehr sie sich freute, als Tyson wieder unter den Lebenden war. Sie legte ihre beide feingliedrigen H├Ąnde an seine Wangen, die sich viel zu warm unter ihrer Haut anf├╝hlten, und lehnte sich ihm entgegen um ihn einfach weiterzuk├╝ssen. Es war die Freude die ├ťberwog, vielleicht war sie etwas ├╝berschw├Ąnglich, aber auch das war ihr in diesem Moment egal. (Und sorry das muss einfach sein...) Ein paar Sekunde sp├Ąter, vielleicht war es auch gerade eine Minute die verstreichen konnte, wurde die T├╝r des Zimmers aufgerissen und Grace zuckte etwas erschrocken zusammen. Ihre Mutter war hereingeplatzt und sah fast schon etwas erleichtert aus. "Himmel Herr Gott, Kind..." dabei schien sie keinesfalls Grace zu meinen "Du bist wach, was f├╝r ein Gl├╝ck" sagte sie erleichtert und schien die Situation, in die sie hereingeplatzt war, erfolgreich zu ignorieren. "Und Grace...also wirklich...schau dir den Puls, des armen Mannes mal an...ich dachte schon es ist was Ernstes" plapperte sie in aller Kathleen-Manier los.

Grille

Antworten

random.xme

19, Weiblich

  9. Employed Writer

Event-Begeisterter

Beitr├Ąge: 3490

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von random.xme am 09.02.2022 10:43

[Ich kann nicht anders! Mein Gewissen w├Ąre nicht beruhigt, wenn ich diese Szene hier nicht auch teilen w├╝rde!]


Playpartner: @bestway
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Ivette Liora von Andalucien ist Thronfolgerin. Nachdem ihr Bruder mit einem Mann ins Ausland durchgebrannt ist, r├╝ckt ihr Kindheitstraum einmal K├Ânigin zu werden in greifbare N├Ąhe! Sie muss schnell einen Mann heiraten, um gekr├Ânt zu werden, da ihr Vater schwer erkrankt ist. Und dann...k├╝sst sie der neue Fahrer der K├Ânigsfamilie (und alter Freund ihres Bruders) Sie verlieben sich ineinander, stehen heimlich harte Zeiten durch und dabei soll sie doch eigentlich einen anderen heiraten. Kurz gesagt, das ganz gro├če Drama nach ├╝ber 300 geschriebenen Seiten.
├ťber all die Zeit hat Ivette ihm nie gesagt: Ich liebe dich. So sehr es sich Arlen auch von ihr gew├╝nscht hat, so oft er es auch zu ihr gesagt hat, konnte sie es nie erwidern. Ihre Beziehung w├╝rde dann real werden. Sie haben deshalb gestritten...sie haben sich oft nur provisorisch vertragen, weil sie um eine begrenzte Zeit wussten.
Long story short, sie l├Ąsst ihren Verlobten am Altar nach eine epischen Rede stehen und will einen Abgang aus der Kirche machen und dann steht das Arlen. Es ist nichts besonders f├╝r jemanden, der das von au├čen liest...aber f├╝r mich eine der sch├Ânsten Szenen im gesamten Play!

 

Textstelle:

Ivette
"Niemals Ivette...ich warne dich ein letztes Mal" auch meine Mutter war aufgestanden und ich raffte einfach dieses h├Ąssliche Kleid auf und ging an ihr vorbei in den Gang. Eigentlich hatte ich es aufgegeben K├Ânigin zu werden, aber auch das war mir gerade egal. Mein Lebenstraum...K├Ânigin sein, w├╝rde mich nicht gl├╝cklich machen! Selbst wenn meine Entscheidung f├╝r Arlen unter der Br├╝cke enden w├╝rde, h├Ątte ich ein reines Gewissen.
Ich lie├č mir auf dem Weg durch den Gang fast schon etwas Zeit. Es war kein Klatschen aus H├Âflichkeit, sondern aus Anerkennung, etwas was viel mehr wert war.
Diesmal brauchte ich nicht ein L├Ącheln aufsetzen, diesmal zog es sich leicht schief von links nach rechts, aber es war ehrlich.
Ich wusste nicht, dass Arlen hier war...er sah anders aus...fast h├Ątte ich ihn gar nicht erkannt, irgendwie fahl und unglaublich alt, fast als h├Ątte er innerhalb weniger Wochen mehrere Jahrzehnte hinter sich gebracht.
Aber auch das war mir gerade egal. Ich konnte sein Gesicht in meine H├Ąnde nehmen, seine Wangen waren ganz warm unter meinen Fingerspitzen und ich machte mich etwas gr├Â├čer, nur um ihn zu k├╝ssen.
"Ich liebe dich Arlen Jacob Branford" erkl├Ąrte ich ihm dann, ich hatte nichts mehr zu verlieren.

Arlen

Es f├╝hlte sich endlos an, bis sie auf mich zukam und ganz sicher h├Ątte ich nicht damit gerechnet, dass Ivette mich hier vor den ganzen Welt k├╝ssen w├╝rde. Aber sie tat es. Sie kam n├Ąher, zog mich an sich und k├╝sste mich in dieser Kirche, die ├╝bervoll war mit Leuten, die gekommen waren, um ihrer Hochzeit mit einem anderen beizuwohnen. Und es wurde ├╝bertragen. Landesweit. Wenn nicht sogar weltweit.
Ich zog sie enger an mich, griff ihr an die Taille, um sie noch n├Ąher bei mir zu halten und ich k├╝sste sie, als w├Ąre es unser letzter Kuss und als sie sich schlie├člich von mir l├Âste, sprach sie endlich, endlich die Worte aus, die ich so dringend hatte von ihr h├Âren wollen.
Ein wohlig-warmes Gef├╝hl breitete sich in meiner Brust aus und es zog sich gleich ein L├Ącheln ├╝ber mein Gesicht. "Ich wei├č", sagte ich, "Ich habe es schon immer gewusst", ich k├╝sste noch einmal ihren Mundwinkel und ergriff ihre Hand. Ich wollte sie am liebsten nie wieder loslassen.

Grille

Antworten

RainbowNXT

-, Weiblich

  5. Blogger

Neuling

Beitr├Ąge: 31

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von RainbowNXT am 09.02.2022 11:13

Playpartner: leider nicht mehr aktiv

Content/Trigger Warning: keine

Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:

Diese Szene wurde vor vielen Jahren in einem Star Trek Rollenspiel gespielt. Die Szene wurde von mir neu geschrieben bzw. nacherz├Ąhlt. J.T. Bradley und Felicita Hopser arbeiteten seit einigen Jahren als Offiziere der Sternenflotte, bevor sie sich erstmals in einer romantischen Situation wiederfanden. Es war der Anfang einer Beziehung und Ehe, die jahrelang (reale Zeit) anhielt und sogar 4 Kinder hervorbrachte, welche sp├Ąter zum Teil als jugendliche / junge Erwachsene bespielt wurden.

Textstelle:

Valentinstag in der Sternenflotte

Felicita Hopser arbeitete kurz nach ihrer Bef├Ârderung zum Lieutenant (Junior Grade) wieder im B├╝ro der Personalabteilung. Ihre Zust├Ąndigkeit erstreckte sich von der Bearbeitung der Zuteilung und Versetzung bis hin zur Aktenf├╝hrung der 3. Flotte. Die Feierlichkeiten ihrer Bef├Ârderung, wenn man es so nennen durfte, fanden daher im B├╝ro des zust├Ąndigen Admirals und Leiter der Abteilung auf der Erde, Sol-System, statt.

Das Blinken und Leuchten auf dem Display wollte einfach nicht aufh├Âren. Es war Valentinstag und die Versetzungsw├╝nsche waren heute besonders hoch. Als Begr├╝ndung wurde Unzufriedenheit mit den aktuellen Aufgaben, Konflikte mit Vorgesetzten aber auch so manche gescheiterte Beziehung aufgef├╝hrt. Felicita bemerkte nicht, wie sich die T├╝r zum B├╝ro ├Âffnete, als sie auf eine Zugangsanfrage durch ein mechanisches Piepen nicht reagierte.

┬╗Warum scheitern eigentlich so viele Beziehungen in der Sternenflotte?┬ź, fragte sich Felicita in einem vermeidlichen Selbstgespr├Ąch, ohne die Anwesenheit des Offiziers zu bemerken.

┬╗Das kann ich ihnen wirklich nicht sagen, das ├╝bersteigt leider mein Verst├Ąndnis. Ich bin zwar wissenschaftlicher Offizier, aber leider ... ja ... leider ist das nicht so ganz mein Spezialgebiet.┬ź

Die Stimme des Mannes klang ausgeglichen, ruhig und freundlich. Trotzdem fuhr Felicita der Schreck derma├čen in die Knochen, dass sie ihre Tasse gef├╝llt mir Kamillentee, ihr Lieblingsgetr├Ąnk bei der Arbeit, fallen lie├č. Scheppernd zerbrach die Tasse in tausend St├╝cke, n├Ąsste die Uniform sogar an den Beinen ein.
┬╗Was haben sie sich dabei gedacht? Sich so anzuschleichen?┬ź, entfleuchte es Felicitas Mund, bevor sie den Kopf anhob und ihn ansah. Sie erblickte einen jungen man, in ihrem Alter, der sie freundlich anl├Ąchelte, die H├Ąnde hinterm R├╝cken versteckt.

┬╗Sie haben auf mein Klingeln nicht reagiert?┬ź, versuchte sich der Mann zu entschuldigen. ┬╗Ich bin James ... ┬ź

┬╗Ensign J.T. Bradley.┬ź, antwortete Felicita, w├Ąhrend sie sich um die Scherben k├╝mmerte. ┬╗Ich habe ihre Anfrage gelesen. Was wollen sie eigentlich hier?┬ź

Als sie ihren K├Ârper wieder anhob, stie├č sie sich den Kopf am Tisch. Das tat zwar weh, dennoch unterdr├╝ckte sie das Bed├╝rfnis, leise aufzust├Âhnen oder sogar ÔÇÜAua' zu sagen. Stattdessen rieb sie sich leicht am Hinterkopf.

┬╗Geht es ihnen gut?┬ź, fragte er freundlich nach. Die Art und Weise, wie er sprach, deutete Interesse an. Interesse an ihr Leid, Interesse an ihr als Frau? Sie blickte erneut zu ihm auf, suchte den direkten Blickkontakt. Er war sicher nicht der attraktivste Mann, den die Sternenflotte hervorbrachte. Dennoch schien er gepflegt, ansehnlich und er hatte dieses Glitzern in den Augen. Das kleine Funkeln, das ihr sagte, der Mann sei nicht an die Offizierin Hopser interessiert. Sondern an sie, als Pers├Ânlichkeit.

┬╗Ja, es geht mir gut┬ź, erwiderte sie seine Frage und spielte an einer Haarstr├Ąhne. Sie spielte immer mit ihrer Haarstr├Ąhne, wenn sie nerv├Âs wurde oder sich in eine Situation befand, deren Ausgang nicht abzusehen war. Sie wusste nicht genau, wie sie mit der Sache umgehen sollte und die jetzt folgende Antwort war alles andere als durchdacht. ┬╗Danke der Nachfrage. Und wie gehts ihnen?┬ź

┬╗Mir auch┬ź, antwortete J.T. und korrigierte im n├Ąchsten Atemzug auch schon seine Aussage. ┬╗Mir gehts eigentlich immer gut, wenn ... ich ... in ihre blauen Augen versinken darf. Es f├╝hlt sich irgendwie an, wie ein Geschenk?┬ź

Erstaunt hob Felicitas die Augenbraue an. Der Mann verspr├╝hte also Charme? Und es kam gut bei ihr an. Es war die Art von Charme, die ihr gefiel.

┬╗Sie haben mir immer noch nicht verraten, weswegen sie eigentlich hier sind?┬ź, ihre Antwort war der einfache Versuch, ihre Unsicherheit und Wohlgefallen zu verbergen.

┬╗Ich wollte ... nur ... ┬ź, begann J.T. wie ein hilfloses Kind zu labbern. Dann kahm ihn eine Idee. ┬╗Schlie├čen sie ihre Augen.┬ź

┬╗Wie bitte?┬ź, fragte Felicita mit einem unterbewussten L├Ącheln. Seine Aufforderung kam unerwartet.

┬╗Schliessen sie ihre Auge!┬ź, beharrte J.T. Bradley. ┬╗Sie m├╝ssen mir einfach vertrauen.┬ź

┬╗Okay?┬ź, meinte sie und unterdr├╝ckte ein nein, muss ich nicht. Sie schloss ihre Augen und wartete ab, was passieren w├╝rde. Zuerst h├Ârte sie Schritte. Er ging also durch den Raum. Nur nicht zu ihrem Computer oder den Aktenschr├Ąnken in ihrem R├╝cken. Das bedeutete, er w├╝rde nicht versuchen, Daten zu stehlen. Ein sch├Âner Anfang. Aber was w├╝rde er wohl dann tun? Im n├Ąchsten Moment h├Ârte sie das Piepen des Replikators. Dann wider Schritte. Dann seine Stimme.

┬╗Computer. ├ľffne Subroutine Omega 41, Zugang Bradley-beta-24022353.┬ź

Zugriff genehmigt. Bitte geben sie die Spezifikationen ein!

┬╗Was tun sie denn da, Jay?┬ź, fragte Felicita mit geschlossenen Augen. Sie wollte die ├ťberraschung nicht verderben, doch mulmig war ihr dabei schon zumute.

┬╗Psschhht, sie verderben sich noch die ganze ├ťberraschung.┬ź, erklang seine Stimme zeitgleich mit dem Piepen des Eingabedisplays am Computer. Er schien einige ├änderungen im Programm vorzunehmen, war ihre logische Schlussfolgerung.

┬╗H├Âren sie, Jay, vielleicht sollten wir diese Sache einfach beenden und ... ┬ź, noch w├Ąhrend sie sprach, ├Âffnete sie ihre Augen. Was sie jetzt sah, lie├č sie sofort verstummen. Mit weit ge├Âffneten Augen sah sie zur kleinen Sitzecke ihres B├╝ros, die eigentlich f├╝r wichtige Dienstgespr├Ąche gedacht war. Jetzt lag da eine wei├če Tischdecke auf den Tisch, der Tisch war gedeckt mit einem fantastisch aussehenden Dinner. Dazu passend eine leuchtende Kerze. In dieser Sekunde startete eine romantische Musik, welche harmonisch durch den Raum erklang. F├Ąhnrich Bradley war damit besch├Ąftigt, einen bunten Blumenstrau├č auf den Tisch zu stellen und auszurichten, w├Ąhrend das Licht langsam abnimmt und eine warme, freundliche Kulisse schuf. Die eingehenden Transmissionen am Computer waren nicht l├Ąnger gegenw├Ąrtig in ihrem Kopf.

┬╗Felicita Hopser. Darf ich sie zu einem romantischen Dinner verf├╝hren?┬ź, fragte Jay, w├Ąhrend er sich langsam zu Boden kniete. Er hob die Hand an, streckte den Finger aus. ┬╗Und sage nicht, dass es w├Ąhrend der Arbeit nicht geht. Du hast jetzt Pause und alles ist hergerichtet. Du musst nur noch ja sagen.┬ź

Strahlend legte Felicita ihre H├Ąnde auf die Wange ab und schluckte. Sie wollte laut zusagen, brachte aber kein Wort mehr raus. Stattdessen lie├č sie sich von seiner Hand leiten, die zwischenzeitlich die ihre suchte und sich zum Tisch f├╝hren. Sie setzte sich gegen├╝ber. Und er hielt s├Ąmtliche Regeln des guten Benehmens ein.

┬╗James T. Bradley. Du bist ein Charmeur und Schlingel. Du wei├čt mich zu nehmen.┬ź

Felicita hatte keine Ahnung, wie oft sie diesen Satz in ihrer jahrelangen Ehe noch aussprechen w├╝rde.

Antworten

Silber22

24, Weiblich

  11. Ghostwriter

Handlungs-Verfasser

Ambitionierter Teilnehmer

Beitr├Ąge: 3611

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von Silber22 am 09.02.2022 13:06

May I have your last dance?

Playpartner:
MrsChameleon

Content/Triggerwarnung
Herzschmerz


Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Eigentlich dachte Jaro, es w├Ąre ein Job wie jeder andere. Aus gesellschaftlichen Entertainmentgr├╝nden w├╝rde er sein Opfer eine Woche begleiten, ehe es seinen Tod durch seine Hand fand.
Doch was, wenn sich herausstellt das ihm diese Zielperson mehr als nur bekannst ist?
Haben sie immerhin einst Seite an Seite ihrem gr├Â├čten Traum hinterher gejagt..

Jaro und Dominik wollten schon immer T├Ąnzer werden. Eines Tages verschwand Jaro jedoch spurlos und lie├č Dominik zur├╝ck. Jahre vergingen, ehe sie wieder aufeinander trafen. Jaro hatte den Auftrag bekommen, Dominik, der sein ganzes Leben dem Tanzen gewidmet hatte, zu t├Âten. Er brachte es jedoch nicht ├╝bers Herz es ihm zu sagen und wollte lieber die letzten Stunden mit ihm gl├╝cklich verbringen, bevor er seiner Arbeit nachgehen w├╝rde. Nachdem sie sich nun wieder getroffen haben, haben sie ausgemacht, zusammen im Park laufen zu gehen. Wird Dominik seinen ehemaligen Tanzpartner wiedertreffen oder wartet er vergeblich?


Dominik
In einer Stunde w├╝rde ich ihn schon wieder im Park sehen. Wir w├╝rden eines unserer unz├Ąhligen Wettrennen machen und uns gegenseitig an unsere Grenzen bringen.
Mit dieser Erwartungshaltung, an der ich versuchte festzuhalten, trat ich meinen Heimweg an. Dabei fing ich nach einigen Metern bereits zu joggen an. Ich wollte ihn schlie├člich nicht warten lassen. Wer wusste schon, ob er wirklich warten w├╝rde oder wieder gehen w├╝rde, wenn er dachte, er sei zu sp├Ąt, nur weil ich noch nicht da war. Immerhin war ich immer ├╝berp├╝nktlich. Er sollte keinen Grund haben, wieder zu gehen. Zu denken, ich versetzte ihn, nur weil er mich damals versetzt hatte. Aber eigentlich musste er mich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich niemals so etwas tun k├Ânnte. Damit jedoch wirklich kein falscher Eindruck entstand, musste ich mich beeilen und p├╝nktlich sein.
Kaum war ich an meinem Wohnungsw├╝rfel angekommen, warf ich meine Sporttasche in den Flur und lief zum Bad, in dem ich mich aus den verschwitzten Kleidern sch├Ąlte und mich duschte. Auch meine verschwitzten Haare wusch ich mir - nicht ohne jedoch vorher nochmal hindurchzufahren, wie es zuvor Jaro getan hatte. Ein vertr├Ąumtes Seufzen entwich mir, ehe ich mich wieder zusammenriss und mich s├Ąuberte. Trocken und mit einem Handtuch um die H├╝fte bekleidet lief ich zu meinem Zimmer, in dem ich den Kleiderschrank aufriss. St├╝rmisch riss ich ein paar Hemden und Hosen heraus, hielt sie vor mich, ehe ich sie auf den Boden pfefferte, wo bereits schon etliche Kleidungsst├╝cke verstreut herumlagen. "Ich habe nichts anzuziehen!", st├Âhnte ich frustriert und wollte schon mein Handy z├╝cken, um mir etwas neues zu bestellen, als ich ein weibliches Lachen hinter mir vernahm. "Nichts anzuziehen? Sieh dich doch mal um!", kommentierte meine Schwester meine Verzweiflung. "Was ist denn ├╝berhaupt los? So aufgew├╝hlt habe ich dich schon lange nicht mehr gesehen", wollte sie wissen, was mich zum Seufzen brachte. Unruhig zerrte ich weitere Hemden von ihren B├╝geln, als ich anfing, ihr zu erz├Ąhlen. "Jaro ist wieder da." Bereits diese knappe Aussage reichte aus, damit sie verstand. "Habt ihr euch getroffen?" Ich nickte nur stumm und streifte mir ein Hemd ├╝ber, ehe ich es wieder auszog und zu Boden warf. "Ich brauche irgendwas, das schick aussieht, aber nicht so schick, dass er denkt, ich h├Ątte mich f├╝r ihn herausgeputzt", erkl├Ąrte ich ihr mein Dilemma, in der Hoffnung sie k├Ânnte mir helfen. Schlie├člich besch├Ąftigte sich Manon doch mit Mode und Design. "Und sportlich sollte es auch sein", fuhr ich fort. Die Blondine warf mir ein beruhigendes L├Ącheln zu und deutete auf mein zugem├╝lltes Bett. "Setz dich. Ich such dir was h├╝bsches raus", meinte sie und ich befolgte ihre Anweisung. Wenn sie nicht gewesen w├Ąre, w├Ąre ich schon l├Ąngst durchgedreht. "Meinst du..., es war richtig, ihm noch eine Chance zu geben?", fragte ich nach einer Weile des Schweigens leise nach. "Probier das mal an", entgegnete sie ruhig und reichte mir Unterw├Ąsche sowie ein lockeres, schwarzes Shirt. W├Ąhrend sie nach einer passenden Hose suchte, kleidete ich mich an und wartete auf eine Antwort. "Domi.. das kann ich dir leider nicht beantworten. Wenn er dich gl├╝cklich macht, freue ich mich f├╝r dich, aber sollte er dir nochmal weh tun, kann ich f├╝r nichts garantieren", erkl├Ąrte sie mir nach einer Weile und reichte mir eine ebenfalls schwarze Jogginghose, auf der neongelbe Flecken versprenkelt waren. Stumm nickte ich und lie├č mir ihre Worte durch den Kopf gehen. "Danke..", war das Einzige, was ich dazu sagen w├╝rde. Es tat gut, sie hinter mir zu wissen. Egal, was ich tat, sie w├╝rde es unterst├╝tzen. "Kauf nur bitte nicht noch mehr unn├Âtigen Krempel. Du bist schlie├člich nicht derjenige, der hier hinterherr├Ąumen muss." Fast alles. "Manon, ich hab dich nie darum gebeten, mir nachzur├Ąumen", murmelte ich augenrollend, f├╝hlte mich jedoch schon sicherer als zuvor. Dankend dr├╝ckte ich ihr einen Kuss auf die Wange, ehe ich auch schon in meine Schuhe schl├╝pfte und mich auf den Weg machte, damit ich noch rechtzeitig kam.
Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich sogar noch f├╝nf Minuten zu fr├╝h war. Jetzt hie├č es nur noch warten. Ich setzte mich auf eine Bank, die in der N├Ąhe des Parkeingangs stand. Sollte Jaro kommen, m├╝sste er an mir vorbeikommen. Genauso w├╝rde ich ihn sehen, sobald er in den Park trat. Geduldig blieb mein Blick am Eingangstor h├Ąngen. Erst nach einer kleinen Weile schaute ich auf meine Uhr. Es war acht Minuten nach unser vereinbarten Zeit. Eigentlich wollte ich ja nicht warten, doch sicherlich gab es eine plausible Erkl├Ąrung f├╝r seine Versp├Ątung. Bestimmt kam er jeden Moment. Bestimmt hat er nur einen Bus verpasst. Oder er hat den Eingang vom Park nicht sofort gefunden. Oder er hat einer ├Ąlteren Dame ├╝ber die Stra├če geholfen. Oder er brauchte genauso lange f├╝r die Kleiderauswahl wie ich. Oder er ist einem anderen alten Bekannten begegnet und wurde in ein Gespr├Ąch verwickelt. Oder er hatte sich doch noch ein St├╝ck Kuchen genehmigt. Ich sammelte einige Gr├╝nde, die f├╝r seine Versp├Ątung sprachen, w├Ąhrend ich weiter auf ihn wartete. Mittlerweile war es schon eine Stunde, die er zu sp├Ąt war.
Ob er vielleicht einen Unfall hatte? Ich griff nach meinem Handy, um ihn anzurufen, um zu wissen, ob es ihm gut ging. Da fiel mir auf, dass ich seine neue Nummer gar nicht kannte. Seine alte habe ich solange gew├Ąhlt, bis mir gesagt wurde, dass sie nicht mehr existierte. Es machte keinen Unterschied. Er war seit seinem Verschwinden ohnehin nie mehr rangegangen. Neben meine Sorge um meinen Freund schlich sich langsam das Bedenken, dass er nicht mehr erscheinen w├╝rde. Er hatte nie vor zu kommen. Es hatte ihm nicht gereicht, mir einmal das Herz zu brechen. Wahrscheinlich w├╝rde er sich irgendwo dar├╝ber kaputtlachen, wie d├Ąmlich ich doch war. Aber nein. So war der T├Ąnzer nicht. Wann immer er bei mir war, f├╝hlte ich mich wohl. Sicher. Akzeptiert. Geliebt. Dieses Gef├╝hl h├Ątte er mir niemals vermitteln k├Ânnen, wenn er mich eigentlich gar nicht leiden konnte. Er w├╝rde noch kommen. Er wurde nur durch irgendwas aufgehalten. Das musste es sein.
Weitere Stunden zogen vorbei. Der Park leerte sich langsam und die Sonne ging unter. Manon w├╝rde mich morgen sicherlich ins Grab bringen, wenn sie die ganzen Pakete sehen w├╝rde, die ich in den letzten Stunden bestellt hatte. Allm├Ąhlich wurde es ziemlich frisch und es bildete sich eine G├Ąnsehaut auf meinen Armen. Dummerweise hatte ich mir zwar viele Gedanken ├╝ber mein Outfit gemacht, aber keine Jacke eingepackt. Vielleicht sollte ich gehen. Es sah nicht danach aus, dass er noch kommen w├╝rde. Meine Vernunft sagte mir, dass ich nach Hause gehen sollte. Doch mein Herz beharrte weiter darauf zu warten. Wenn ich jetzt gehen w├╝rde, w├╝rde das bedeuten, dass ich ihn aufgab. Es w├╝rde hei├čen, dass er sich nicht nur versp├Ątet hatte, sondern dass er gar nicht erscheinen w├╝rde. Das wollte, konnte ich nicht wahrhaben. Mittlerweile vermischte sich das Licht der Stra├čenlaternen mit dem milchigen Mondlicht. Ein Anblick, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, schlief ich schlie├člich schon l├Ąngst zu dieser Zeit.
Eine Silhouette, die durch die Gr├╝nanlage huschte, zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Konnte es wirklich sein...? Meine Hoffnung, die nur noch aus einem k├╝mmerlichen H├Ąufchen bestand, brachte mich dazu, aufzustehen und darauf zuzugehen. Tats├Ąchlich war es mein ehemaliger Tanzpartner, der nach mir zu suchen schien, wie ich erkennen konnte. Meine Wut und Entt├Ąuschung, die er in mir ausgel├Âst hatte, war vergessen. Ich hatte mir schon W├Ârter zusammengelegt, die ich ihm an den Kopf werfen wollte, doch mit seinem Anblick waren sie alle vergessen. Er hatte mich nicht versetzt. Er war nur etwas sp├Ąt dran. Tr├Ąnen der Erleichterung stiegen mir in die Augen, ehe ich laufend die letzten Meter zwischen uns ├╝berwand und mich zitternd in seine Arme st├╝rzte. Ob es M├╝digkeit oder Verzweiflung war, konnte ich mir nicht erkl├Ąren. Ich dachte ├╝ber mein f├╝r mich untypisches Verhalten nicht weiter nach und genoss einfach nur seine W├Ąrme, nach der sich mein erkalteter K├Ârper sehnte. Seine N├Ąhe, die mir versicherte, dass er wirklich da war.
All die Wut und Verzweiflung, ja, sogar die K├Ąlte war ausgeblendet, als h├Ątte sie niemals existiert. Jaro schaffte es wieder, meine komplette Welt auf den Kopf zu stellen und das allein durch seine Anwesenheit. Ob ich richtig handelte? H├Ątte ich auf ihn warten sollen? Mehrere Stunden? Was war mit meinem festen Zeitplan, der vorgesehen hatte, dass ich schon l├Ąngst in meinem Bett lag? Alles, was ich mir die letzten Jahre geschworen und antrainiert hatte, alles was mir heilig war, warf ich ├╝ber Bord. Und wof├╝r? F├╝r eine klitzekleine Chance auf ein bisschen Gl├╝ck, das jede Sekunde wie Glas zersplittern konnte. Ich sollte ihn von mir sto├čen, ihm sagen, dass er mich nicht weiter versetzen konnte. Ich ihm keine weitere Chance gab. Nichtsdestotrotz tat ich nichts dergleichen. Ich konnte, nein, ich wollte ihn nicht loslassen. Als er die Umarmung lockerte, wollte ich protestieren, doch die Kraft fehlte mir dazu. So lie├č ich es zu und lie├č seine Hand meinen Kopf anheben, sodass ich ihn anschauen musste. Von seinem unbeschwerten Dauergrinsen fehlte jede Spur. Ein unvollst├Ąndiges Gestammel floss stattdessen aus seinem Mund, was ich so gar nicht von ihm kannte. Hatte er sonst nicht f├╝r jede erdenkliche Lage einen Spruch auf Lager? Selbst als die Direktorin der Tanzakademie uns mit Alkohol im Probenraum erwischt hatte, was strengstens verboten war und wir alles andere als n├╝chtern waren - auch wenn ich nicht viel Intus hatte - , schaffte er es, sie von unserer Unschuld zu ├╝berzeugen. Aber was war jetzt los? Fragend bildeten sich Falten auf meiner Stirn. Was wollte er mir sagen?
Ich kam nicht dazu, ihn zu fragen, da er im n├Ąchsten Moment meine Lippen mit den seinen verschloss. Es kam so pl├Âtzlich, dass ich ├╝berfordert die Augen aufriss. Starr wie eine Statue stand ich einfach nur da und lie├č es geschehen. Gleichzeitig brachte er meinen gesamten K├Ârper zum Kribbeln. Es war nur eine zarte Ber├╝hrung und dennoch tobte mein Innerstes, als w├Ąre ich von einem Hurricane erfasst worden. Es war das, was ich mir schon so lange gew├╝nscht hatte, zeigte es mir doch, wie viel ich ihm bedeutete. Noch immer bedeutete. Auch wenn er sich viel zu schnell wieder von mir l├Âste, f├╝hlte ich mich ihm so nahe wie schon lange nicht mehr.

BESCHREIBUNG

Antworten

Mellivora

22, Weiblich

  6. Fanfiction Writer

Ambitionierter Teilnehmer

Beitr├Ąge: 469

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von Mellivora am 09.02.2022 18:01


Back to the Beginning


Playpartner: blackmooncreature (Von einer anderen Seite)
 Content/Trigger Warning: -
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene:
Ich glaube, die Szene kann gut f├╝r sich alleine stehen. Es handelt sich um einen Videoausschnitt, den Curtis auf einer versteckten Speicherkarte findet, gerade als er glaubt, dass er Kylan niemals wiedersehen wird. Das Rpg hat mich Jahre lang begleitet, durch schwere Zeiten und jede Menge Trubel hindurch. Kylan und Curtis, die die ganze Zeit zusammen waren, aber auch irgendwie nicht, die sich zerstritten und geliebt haben, sich immer wieder verlie├čen und wiederfanden, liegen mir immer noch sehr am Herzen.




Textstelle (Eine Videoaufnahme von Kylan an Curtis)

"Sch├Ân, ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du verstehst, wie man eine Kamera benutzt und sie nicht kaputt machst. Wenn du das hier siehst, komme ich nie wieder. Nein, Spa├č. Ich komme nur f├╝r einige Zeit nicht wieder. Und damit du mich auch sch├Ân vermisst, habe ich dir das hier hinterlassen.
Du sagtest, du w├╝rdest wissen wollen, was ich in dir sehe. Nat├╝rlich. Du w├╝sstest gerne, was in meinem Kopf vorgeht, huh? Du w├╝sstest gerne, was ich von dir denke. Also gut, dann lass es mich erkl├Ąren. Das ist das erste und das letzte Mal, dass du sonen Vortrag von mir h├Âren wirst. Also verlier die Karte besser nicht. Das hier wird n├Ąmlich das Ehrlichste und Pers├Ânlichste sein, was du je von mir zu h├Âren bekommst.
Du ... bist der erste Mensch, der mich ernsthaftig interessiert hat, glaube ich. Neben Leo. Du sa├čt da in der Cafeteria und hast mir aus einer Laune heraus den Mittelfinger gezeigt und allein das hat schon mein Interesse geweckt. Ich war neugierig, deshalb bin ich auf deine Provokation eingegangen. Ich habe nicht gelogen: Ich konnte dich nicht leiden. Vielleicht gerdade deshalb, weil du auf mich den Eindruck gemacht hast, du w├╝rdest ├╝ber den Dingen stehen, man k├Ânnte dich durch nichts beeindrucken, als w├Ąrest du ein einsamer Wolf, aber gl├╝cklich damit. Und ja, manchmal ging mir dein Getue auf die Nerven. Aber die Zeit in Griechenland zwang mich, meine Meinung Grundlegend zu ├Ąndern. Ab dem Moment, in dem ich das wilde Funkeln in deinen Augen gesehen habe, als wir am Meer ankamen, wusste ich, dass ich dich nicht mehr gehen lassen w├╝rde. Es kam so pl├Âtzlich und doch war ich mir irgendwie ziemlich sicher. Ich erkannte, dass sich da so viel mehr in dir verbirgt. Chaos. Du bist Chaos, Curtis. Du hast mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, du warst der Wind, der meinen sorgsam gestapelten Papierhaufen zerst├Ârt hat. Du bist sehr wankelm├╝tig und steigerst dich gern in Dinge rein. Ich glaube dir - du f├╝hlst viel. Und wenn du dich deinen Emotionen hingibst, f├╝hlst du auch richtig. Mit allem. Deinem K├Ârper, deiner Stimme, deinen Augen, deinem Herzen, deiner Seele. Dann ist es, als w├╝rde ich ertrinken. Denn das, was du tust, ist Ehrlichkeit.
Ich f├╝hle mich, als w├╝rde ich langsam darin versinken, wie eine Biene in ihrem eigenen Honig. Ich glaube, du durchschaust die Menschen. Mehr oder weniger. Aber du versuchst es zumindest, deshalb verstehe ich nicht, warum du dir ausgerechnet mich herausgesucht hast. Obwohl du sagtest, du w├╝rdest lernen, dir selbst zu helfen, brauchst du doch jemanden, an dem du dich orientieren kannst. Insofern, dass du einen Weggef├Ąhrten brauchst. Jemanden, den du zeigen kannst, wer du bist und was in dir vorgeht. Was aber nicht hei├čt, dass du von den Menschen um dich herum abh├Ąngig bist. Du bist wild und frei, gleichzeitig irgendwie exotisch und mutig. Als ich sagte, der Name Ara w├╝rde zu dir passen, meinte ich das ernst. Du bist unheimlich tapfer, weil du lebst und dich nicht unterkriegen l├Ąsst. Und weil du echt bist.
Ich bin dir dankbar daf├╝r, dass du meine Sonne sein willst. Dass du dich an meinen Stacheln verletzt und doch an meiner Seite bleibst. Und obwohl du wei├čt, dass ich eines Tages fort sein werde. Wenn du glaubst, dass ich nach meinem Schulabschluss noch was mit dir zu tun habe, hast du dich geschnitten."


Fledermaeuse_3.jpg

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.02.2022 18:04.

CheshireCat_86

71, Weiblich

  12. Famous Novelist

Amateur-Unterhalter

Beitr├Ąge: 12895

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von CheshireCat_86 am 09.02.2022 18:56

                                                       Krieg und Liebe                                                           

 

Playpartner: Susn
Content/Trigger - Warning: Etwas drastische Beschreibungen, die vielleicht nichts f├╝r empfindliche M├Ągen sind. Morde, Blut und allerlei unnat├╝rliche Ereignisse.
Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und zur Szene: Das RS besteht seit August 2020 ÔÇô es spielt in einer Welt, in der magisch Begabte und nicht-magische Wesen, friedlich koexistieren. In dieser Welt gibt es verschiedene Reiche, die nicht unbedingt immer in Frieden leben. Eines davon ist der Austragungsort dieses RS. Es geht um einen General, der magisch begabt ist, das aber verbergen muss, da er kein Mensch ist. Seine Rasse wurde vor vielen Jahren ausgel├Âscht ÔÇô so glaubt man ÔÇô da sie zu m├Ąchtig wurden. Dieser Einzelg├Ąnger trifft auf eine recht sture, unabh├Ąngige Prinzessin, die so gar nicht den Erwartungen ihrer Familie ÔÇô oder des Generals entspricht. Denn dieser hat die ÔÇ×ruhmreiche" Aufgabe sie zu schleifen, damit sie eine gute Partie gibt. Doch bald schon merken genau diese beiden, dass sie ein Teil eines viel Gr├Â├čeren sind. Denn sie lebten schon hunderte von Leben. Nun m├╝ssen sie zusammenarbeiten, um diesen verdammten Fluch zu l├Âsen. Und dass ÔÇô ohne dass sie ihre eigentlichen Aufgaben vernachl├Ąssigen. Denn in diesem Land und dieser Welt ist selten etwas, wie es scheint... So wurde gerade der Palast von den Rebellen ├╝berrannt. ├ťberall ist noch das Chaos vom Angriff, die (inzwischen) K├Ânigin geriet ebenfalls ins Kreuzfeuer... (Kurzer Auszug: Und nachdem wir SO lange ÔÇ×hingearbeitet haben" kommt es endlich zum 1. H├Âhepunkt... er k├╝sst sie... *_____* Bekomm jetzt schon wieder Pipi in die Augen...)

Textstelle:
Daemon verdrehte die Augen bei Aidans scherzenden Spr├╝chen und musste sogar etwas schmunzeln, aber ihm fehlten schlichtweg die Nerven, um darauf antworten zu k├Ânnen. Die Sorge um Cat, die h├Ąmmernden Kopfschmerzen, die brennenden Muskeln und der Versuch, m├Âglichst alles im Blick zu behalten, forderten seinen Verstand im Moment schon genug. Es war unglaublich frustrierend, wie langsam sie in den eigentlich recht breiten und oftmals leeren G├Ąngen des Palastes voran kamen und Daemon h├Ątte am liebsten r├╝cksichtslos alle, die ihm im Weg standen und nicht sofort Platz machten, weggesto├čen. Sie musste so schnell wie m├Âglich Cat finden. Daemon wollte gar nicht an die M├Âglichkeit denken, dass Rebellen sie m├Âglicherweise in diesem Moment angriffen und sie ohne ihre Magie so schrecklich verwundbar war. Er hoffte inst├Ąndig, dass sie irgendwelche Waffen bei sich trug und sich so lang verteidigen konnte, bis sie sie gefunden hatten. Ansonsten... ansonsten w├╝rde er den Verstand verlieren. Als sich das Bild einer auf dem Boden in ihrer eigenen Blutlache liegenden Cat mit leeren, seelenlosen Augen in seinen Verstand schob, f├╝hlte es sich an, als w├╝rde ihm jemand die Luft abschn├╝ren und die Vorstellung vernebelte seine Gedanken. Nein, er durfte sich jetzt nicht davon verr├╝ckt machen lassen. Cat war eine hervorragende K├Ąmpferin und sie w├╝rde durchhalten. Sie konnte das schaffen. Daemon beschleunigte seine Schritte, schob das Bild in die Untiefen seines Bewusstseins und k├Ąmpfte sich weiter mit Aidan bis zur Bibliothek vor. Sie suchten und in Daemon staute sich vor lauter Sorge immer mehr von seiner dunklen Macht an, die nur darauf wartete, dass jemand diese grauenhaften Fesseln l├Âsen w├╝rde. Rei├č dich zusammen. Verlier jetzt nicht die Nerven. Ermahnte er sich selbst...h├Ątte aber kurz darauf beinahe seine Selbstbeherrschung aus dem Fenster geworfen und auf dem Boden des Ozeans versenkt, als er den toten Assassinen sah. Sie waren schon eingedrungen und es gab keine Spur von Cat. Wo verdammt nochmal war sie? Aidans anerkennender Kommentar ging in dem Chaos seiner eigenen Gedanken unter und er folgte seinem Freund einfach, denn es schien ihm, als h├Ątte er einen vern├╝nftigen Plan und einen recht k├╝hlen Kopf ÔÇô was er von sich selbst nicht gerade behaupten konnte. Er war in der Lage zehntausend M├Ąnner souver├Ąn und ohne jeden Zweifel zu f├╝hren, konnte mitten im Gefecht Strategien ├Ąndern, wenn es schon komplett aussichtslos f├╝r sie schien, aber wenn es um seine Cat ging... Da waren Ruhe, Geduld und Besonnenheit f├╝r ihn ein Fremdwort. Ihre Liebe, ihre G├╝te und Treue, ihre wundervolle Art... all das hatte sich so tief in sein Herz gegraben und wenn ihm das jemand nehmen w├╝rde... Sein Herz, seine Seele und sein ganzes Sein w├╝rde in unendlich viele St├╝cke zerspringen und er wusste selbst nicht einmal, was er dann tun w├╝rde... zu was f├╝r einem Monster er werden w├╝rde. Dann w├Ąre die Prophezeiung des Weltuntergangs gar nicht so unwahrscheinlich.

Sie betraten den Gang und ihm fiel ein weiteres Mal auf, dass ganz normale menschliche Augen in der Dunkelheit so gut wie nicht zu gebrauchen waren. Er war ├Ąu├čerst froh, dass Aidan schlie├člich sein Feuer nutzte und ihnen den Weg ausleuchtete. Wer wei├č, wie oft er sich sonst gesto├čen h├Ątte. Sie rannten fast durch den schmalen Gang und reduzierten ihr Tempo nur, wenn es ├Ąu├čerst eng oder so niedrig wurde, dass sie nicht mehr vern├╝nftig aufrecht stehen konnten. Die k├╝hle Luft und die Dunkelheit beruhigten f├╝r einen Moment seinen rasenden Gedankenstrom und er h├Ątte kurze Zeit sp├Ąter fast wieder klar denken k├Ânnen, wenn er nicht diese abscheulichen Ger├Ąusche vor sich geh├Ârt h├Ątte. Schl├Ąge, St├Âhnen, schnelle und flache Atmung. Ohne auch nur einmal hinsehen zu m├╝ssen, wusste er, was sich da f├╝r eine Szene vor ihnen auftun w├╝rde, allerdings betete er stumm, dass es sich lediglich um dumme Soldaten und nicht um Cat handelte. Ein kurzer Blick an Aidan vorbei best├Ątigte allerdings seine Bef├╝rchtungen und das Monster in seinem Inneren br├╝llte auf, rammte sich mit aller Kraft gegen die Barrieren des Magie-Unterdr├╝ckers und es kostete ihn unfassbar viel Kraft, unter den Schmerzen der zwei konkurrierenden M├Ąchte nicht zusammen zu brechen. Nur noch ein kleines bisschen. Cat ist da. Halt noch kurz durch. sagte er sich immer und immer wieder. In dem langen Gang hallte von den W├Ąnden pl├Âtzlich das Kreischen von aufeinander reibendem Metall wieder und Daemon suchte fieberhaft nach aufeinanderschlagenden Klingen, die dieses Ger├Ąusch verursachen k├Ânnten ÔÇô doch als es nochmal erklang, ganz nah diesmal, verstand er endlich, dass es sein Armreif war, der von immer mehr Rissen durchzogen wurde. Noch nicht. Rei├č dich zusammen. Halte es noch kurz aus. dachte er, st├Âhnte aber auf, als eine neue Welle der Schmerzen durch seinen K├Ârper brandete. Aidan st├╝rmte sogleich nach vorn, als sie die K├Ąmpfenden erreicht hatten und riss den ersten Rebellen um. Ein zweiter wollte sich auf Aidan st├╝rzen, doch Daemon war schneller. Er packte ihn am Hinterkopf und schlug ihn so fest gegen die Wand, wie er konnte. Aus dem Augenwinkel sah Daemon die blutigen H├Ąnde des Mannes und ein b├Âsartiges Knurren entfuhr ihm, denn er sah bildlich vor sich, wie sie Cat gequ├Ąlt und verletzt hatten. Der Mann wollte sich wehren, doch erstarrte, als er Daemons rachedurstigen Blick sah... und das gl├╝hende Metall des Magie-Unterdr├╝ckers. Daemon hob seinen Unterarm und dr├╝ckte ihm den Armreif mitten ins Gesicht, bevor sich der Rebell freik├Ąmpfen konnte. Ein Zischen, gefolgt von dem ekelerregenden Geruch nach verbrannter Haut erf├╝llte die Luft und der fremde Mann kam nicht mal dazu zu schreien, denn Daemon hatte sich das Messer im G├╝rtel des Assassinen geschnappt und es ihm bis zum Anschlag in die Brust gerammt. Von der S├╝dseite drangen laute Rufe und Kampfgeschrei zu ihnen und er h├Ârte nur am Rande seines Verstandes, wie Aidan ihn fragte, warum Cat nicht von selbst heilte. ÔÇ×Preis der M├Ânche f├╝r meinen Magie-Unterdr├╝cker." Rief er ihm zu und es konnte ihm nicht egaler sein, ob Aidan ihn verstand, denn er hatte nur Augen f├╝r Cat. Sie sah schrecklich aus. Voller Blut, Schrammen, blauen Flecken, zerrissene Kleidung, zerzauste Haare und gehetzter Blick. Er hockte sich vor sie und sie verstand auch ohne Worte, was sie tun musste. W├Ąhrend sie den Armreif f├╝r ihn ├Âffnete und die Schatten in ihm ganz ungeduldig auf ihre Freilassung warteten, sodass er sich fast nicht mehr konzentrieren konnte, nahm er ihr Gesicht sanft in seine H├Ąnde und strich mit dem Daumen ├╝ber die Schnitte an ihrer Wange. Er pr├Ągte sich jeden Zentimeter, jedes noch so kleine Detail ein ÔÇô ihre wundervoll geschwungenen Lippen, die gerade und edle Nase, die ger├Âteten Wangen, die sanften blauen Augen, die ihn jederzeit an einen ruhigen See voller Leben und Freude erinnerten. Diesen Anblick brannte er in sein Ged├Ąchtnis, f├╝r den Fall, dass all das hier aus dem Ruder laufen w├╝rde ÔÇô f├╝r den Fall, dass einer von ihnen im Kampf sterben w├╝rde. Wenn es heute f├╝r ihn enden w├╝rde... bei seinem letzten Atemzug w├╝rde er ihr Gesicht vor sich sehen und es f├╝r alle Ewigkeit in seinem Herzen behalten, bis sie sich irgendwann wiedersehen.

Diese Vorstellung, die ihm f├╝r einen winzigen Moment einen unwirklichen Frieden gegeben hatte, wurde von br├╝llenden Schatten verschlungen. Sie jagten durch seinen K├Ârper, lie├čen ihn erzittern und er hatte das Gef├╝hl, er k├Ânne zum erstem Mal wieder frei atmen. All die Macht und sein ganzes Sein kehrten wieder zur├╝ck, befreit von den unbarmherzigen Ketten und dem magischen K├Ąfig. Er f├╝hlte sich endlich wieder lebendig ÔÇô wieder wie er selbst. Er legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen, genoss das Gef├╝hl, welches er in den letzten Monaten voller Torturen und Elend fast vergessen hatte. Er wollte alles raus lassen, wollte sich entfalten, wollte die Welt sehen und sp├╝ren lassen, was sie da eingesperrt hatten ÔÇô doch er hielt sich zur├╝ck, obwohl er nicht den blassesten Schimmer hatte, woher diese unfassbare Selbstbeherrschung kam. Gleich. Gleich darf ich. Nur noch ein kleines bisschen. sagte er sich immer und immer wieder. Ich verletze ansonsten Cat. Ich verletze ansonsten Aidan. Ich muss die beiden von mir selbst sch├╝tzen. Ich halte das noch durch. Nicht mehr lang. Er atmete tief durch und das Zittern, welches er zuvor nur innerlich gesp├╝rt hatte, erfasste nun tats├Ąchlich seinen K├Ârper und er konnte seine Finger fast nicht mehr still halten an Cats Gesicht. ÔÇ×Habe ich freie Hand, Cat?" fragte er sie eindringlich und ihr leichtes Nicken erleichterte ihm die Verteidigung um einiges.Neben ihnen materialisierte sich Rhoa und er wirkte so kraftvoll und real wie noch nie zuvor. Seine sanften Augen erfassten Cat und man k├Ânnte meinen, dass sich ein freudiger Ausdruck sich in ihnen spiegelte ÔÇô er freute sich, sie wiederzusehen. Doch dann wandte er sich an Daemon, welcher ihn erst ansah. ÔÇ×Zu Lhiana. Ohne Umwege. Besch├╝tze sie." Sagte er scharf und Rhoa verschwand nur einen Wimpernschlag sp├Ąter in der Dunkelheit. Doch an der Stelle, wo gerade noch Rhoa gestanden hatte, formte sich aus den Tiefen der Schatten des Ganges ein weiteres Wesen. Dieses war gr├Â├čer als Rhoa, breiter und sein Blick war komplett kalt, gef├╝hllos. Ein t├Âdlicher J├Ąger wie Daemon selbst. Es war eine Art Wolf ÔÇô allerdings verschwammen seine Konturen bei jedem einzelnen Schritt und formten sich teilweise zu einem ganz neues Wesen, bevor sie sich wieder zu Gestalt eines Wolfes zusammensetzten. ÔÇ×R├Ąum im Palast auf. Keine Gnade. Jeder Feind wird ausgel├Âscht." Befahl Daemon ihm und mit einem Knurren, dass jedem Menschen in die Knochen fuhr, verschwand er ÔÇô kurz darauf h├Ârte man in der Dunkelheit des Ganges, von dort, wo Aidan und er gerade noch hergekommen waren, gellende Schreie, das Rei├čen von Fleisch und das Splittern von Knochen.

Nun sah Daemon endlich wieder zu Cat und das Zittern wurde etwas geringer, da er nun schon einen Teil seiner Schatten freigelassen hatte. Er atmete heftig und sein Kopf war wie leer gefegt, er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, als er in ihre ersch├Âpften Augen sah und das Blut aus einer ihrer Wunden ihm ├╝ber die Hand lief. ÔÇ×Ach, schei├č drauf." Murmelte er und k├╝sste sie so leidenschaftlich wie noch nie zuvor. Der metallische Geschmack ihrer aufgesprungenen Lippe breitete sich in seinem Mund aus, aber das war ihm egal. Er legte all die lang verborgenen und unterdr├╝ckten Gef├╝hle in diesen Kuss und lie├č einfach zu, dass sie sein Herz fluteten. General-Major Vesemir, welcher seinen Posten als Lasalles rechte Hand vor ihm innehatte, hatte einmal zu ihm gesagt: /Ein Herz, erf├╝llt mit Liebe und Gl├╝ck, wird im Kampf immer siegen. Wenn es drauf ankommt, mein Junge, dann verschlie├č es nicht und lass dich von ihm befl├╝geln. Es verleiht dir Kr├Ąfte, wie du sie noch nie gekannt hast./ Jetzt wusste Daemon genau, was er damit gemeint hatte. Seine Schatten wirbelten in ihm, nahmen die ganze Liebe und das leidenschaftliche Brennen f├╝r Cat in sich auf... und fuhren ohne sein Zutun in Cat, suchten sich ihren Weg zu ihrer Seele und schlugen, bevor Daemon sie zur├╝ckhalten konnte, in ihren Grundmauern ein. Das Gef├╝hl seiner tiefen Liebe durchstr├Âmte jede Faser ihres K├Ârpers und in ihren Gedanken hallte ein inniges ÔÇ×Ich liebe dich so sehr, Cat." wieder. Die Schatten l├Âsten die letzten Ketten, mit welchen den Hohepriester ihre Magie festgesetzt hatte und nahmen das heilende und w├Ąrmende Licht mit an die Oberfl├Ąche.

Daemon ├Âffnete die Augen und sah sie voller Erstaunen und Ehrfurcht an. Ein sanft schimmerndes Licht umgab Cat wie eine Aura. Ihre Augen strahlten so hell wie die Sonne und sie k├Ânnte ohne Zweifel eine K├Ânigin seines Volkes sein. "Du bist so wundersch├Ân..." fl├╝sterte er. Daemon gab nun selbst seine menschliche Gestalt auf, wurde in Dunkelheit getaucht und zusammen waren sie perfekt. Licht und Schatten, vereint in einem wunderbaren Gleichgewicht.

Er h├Ątte stundenlang hier bei ihr sitzen und gedankenverloren ihre Sch├Ânheit und Reinheit betrachten k├Ânnen, doch dieser wundervolle Moment wurde von Aidans Rufen und dem Zischen eines Wurfmessers unterbrochen ÔÇô Daemon konnte nicht schnell genug reagieren und beobachtete blo├č voller Entsetzen, wie sich das Messer in Cats Seite bohrte und das Licht erlosch. Ihm entfuhr ein wutverzerrtes Br├╝llen, welches die Mauern des Palastes erzittern lie├č. Er erhob sich, wurde in der gleichen Bewegung vollst├Ąndig zu Schatten und raste durch den Gang in Richtung Ausgang. Aidan wurde einfach umgerissen, als h├Ątte ihn ein Troll mit seiner riesigen Keule erwischt und dann zu Boden gedr├╝ckt. V├Âllige Dunkelheit umgab ihn und seine Flammen wurden ohne weiteres von den schwarzen Nebelschwaden verschluckt. Er h├Ârte nur die qualvollen Schreie und das Zusammensacken der M├Ąnner, die es trotz seiner starken Verteidigung in den Gang geschafft hatten ÔÇô und drau├čen explodierte die Nacht. Es wurde auf einmal totenstill, als w├╝rde die ganze Welt den Atem anhalten ÔÇô selbst das Meer, die B├Ąume und die V├Âgel waren verstummt. //Nehmt euch in Acht vor dem Zobrie Morghon. Erlangt er seine volle Macht wieder, kann er der Untergang Thalyrias sein und nur ihr werdet in der Lage sein, diesem D├Ąmon Einhalt zu gebieten. ├ťberlegt euch gut, ob ihr dieses Monster aus seinem K├Ąfig lassen wollt.// hallte Volethamirs Stimme in Cats Kopf wieder.

Gideon k├Ąmpfte gerade noch Seite an Seite mit Reed gegen drei Rebellen, als die Dunkelheit sie erfasste. Er wurde leichenblass und sein Herz setzte kurz aus. ÔÇ×Wir haben versagt..." fl├╝sterte er entsetzt. Er war sich absolut sicher, dass jetzt das Ende kam und der Fluch von Neuem beginnen w├╝rde. Daemon w├╝rde sie in den Abgrund rei├čen und sie konnten rein gar nichts dagegen tun. Dann war es egal, ob Rebell, Adliger, Soldat, Freund oder Feind. Sie w├╝rden... doch pl├Âtzlich zog sich die Dunkelheit zur├╝ck zu ihrem Meister und das glei├čende Licht der Sonne lie├č ihn f├╝r einen Moment erblinden. Er musste mehrmals blinzeln, um die Situation vor sich erkennen zu k├Ânnen. Die Rebellen standen ihnen noch immer gegen├╝ber, schienen jedoch ebenso ├╝berrumpelt und eingesch├╝chtert von dem, was sich da an der s├╝dlichen Flanke abspielte. Als von dort Kampfesschreie ert├Ânten, hoben sie nun auch wieder die Waffen und setzten ihren Angriff fort.

Daemon stand auf dem kleinen Platz an der S├╝dseite des Palastes, welcher Teil des Palastgartens war und von h├╝bschen Pergolas, Sitzecken, B├╝schen und B├Ąumchen umgeben war... die nun alle vollst├Ąndig zertr├╝mmert am Boden lagen. Seine Gestalt war ÔÇô im Vergleich zu dem Monster, welches damals in der Trainingshalle Ano vernichtet hatte ÔÇô noch recht menschlich. Unter den wabernden Schatten erkannte man ganz leicht die Konturen seines K├Ârpers, die allerdings immer wieder verschwammen, sobald er sich bewegte. Er hatte Aidan versprochen, nicht die Kontrolle zu verlieren und den anderen, abgrundtief b├Âsen Teil seiner selbst zur├╝ckzuhalten. Also w├╝rde er sich auch daran halten. Er hatte seinen Freunden gegen├╝ber schon einmal ein Versprechen gebrochen... das w├╝rde ihm nie wieder passieren. ├ťber den D├Ąchern des Palastes braute sich ein Sturm zusammen, welcher dunkle, schwere Wolken mit sich brachte und als sich die Rebellen auf der S├╝dseite aus ihrer Schockstarre l├Âsten, grollte der Donner ├╝ber ihnen wie das Knurren eines Drachen.

Es waren deutlich mehr, als Daemon gedacht hatte und er war sich sicher, dass er alle H├Ąnde voll zu tun haben w├╝rde, sie vom Palast und von Cat fernzuhalten. Er w├╝rde jeden einzelnen von ihnen vernichten. Er schlug eine blutige Schneise durch die Reihen der Angreifer, vernichtete sie in einem t├Âdlichen Tanz mit der Pr├Ązision f├╝r die er bekannt war und gef├╝rchtet wurde ÔÇô und nun sollten seine Feinde auch lernen, seine Macht zu f├╝rchten. Ein unglaubliches Schauspiel entfaltete sich vor den Augen derer, die das Gefecht an der S├╝dseite beobachten konnten. Flammen und Zauber schossen ├╝ber den Himmel, wurden vollends von Schatten verschluckt, bevor sie den Palast treffen konnten. Sie formten sich wiederum zu drachen├Ąhnlichen Wesen, die auf das Schlachtfeld herab st├╝rzten und Rebellen mit den Krallen zerfetzten oder beim Einschlag in den Boden unter sich begruben. Ger├Ąusche wie Kanonenschl├Ąge hallten ├╝ber die Klippen, wenn Magie auf Magie traf. Die Erde riss auf, B├Ąume kippten, Steine br├Âckelten. Schreie voller roher, eiskalter Qual schallten durch den Wald und klangen fast nicht mehr menschlich. Das Kampfgeschrei wurde immer leiser und leiser, bis irgendwann vollkommene Stille auf der s├╝dlichen Seite des Palastes herrschte. Dann erhoben sich zwei Stimmen. Daemon sprach mit einem anderen Mann in einer f├╝r die Menschen unbekannte Sprache ÔÇô nur Cat hatte sie bereits geh├Ârt. ÔÇ×Akat hatif. Yer lajat ha kishi dozgo // Verr├Ąter ÔÇô du k├Ąmpfst f├╝r den Feind?" sagte der fremde Mann. ÔÇ×Anha lajat ha anna khalessi! // Ich k├Ąmpfe f├╝r meine K├Ânigin!" knurrte Daemon hasserf├╝llt und gleich darauf krachte glei├čendes Licht und undurchdringliche Schatten aufeinander. Die Erde ├Ąchzte unter der Macht, die Luft knisterte und ein ohrenbet├Ąubender Donner ersch├╝tterte jeden Anwesenden bis ins Mark. Es war wie ein schauriges Feuerwerk, ein Kampf der Sonne gegen die Nacht und es war absolut klar, dass es sich hier f├╝r beide Seiten um einen Kampf auf Leben oder Tod handelte.

Daemon hatte den Lux in der Menge zuerst gar nicht bemerkt, aber als die anderen M├Ąnner zu Boden gingen und sich der gro├čgewachsene starke Krieger ihm mit einem leuchtenden Schutzschild n├Ąherte, wusste Daemon, dass es sich nur um einen aus seinem Volk handeln konnte... und dass dies sein Tod sein k├Ânnte. Ein Kampf gegen eine Horde Menschen war schwer, aber mit seiner Magie durchaus machbar. Aber ein Kampf gegen einen anderen Lux... und dann auch noch nachdem er sich sowieso schon ein St├╝ck weit verausgabt hatte und sowieso von den Monaten mit dem Magie-Unterdr├╝cker geschw├Ącht war... Jetzt konnte er nur beten, dass er der Macht des anderen Lux ein ganzes St├╝ck ├╝berlegen war. Sie k├Ąmpften erbittert und mit all ihrer Kraft, schenkten sich gegenseitig keine Sekunde Pause, kein Atemzug wurde vergeudet. Hier und Jetzt ging es nicht mehr um die Zugeh├Ârigkeit zur Krone oder zu den Rebellen. All das war vergessen. Es war ein Kr├Ąftemessen und der st├Ąrkere Lux w├╝rde dank der Macht des anderen in ganz andere H├Âhen der Magie aufsteigen. Daemon bezweifelte sogar, dass der fremde Lux mit den Rebellen k├Ąmpfte, weil er an ihre Sache glaubte. Nein, es war nur ein Versuch gewesen, an ihn heranzukommen. Und der fremde Lux war verdammt gut in dem, was er tat. Er war m├Ąchtig, schlug Daemon ein ums andere Mal zu Boden und Daemon hatte das Gef├╝hl, so langsam am Ende seiner Kr├Ąfte angekommen zu sein. Er w├╝rde verlieren... Er sah Cats Gesicht vor sich... Doch sie sah nicht so friedlich, nicht so liebevoll aus... sie weinte schrecklich herzzerrei├čend. Sie schrie voller seelischem Schmerz und Daemon realisierte, dass sie wegen ihm so weinen w├╝rde, wenn er hier sterben w├╝rde. Nein. Nein, das w├╝rde er ihr nicht antun. Er wollte ihr all seine Liebe schenken, sie ihr ganzes Leben lang gl├╝cklich machen und dieser Lux w├╝rde ihn nicht davon abhalten. Er stie├č ein Br├╝llen aus, legte seine ganze Verzweiflung, Liebe und Sehnsucht hinein und seine Schatten b├Ąumten sich ein letztes Mal auf, explodierten, h├╝llten das Licht in ewige Nacht.

Daemon sank auf die Knie. Vor ihm der leblose K├Ârper des fremden Lux. Er hatte wieder jemanden aus seinem Volk ermordet. Die Magie, die zu ihm kroch und ihn durchstr├Âmte, bemerkte er gar nicht. Er war vollkommen am Ende, zitterte vor Ersch├Âpfung und hielt sich nur gerade so noch aufrecht. Er kniete auf einem grausigen Schlachtfeld ÔÇô erschaffen von einer Person, ├╝bers├Ąt mit den zerfetzten und entstellten K├Ârpern der Rebellen. Die Rinde der B├Ąume, die dem Sturm aus reiner Macht Stand gehalten hatten, war gesprenkelt mit dunkelrotem Blut und wie ein schauriger Regen tropfte es tr├Ąge von den saftig gr├╝nen Bl├Ąttern. Es war vorbei und Cat war in Sicherheit. Das war alles, was z├Ąhlte.

______

Sie fanden sie. Catalina war selten so froh Daemon und Aiden zu sehen. Ihre Beine gaben nach und sie fiel hart auf die Knie. Sie spuckte Blut aus und kr├╝mmte sich um ihren Bauch. Ihr Kopf dr├Âhnte und ihr K├Ârper protestierte von allem emp├Ârt. Als sie Daemons warme Hand auf ihrer Wange sp├╝rte, war sie dankbar. Sie sah ihn an und ihr brannten die Augen vor Schreck und Angst. Sie wollte ihm so viel sagen, doch das einzige an das sie denken konnte war, dass sie sich entschuldigen wollte. Das sie wusste, dass es leichtfertig war. Aber als der erste Assassine in der Bibliothek stand... sie konnte doch nicht zulassen das sie es so einfach hatten. Immerhin haben hunderte von Menschen im Palast Schutz gesucht. Unschuldige Menschen. Sie schmiegte ihre verschmutzte Wange an seine Hand. Schloss dankbar f├╝r seine N├Ąhe und seine Liebkosungen die Augen f├╝r einen Moment und versuchte ihre Gef├╝hle und Gedanken zu beruhigen und sortieren. Sie sah ihn wieder an und bemerkte, wie er sich alles an ihr einpr├Ągte. Als wolle er seinen Frieden machen. Der Gedanke jagte ihr kalte Schauer durch den K├Ârper. Doch es war zu sp├Ąt, das Armband fiel und zersprang auf dem Boden. Ihr hallte der Wortlaut des Hohenpriesters durch den Kopf. Doch so schnell wie er kam, war er wieder vergessen. Als er seine Macht zur├╝ckgewann, als er seine alte St├Ąrke wieder erlang, war er wundersch├Ân. Seine Augen waren wieder lebendig, sein K├Ârper wirkte gest├Ąhlt und seine Haltung wurde deutlich selbstsicherer. Seine Aura war wieder die des unantastbaren, gef├╝rchteten Generals, der manchmal etwas zu arrogant wirkte und von dem nur sie wusste, wie gut sein Herz doch sein konnte.... Auf seine Frage nickte sie l├Ąchelnd. ÔÇ×Mach sie fertig..." ja, sie d├╝rstete es nach Rache ÔÇô nur f├╝r diesen Moment, aber es mussten so viele Unschuldige sterben... f├╝r was? Sie? War sie so eine schlechte K├Ânigin? Sie sollten sich sch├Ąmen... diese Gardisten die dort k├Ąmpften hatten oft Familie... sie machten Kinder zu Waisen, Frauen zu Witwen! Sie konnte und wollte ihnen gerade nicht verzeihen... Daemons Kraft lie├č seinen K├Ârper erbeben und sie hatte Angst, es w├Ąre zu viel f├╝r seinen geschundenen und geschw├Ąchten K├Ârper. Die Wut, die sie vorhin noch auf all die M├Ąnner in ihrem Leben hatte, weil sie sich bevormundet f├╝hlte, waren wie weggeblasen. Jetzt war gerade nur wichtig, das alle ├╝berlebten. Sie legte Daemon eine Hand auf den Oberarm. Sah ihn besorgt an, doch sein Blick war in die Weite gerichtet. ÔÇ×Rhoa..." sie bekam vor Gl├╝ck und Freude Tr├Ąnen in den Augenwinkeln. Wie sehr hatte sie den gro├čen Panther vermisst. Doch Daemon schickte ihn und das n├Ąchste Wesen, das sich materialisierte sah sie schon mit etwas Unbehagen an. Der Wolf war riesig, w├╝rde er die Schnauze komplett aufrei├čen, w├Ąre ihr Kopf sicher weg. Sie sah zu Daemon. ÔÇ×Also welches Schattenwesen wird nun Gideon und Reed helfen?" fragte sie. Doch er schien sie gar nicht zu h├Âren. Erst als beide Tiere losrannten und seine Magie sich verteilen konnten, nahm die Anspannung in ihm ab. Trotzdem wirkte Daemon angespannt und unter Druck. Als er dann nur /Ach Schei├č drauf/ murmelte, sah sie ihn fragend, stirnrunzelnd an. Erst riss sie die Augen vor Unglauben auf. Doch dann fielen ihre Augen zu und sie schlang die Arme wie eine Ertrinkende um seinen Nacken. Sie schmiegte sich an ihn und der pure Stress und das Adrenalin lie├čen sie sich berauscht f├╝hlen. Sie sp├╝rte, wie er ihre Lippe sanft mit seiner Zunge liebkoste, wie er ihren Mund in Besitz nahm und auch wenn sie es sich tausendmal schon vorgestellt hat ÔÇô und so war das definitiv nie gewesen ÔÇô es war in der Realit├Ąt viel besser. Er war fordernd, zeigte genau was er wollte und genau das gab ihr die Sicherheit, die sie brauchte, denn w├Ąren sie beide v├Âllig unerfahren, w├Ąre es wahrscheinlich nur ein K├╝sschen auf die Wange geworden. So aber brachte er ihren K├Ârper nur durch diesen Kuss dazu zu erschaudern und mit einem Schauer bekam sie ├╝berall G├Ąnsehaut. Ein leises St├Âhnen drang in seinen Mund, als sie gen├╝sslich in diesen Kuss sank. Sie hatte sich nie ÔÇô nie in ihrem Leben SO geliebt gef├╝hlt. Sie wollte ihm es mit der gleichen Intensit├Ąt, mit der gleichen Hingabe erwidern. Und doch f├╝hlte es sich so an, als w├╝rde sie ihm nicht Mal die H├Ąlfte wieder geben. Sie hatte den Eindruck, dass seine Liebe sich in sie ergoss, sie ausf├╝llte und bis in die Zehenspitzen elektrisierte. Das er ihr den Atem raubte und zeitgleich sie fliegen lie├č. Und dann zersprang die Kette in ihrem Inneren, mit einem Ruck. Sie japste leise, als die Magie wieder in die zur├╝ckfloss. So beeindruckend, so fantastisch... sie hatte in den paar Tagen, seit sie vom Kloster weg waren, vergessen wie sich ihre Magie anf├╝hlte... Seine Magie erf├╝llte sie, um schmiegte ihre eigene Magie, als h├Ątten sich zwei Teile eines ganzen seit Jahren nicht gesehen, sie wickelten sich umeinander, st├Ąrkten einander und tollten ausgelassen herum. Sie bildete sich ein Daemon zu h├Âren, dabei k├╝ssten sie sich ja, und doch war es ihr Herz das Daemon mit all der Liebe, all der Zuneigung und F├╝rsorge, mit all dem Verst├Ąndnis und Besch├╝tzerinstinkt antwortete. Nicht mit Worten, wie er es in ihrem Geist formte, sondern mit dem Gef├╝hl, dass sie immer wieder so ├╝berw├Ąltigte. Sie h├Ârte irgendwo Aidan ein ÔÇ×K├Ânntet ihr aufh├Âren zu knutschen und mir helfen?" keuchen, doch sie h├Ârte, realisierte es aber gar nicht. Als sich Daemon l├Âste, waren ihre Lippen vom Kuss geschwollen. Ihr Blick war verkl├Ąrt und trotz all der eben noch vorherrschenden Schmerzen, heilte sie nun und war einfach gl├╝cklich. Sie legte ihm eine Hand auf die Wange. ÔÇ×Mein Leben..." fl├╝sterte sie ihm z├Ąrtlich zu. Doch dann realisierte sie, dass sie in helles Licht getaucht war. ÔÇ×Du hast mich zu einem verdammten Gl├╝hw├╝rmchen gemacht!" lachte sie und als er seine menschliche Form aufgab, war es, als w├╝rden Ying und Yang nicht nur eben in ihrem K├Ârper, sondern jetzt ganz faktisch verschmelzen... doch dann riss ein brennender Schmerz sie aus dieser Vereinigung und mit einem leisen, qualvollen Laut sackte ihre Magie, mit seinem Licht in ihr zusammen und ihr Licht erstarb. Als sie die Augen m├╝hsam ├Âffnete war nur ein ohrenbet├Ąubendes Br├╝llen und dann wurde alles schwarz... doch sie war nicht ohnm├Ąchtig geworden. Nein, das waren Daemons Schatten. Erst als er aus dem Ging rauskatapultierte und Aidan sich aufrappelte, sah sie, dass ein Messer in ihrer Seite steckte. Ihre Augen wurden gro├č und Angst pumpte durch ihre Adern. Aidan war schnell bei ihr, vielleicht dauerte es auch ÔÇô aber ihr Zeitgef├╝hl erstarb, als sie apathisch auf das Wurfmesser starrte. Er hob sie hoch und sie schrie. Es tat weh und ihre Seele rief nach Daemon, bettelte und flehte. Doch er konnte sie nicht h├Âren. Aidan trug sie durch den Gang zur├╝ck. Und auch wenn sie es schrecklich fand, es war wohl das beste Daemon alleine machen zu lassen, somit w├╝rde ihm keiner in die Quere kommen. Trotzdem sah sie zur├╝ck. ÔÇ×Bitte komm wieder heim...heim zu mir..." fl├╝sterte sie in den kleinen Gang. Und vielleicht war es der Magie geschuldet, die sich gerade noch wie ein junges Fohlen begr├╝├čt hatte, dass die Worte sanft an sein Ohr getragen wurden und seine Seele liebkosten.
Als sie den Gang verlie├čen, verschloss Aidan den Gang und blockierte ihn. ÔÇ×Gibt es noch mehr." Er setzte sie ab und sie blieb schwankend stehen. ÔÇ×Ja.... ├ťberall... der Palast ist ├╝berall damit gespickt..." er zog den Dolch und sie zog scharf die Luft ein. Er riss seine Weste kaputt und legte einen Druckverband an. ÔÇ×Der reicht f├╝r das Erste, aber wir m├╝ssen dich zu Lihana bringen, er bringt sonst mich um, wenn du verblutest..." murmelte Aidan, versuchte zu scherzen, doch sie sah, dass er wirklich Sorge in den Augen stehen hatte. Sie l├Ąchelte also tapfer, damit er nicht noch mehr Sorgen hatte. ÔÇ×Wird schon..." meinte sie, sie sp├╝rte ja bereits, dass ihre Wunden verheilten... als sie in den Eingangsbereiches des Palastes traten waren die meisten Zivilisten bereits in die Keller geflohen. Irgendwo musste es brennen, es stank bestialisch. Im Eingangsbereich hielten Reed mit 20-30 Gardisten die Stellung. ÔÇ×Geht, sucht nach Lihana und l├Âscht die Feuer, sie haben brennende Pfeile abgeschossen..." meinte Reed eindringlich. Doch sie wussten ja, dass Lihana einen starken Besch├╝tzer an der Seite hatte. Aidan schloss die Augen und konzentrierte sich. ÔÇ×Die Feuer sind klein, trotzdem sollten wir sie l├Âschen, damit sie nicht sich zusammenschlie├čen." Meinte er dann und sie nickte eindringlich. Aidan sah nochmals pr├╝fend zu Reed, ehe er Catalinas Hand nahm und sie mit sich zog. Er wusste genau wo die Feuer waren und sie hatten bereits die ersten gel├Âscht. Im Palast stie├čen sie auf keine weiteren Rebellen oder sie wurden bereits von Gardisten und Adligen get├Âtet. Es war beunruhigend leise im Palast. Als w├╝rde das Geb├Ąude die Luft anhalten, weil es gleich den finalen Knall erwartete. Drau├čen zog ein Sturm auf und Catalina sp├╝rte, wie sich ihre H├Ąrchen aufstellten. Kein normaler Sturm, Daemon beschwor ihn durch seine Magie herauf. Waren es so viele Angreifer? Oder war er wegen dem Magieunterdr├╝cke in Gefahr, weil er doch noch nicht 100% wieder hergestellt war? Angst umklammerte ihr Herz. Aidan schien davon nichts zu merken. Er ging konzentriert von Brand zu Brand und l├Âschte ihn mit seiner Magie. Feuer-Magie war wirklich cool. Sie war sehr beeindruckt. Wie sie es auch von Gideons Magie immer war... Daemons Magie ganz zu schweigen. Und kurz fragte sie sich, was sie wirklich konnte... doch ihre Magie war verd├Ârrt, nachdem sie diese so viele Jahre immer versucht hat zu unterdr├╝cken und zu ignorieren... sie war etwas aufgewallt durch die Magie Anos... aber auch die hatte sie aus Angst vor sich selbst, versucht zu unterbinden... jetzt war der Funke ganz klein geworden. Sie hatte daher auch kaum etwas vermisst als man ihr die kl├Ąglichen Reste im Kloster genommen hat. Im Moment f├╝hlte sie sich anders ÔÇô das schob sie aber auf das leise vibrieren, dass ihren K├Ârper durch die K├Ąmpfe summen lie├č. Sie hatte davor nur den Assassinen im Heer get├Âtet. Jetzt direkt 3 auf einmal, dass setzte ihr zu ÔÇô jedenfalls schob sie es darauf. Sie waren gerade wieder bei Reed angekommen, als eine Stimme durch ihren Kopf hallte. /Nehmt euch in Acht vor dem Zobrie Morghon. Erlangt er seine volle Macht wieder, kann er der Untergang Thalyrias sein und nur ihr werdet in der Lage sein, diesem D├Ąmon Einhalt zu gebieten. ├ťberlegt euch gut, ob ihr dieses Monster aus seinem K├Ąfig lassen wollt.// sie hielt sich die Ohren zu und sch├╝ttelte den Kopf, weil es wirkte als w├╝rde er neben ihr stehen und ihr ins Ohr schreien. Sie sch├╝ttelte den Kopf. Nein, sie wollte das nicht h├Âren! Sie wollte es nicht! Mit den Worten, versank erneut alles in Schwarz. Sie h├Ârte ├Ąngstliche Laute, Schreie. Alles stand f├╝r eine gef├╝hlte Ewigkeit still, ehe es sich ruckartig zur├╝ckzog und die Sonne alle blendete. Sie wand den Kopf ab und ihre Augen tr├Ąnten von der ungewohnten Helligkeit. Sie griff sich an ihr Herz. F├╝r einen Moment hatte sie Angst um Daemon, doch als er seine Schatten einfing, als er sie kontrollierte. Sie k├Ânnte nicht stolzer sein. Etwas riss ihr heute das 2. Mal an diesem Tag die Beine weg. Ihr Kopf knallte hart auf den Marmor Boden und ihre Ohren klingelten. Dreck und Staub bedeckten sie. M├╝hsam richtete sie sich in eine sitzende Position. Alles verbunden mit einem ├╝berlauten PIIIIIIIIEEEEEEEEEEEPPPPPP. Sie sch├╝ttelte benommen den Kopf. Auch Aidan, Reed sowie die Gardisten lagen auf dem Boden. Manche aufgespie├čt von den herumfliegenden Holzsplittern, die fr├╝her das Tor darstellten. Zerfetzt und zu Staub zerfallen. Sie sah, wie einige M├Ąnner bereits tot waren, w├Ąhrend andere noch um ihr Leben k├Ąmpften. F├╝r einen Moment war sie froh, dass sie nur das Klingeln ihrer Ohren h├Ârte und nicht zu den Bildern die schrecklichen Ger├Ąusche des Leides h├Âren m├╝sste. Es w├╝rde wohl schon jetzt sie in ihre Albtr├Ąume verfolgen, was sie hier sah. W├Ąhrend Aidan einige Schnitte abbekommen hatte, war Reed nahezu unverletzt, da der kleine, steinerne Tisch in der Mitte des Raumes ihn bei der Explosion am meisten sch├╝tzte. Er st├╝rzte zu ihr. Redete mir ihr. Doch sie verstand ihn nicht. Verstand nichts au├čer dem Piep. Rebellen drangen ein, Reed sah ├╝ber die Schulter und sagte ihr etwas. Sie schloss aus den Lippenbewegungen, dass er sagte, sie solle sich in Sicherheit bringen. Aber gerade verfolgte sie die Theorie, was sie nicht h├Ârte, musste sie nicht verstehen. Er sah ihr wohl an, dass sie keine Anstalten machte zu gehen, sah sie w├╝tend an. Und verga├č seinen R├╝cken zu sch├╝tzen. Sie sah einen Rebellen mit erhobenem Schwert und das Einzige was sie tun konnte war, Reed mit einem harten Tritt von sich zu schieben und dadurch selbst einige Meter wegzurutschen, ehe schon im fast gleichen Augenblick nun das Schwert den Boden zerkratzte, wo sie gerade beide noch sa├čen. Reed war am Ende schneller, griff sich das Schwert und st├╝rzte sich in den Kampf. Sie rubbelte sich immer noch die Ohren. Kam aber als weitere Rebellen in die Halle kamen, wieder auf die Beine. Sie nahm sich das Schwert, aber sie musste sich eingestehen, dass sie einfach nicht wirklich gut war. Es war zu schwer, und sie dadurch viel zu eingeschr├Ąnkt. Sie war Reed und Aidan keine Hilfe... Athenas Bogen! Ihr fiel es wie Schuppen von den Augen und als Reed und Aidan gerade die Rebellen gut in Schach halten konnten, da sprang sie eilig die Treppe hoch und riss im 1. Stock einen kunstvollen Bogen von der Wand, der angeblich einer Gottheit geh├Ârt haben sollte und den dazugeh├Ârigen K├Âcher. ÔÇ×Bleibt zu hoffen, dass das verstaubte Zeug nicht gleich bricht..." murmelte sie zu sich selbst... sie testete den Bogen und er ├Ąchzte leise, hielt aber. Der K├Âcher war voll. Sie nahm den ersten Pfeil und schnaubte ver├Ąchtlich. Goldene Pfeilspitzen. Wie dekadent... aber jetzt war es egal... sie eilte an den Treppenabsatz und traf einen der Angreifer zwischen den Augen. Reed und Aidan, aber auch die anderen Rebellen sahen f├╝r einen Moment auf. Sie nutzte die Gelegenheit und verletzte den Angreifer von Reed so, dass Reed es zu ende brachte. W├Ąhrend sie die Treppe hinunter ging, feuerte sie einen Pfeil nach dem anderen. Jetzt machte sich das harte Training in dem Parcours bezahlt. Gemeinsam dr├Ąngten sie die Rebellen bis auf die Eingangsstufen zum Palast zur├╝ck. Auch, weil die Gardisten von Gideon immer weniger durchlie├čen und nun langsam die Oberhand gewannen. Doch es verging unglaublich viel Zeit, bevor sie die Oberhand hatten und es muss fairerweise gesagt werden, ohne Daemons Wolf ÔÇô sie musste ihn fragen, wie dieser hie├č ÔÇô h├Ątten sie es nicht geschafft, denn er hatte die Rebellen aus ihren L├Âchern wie ein Suchhund gejagt und dann regelrecht zerfetzt. Nun sa├č nur ein kleines Gr├╝ppchen Gefangener vor ihnen. Das Piepen hatte sich gelegt. Der Wolf kam langsam zu ihr getapst und sie hielt ihm ohne Scheu die Hand hin und kraulte ihn schlie├člich sanft. Sie sah ihm in die Augen ÔÇ×Fenrir..." meinte sie erstaunt, als h├Ątte der Wolf zu ihr gesprochen. ÔÇ×Dein Name ist Fenrir..." sie l├Ąchelte. Legte ihre Stirn an seine Schnauze. ÔÇ×Danke...." Meinte sie leise. Der Wolf brummte und knurrte leise und blieb dann in ihrer N├Ąhe sitzen. Sie war sich sicher, dass er dies auf Daemons Gehei├č hintat, also lie├č sie es zu. Sie wand sich gerade zu den Gefangenen, als etwas aufblitzte. Sie konnte nicht mehr reagieren, wie keiner reagieren konnte. Sie riss nur noch den Kopf herum und kniff die Augen zu. Als etwas mit einem leisen ÔÇ×Pong..." an ihr abprallte. Es wurde Mucks M├Ąuschen leise. Sie sah an sich herunter. Das Kleid hatte direkt auf ihrer Brust ein Loch und ein kleines Wurfmesser lag auf dem Boden. Sie verstand die Szenerie nicht. Suchte erst Gideons Blick, der genauso verwirrt war, Sah zu Reed, als ein Mann aufschrie, vor Hass ganz rot, aufsprang und sie erneut umriss. Auch wenn Fenrir sich keinen Herzschlag sp├Ąter auf ihn st├╝rzte und ihm mit Genugtuung die Gliedma├čen ausriss, hatte der Rebell bereits 3-mal zugestochen. In den Hals, das Gesicht und ins Herz. Und jedes Mal war das Messer mit einem Pong von ihr abgeprallt als sie sie aus Stein. Bis die Spitze bei der verzweifelten letzten Wucht auf ihr Herz abgebrochen war und durch Fenrirs Schatten irgendwo im Kies liegen blieb. Fenrir folgte nun dem Wunsch seines Herren und machte mit der gesamten Gruppe kurzen Prozess, w├Ąhrend sie von Aidan, Gideon und Reed umkreist wurde. ÔÇ×Was war das denn?" fragte Aidan. ÔÇ×Geht es dir gut?" fragte Reed. ÔÇ×Sie hat nicht mal nen Kratzer, t├╝rlich geht es ihr gut!" rief Aidan aufgeregt. ÔÇ×Wie hast du das gemacht?" sie sch├╝ttelte ratlos den Kopf. Sah ihre Finger, H├Ąnde und Unterarme an. Sie hatte von dem Kampf im Schacht noch Wunden. Aber... eben waren keine weiteren Wunden hinzugekommen und sie sp├╝rte f├Ârmlich, wie das Licht bereits mit der Heilung begann. Sie sch├╝ttelte ungl├Ąubig den Kopf. Wie? Sie wollte vielleicht gar nicht wissen, WAS sie war. Das war einfach UNM├ľGLICH! Sie hatte von sowas noch nie geh├Ârt... ÔÇ×KittyCat..." meinte Reed liebevoll. ÔÇ×Wo ist Daemon?" kam es leise, weinerlich von Catalina. ÔÇ×Ich hol ihn... oh Gott er wird ausflippen, wenn er wei├č, dass du nicht mehr verletzt werden kannst!" freute sich Aidan bereits. Lief los. Sie sa├č immer noch bei Reed und Gideon, die ihr langsam auf die zitternden Beine halfen. Die Gardisten standen ganz stumm und blass, aber auch leicht ungl├Ąubig da und musterten ihre K├Ânigin. Sie sah zu Reed, dessen Blick immer wieder abschweifte. Sie schniefte. ÔÇ×Geh zu Lihana, schau dass es ihr gut geht... das wird dir gut tun..." meinte sie sanft. Reed sah sie zweifelnd an. ÔÇ×Geh schon, Gid ist bei mir und Fenrir..." beruhigte sie ihn. ÔÇ×Und die besten Gardisten des Landes..." Reed sah in die zerst├Ârten Gesichter, denen der Schreck dieses heftigen Angriffes noch allen sehr in den Gliedern steckte. Nickte dann aber. ÔÇ×Rhoa ist bei ihr..." rief sie noch, weil sie wusste, dass er eigentlich einen Heiden Respekt vor dem Tier hatte. Erst dann blickte sie zu Gideon. ÔÇ×Dir ist nichts passiert?" fragte sie besorgt und musterte ihn eindringlich auf lebensgef├Ąhrliche Wunden...Dann rief sie sich zur Ordnung. Wand sich an die Gardisten. ÔÇ×Seht nach den Zivilisten im Keller, helft denen auf die Krankenstation, die Hilfe brauchen. K├╝mmert euch um Kinder, die ihre Eltern suchen...." Wand sie sich an die Gardisten, die eilig salutierten, sich aber dann auch schnell wegbewegten. Sie sp├╝rte, wie diese nun Angst vor ihr hatten... zumindest einen sehr tiefen Respekt...

Alice asked the Cheshire Cat, who was sitting in a tree, "Can you show me the right direction?" The cat asked, "That depends on where you want to end up?" "I don't know where I want to end up" Alice answered. "Then," said the cat, "it really doesn't matter which direction you take, does it?"

~Lewis Carroll, Alice's Adventures In Wonderland~

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.02.2022 20:52.

hurricane

28, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Blind-Date

Neuling

Beitr├Ąge: 1372

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von hurricane am 09.02.2022 20:10

the truth untold




Playpartner:

Ozone (die mittlerweile leider inaktiv ist)

 

Trigger Warning:
Alkohol/Drogen

Kurze Backgroundstory zu den Charakteren und der Szene:
Jamie ist neu an der Schule und f├Ąllt auf weil sie wegen einem Kindheitstraum kaum spricht. Quinn stammt aus reichem Elternhaus, ist somit beliebt, hat aber ebenso einige P├Ąckchen zu tragen. Seine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und sein Vater schl├Ągt ihn, sobald er nicht das tut was er tun sollte. Die beide lernen sich kennen als Quinn Jamie vor H├Ąnseleien in der Cafeteria rettet. Da er ebenso nicht wirklich gespr├Ąchig ist freunden sie sich schnell an, interessiert es ihn nicht sonderlich dass sie statt zu sprechen auf einem Block schreibt. Sie versteht ihn wie niemand jemals zuvor, schafft er es trotzdem sie zu verletzten weil er sie unter Alkoholeinfluss auf einer Party blo├čstellt. Dabei hat er danach so gro├če Gewissensbisse dass er sich immer mehr mit Alkohol und Drogen bet├Ąubt, ist er zuletzt so instabil dass er auf dem Geburtstag seiner kleinen Schwester von seinem Vater geschlagen wird, noch ein wenig mehr abrutscht und nicht einmal seine besten Freunde an ihn heran kommen und deshalb Jamie um Hilfe bitten.

Die Szene ist vielleicht keine typische s├╝├če Liebesszene. Aber sie bringt mich nach wie vor fast zum heulen, weil es mit das erste Mal ist dass Quinn sich wirklich ├Âffnet und Gef├╝hle zul├Ąsst, was er bis zuletzt nicht getan hat, hat er diese lieber bet├Ąubt als sie zuzulassen.
Ich hoffe also ihr m├Âgt die Szene genauso gerne wie ich und vielleicht treibt sie euch auch das ein oder andere kleine Tr├Ąnchen in die Augen :)

Textstelle:

Ich hatte nicht einmal registriert dass Alistair gegangen war. Stattdessen hob ich die Flasche ein weiteres Mal an meine Lippen, wobei mir diese pl├Âtzlich aus der Hand gerissen wurde. Ich fluchte und wollte Cyril die Flasche wieder aus der Hand rei├čen, doch hielt mich James nun zur├╝ck und drohte mir damit mir die Flasche ├╝ber den Kopf zu ziehen w├╝rde ich sie nochmal anfassen. Ich warf den beiden jegliche Ausdr├╝cke entgegen die mir einfielen, wobei ich mich bereits wankend auf den Weg zur├╝ck in mein Zimmer machte.
Oben angekommen knallte ich die T├╝r zu, klammerte ich meine letzte Hoffnung an das wei├če Pulver auf meinem Schreibtisch. Doch auch dieses war war, nur noch j├Ąmmerliche ├ťberreste waren auf der dunklen Holzplatte zu erkennen. Ich ahnte bereits wer es weggeschafft hatte. Auch die verfluchte Whiskeyflasche war leer. W├╝tend griff ich nach der Flasche und warf diese an die Wand, h├Ârte ich wie diese in tausend Teile zersprang.
Bebend lie├č ich mich an meinen Schreibtisch sinken. Meine Gedanken waren unendlich laut und mir tat alles weh. Wobei ich nicht einmal mehr wusste woher der Schmerz wirklich kam. Alleine der Gedanke dran dass ich Ruby alleine gelassen hatte, sie erneut darunter hatte leiden m├╝ssen dass unser gottverdammter Vater so ein Arschloch war, brach mir das Herz. Nicht einmal an ihrem Geburtstag konnte er damit aufh├Âren mich immer und immer wieder zu erniedrigen.
Ich schloss meine Augen, versuchte krampfhaft Ruhe in meinen Kopf zu bringen. Dabei h├Ârte ich nicht einmal wie jemand mein Zimmer betrat. Erst als ich eine Hand auf meiner Schulter sp├╝rte zuckte ich zusammen und drehte mich ruckartig um. Jamie? Ich hatte das Gef├╝hl mein Verstand w├╝rde jeden Moment kollabieren. Ich hatte einiges an Tequila getrunken, sicherlich bildete ich mir nur ein dass sie da war.
Wieso sollte sie auch hier sein? Sie hatte keinen Grund dazu mich wiedersehen zu wollen...
Erst als ich ihre Hand an meinem Kiefer sp├╝rte, der pochende Schmerz an meiner Wange zur├╝ckkehrte, merkte ich dass sie wirklich hier war. Ihr Blick sprach B├Ąnde. Und noch bevor sie ihre Frage aufschreiben konnte, sah ich sie in ihren Augen, sp├╝rte sie durch ihre Fingerspitzen hindurch. Doch ich wollte nicht reden. Ruckartig stand ich auf und schwankte, zog sie in meine Arme und atmete ihren Duft ein, vergrub ich meinen Kopf in ihren dunklen Haaren.
'Bitte...' nuschelte ich tonlos in ihr Haar, schaffte ich es kaum weiterzureden. Meine Stimme war rau und ich f├╝hlte mich mit einem Mal vollkommen kraftlos, hatte ich das Gef├╝hl nicht mehr stehen zu k├Ânnen. Doch die Gedanken in meinem Kopf wurden langsam wieder leiser.
'Lass mich nicht allein.' beendete ich schlie├člich meine Bitte, schaffte ich es nun tats├Ąchlich nicht mehr auf den Beinen zu bleiben und sank auf die Knie, ohne sie dabei loszulassen.

you picked a dance with the devil and you lucked out
chase atlantic - swim

Antworten

hellgirl

21, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Neuling

Beitr├Ąge: 2034

Re: ­čÄ▓ #2 Special Scene ­čÄ▓

von hellgirl am 09.02.2022 22:24

lonely hearts club

PLAYPARTNER
@celestial

CONTENT / TRIGGER WARNING
Drogen, zerst├Ârte Tr├Ąume, Angst, Verlust und gaaanz viel Herzschmerz

BACKGROUND:
Vor einem Jahr lernten sich die beiden Charaktere, Ivy Davis (22) und Billy Pittman (24), kennen. Binnen kurzer Zeit verliebten sie sich, f├╝hrten ein Leben voller Party, Drogen und jede Menge zerst├Ârter Tr├Ąume, denen sie hinterher trauerten. Doch irgendwann wurde es den beiden zu viel. Vor allem Ivy war von ihren Gef├╝hlen ├╝berfordert, wusste nicht, ob sie dem Ganzen gewachsen sei, ob sie einen solchen Mann verdient hatte ÔÇô au├čerdem hatte sie einen gro├čen Traum, sie wollte endlich von ihrer eigenen Musik leben k├Ânnen und nicht mehr als Stripperin arbeiten, da ihr Boss sowieso ziemlich korrupt sei. Und so kam es, wie es kommen musste. Ivy verschwand von jetzt auf gleich, sie gab Billy keine Erkl├Ąrung oder eine Entschuldigung daf├╝r, dass sie es nicht mehr konnte. Rein gar nichts.
Ein Jahr sp├Ąter treffen die beiden erneut aufeinander. Vieles hatte sich ge├Ąndert:
Billy war ein echter Rockstar, auf B├╝hnen der Welt zu sehen und f├╝hrte ein absolut anderes Leben. Frauen, Drogen und jede Menge Rockmusik. Er konnte sich damit endlich das Leben kaufen, dass er wollte, weg von dem alten Ghetto und den alten Freunden.
Ivy hingegen konnte ihren Traum nicht erf├╝llen. Sie arbeitete noch immer als Stripperin, nahm t├Ąglich Drogen, um dem Schmerz zu entkommen.
Zusammen tanzten sie eine Nacht durch, liebten sich endlich wieder und verga├čen die Vergangenheit. Bis der n├Ąchste Morgen anbrach und Ivy erneut vor der Entscheidung stand, ob sie die Flucht ergreifen sollte, oder nicht. Und erneut tat sie es. Dieses Mal nahm sie sich aber kein ganzes Jahr Pause, um sich Gedanken zu machen, sondern lediglich ein paar Tage.
Die beiden Beitr├Ąge handeln von dem erneuten Treffen in Billys verw├╝stenden Wohnung, da dieser die letzten Tage mit Party und Kokain verbracht hatte.

BEITRÄGE

ivy davis. (geschrieben von celestial)
Ivy geh├Ârte zu den Menschen die schon immer ziemlich weit ihre Schnauze aufmachen konnten, sie nahm nie R├╝cksicht und schon gar nicht hielt sie sich ein Blatt vor den Mund. Sobald ihr etwas durch den Kopf ging, versp├╝rte sie das unertr├Ągliche Jucken danach es sofort auszusprechen und es verging nicht, bis sie es getan hatte. Nur ging es dabei um relativ banale Dinge, hatte etwas damit zu tun, was sie von den Menschen oder ihrer Umgebung hielt. Da hatte sie kein Problem mit. Auch Billy hatte sie schon ganz am Anfang bereits mit ihrer direkten Art klargemacht das sie ihn wollte und verdammt unwiderstehlich fand. Doch das hier, das war was anderes. Es ging um echte Gef├╝hle, ging um ihr Herz, ihre Verletzlichkeit und auch um die seine. Und darin war Ivy verdammt schlecht. Das was sie jetzt vorhatte, hatte sie niemals gemacht. Schon traurig, wenn man so ├╝berlegte. So viele Menschen hatte sie in ihrem Leben verletzt, von manchem wusste sie nicht einmal und doch hatte sie sich kein einziges Mal entschuldigt. Jedenfalls nicht aufrichtig. Nicht so, wie sie es jetzt vorhatte. Also war es ziemlich untertrieben zu behaupten, sie w├Ąre nerv├Âs und jeder Atemzug schwerer fiel als der davor.
Als Billy schlie├člich schwach nickte, schluckte sie und folgte seinen Schritten, ihr Blick auf dem Boden vor ihr, um jeden Preis vermied sie es den Leuten ins Gesicht zu blicken die an ihnen vorbei zogen und sich sonst was zu ihr dachten. Aber auch Billy anzuschauen traute sie sich nicht. Er war viel zu ruhig, eine dieser Ruhen die lauter war als jeder Schrei. Eine Ruhe, die ganz genau verriet wie unheimlich chaotisch und st├╝rmisch es in einem aussah. Vielleicht erkannten die anderen es nicht, aber Ivy schon. Es war eine Ruhe, die ihr nur allzu bekannt vorkam. Und als sie schlie├člich in seine Wohnung traten, best├Ątigte sich ihre Annahme. Das Chaos, die eigentliche Unruhe, die Billy scheinbar so sehr mit seiner unber├╝hrten Miene versuchte zu vertuschen, lag genau vor ihnen in seiner Wohnung. Es war unordentlich, auch dem Boden lagen die verschiedensten Alkoholflaschen, auf dem Tisch die Drogen, ein paar Lines. Sie schluckte etwas, raufte sich etwas beklemmt durch ihre Haare. Diese Unordnung machte ihr rein gar nichts aus, die meiste Zeit lang sah es bei ihr auch nicht anders aus und es war nichts wor├╝ber er sich in diesem Zustand Gedanken machen sollte. Denn offensichtlich war sie der Grund f├╝r seine Verfassung. Sie hatte ihm das angetan. Ein weiterer, tiefer Schmerz zog sich durch ihr Herz, hin in jede weitere Zelle ihres K├Ârpers.
ÔÇ×Nicht..", murmelte sie schlie├člich, ohne bemerkt zuhaben das sie sich ihm gen├Ąhrt hatte und ihre Hand sich sanft an seinen Arm legte, als er sich nach einer der unz├Ąhligen Bierflaschen runterbeugte um sie aufzur├Ąumen. Kurz schenkte sie ihm ein schiefes L├Ącheln, ehe sie auch ihre Hand wieder recht schnell an sich nahm, von ihr ber├╝hrt zu werden, war wahrscheinlich das letzte was er in seinem Zustand wollte. ÔÇ×Ist schon okay", versicherte sie ihm schlie├člich. Dann atmete Ivy tief durch, blickte hoch zur Decke und fuhr sich ein weiteres Mal durch ihre Haare, ehe sie ihr B├╝chlein mit beiden Armen umklammerte und fest an ihre Brust dr├╝ckte, dann sah sie hoch zu Billy.
ÔÇ×Ich habe letztens nichts gesagt, weil ich es an diesem Abend definitiv verkackt h├Ątte. Du wei├čt wie beschissen ich mit Worten bin, dass ich nicht ├╝ber meine Gef├╝hle sprechen kann und mich entschuldigen, kann ich schon erst recht nicht", setzte Ivy nun z├Âgernd an, ihr Herz pochte wild gegen ihren Brustkorb, lie├č ihre Stimme zittern und zeigte ihm wohl wie unglaublich nerv├Âs sie in diesem Moment war, wenn es davor nicht schon offensichtlich genug war. ÔÇ×Wir k├Ânnen beide nicht ├╝ber unsere Gef├╝hle reden und das ist wahrscheinlich auch der Grund warum es in den Wochen, oder sogar Monaten bevor ich abgehauen bin, schon so wackelig zwischen uns gelaufen ist. Ich hatte Angst, Billy.. Angst vor allem, davor, was ich angefangen habe zu f├╝hlen, zu denken und manchmal auch zu sagen. Angst davor, dass du mich fallen lassen w├╝rdest, mich verletzen, wenn du erstmal ganz genau wissen w├╝rdest, was in meinem verkorksten Kopf abgeht. Weil das mir nunmal immer passiert. Ich werde fallen gelassen, werde verletzt und schei├če, jeder kann das machen, ich wei├č das ich es im Endeffekt ├╝berleben werde. Aber ich wusste, dass ich sterben w├╝rde, w├╝rdest du mich verlassen", Ivys Stimme wurde immer zittriger und sie konnte sp├╝ren wie glasig ihre Augen wurden, w├Ąhrend sie all die schmerzlichen Erinnerungen wieder an die Oberfl├Ąche lie├č. All die Momente die sie im Stillen verbracht hatte, in den Wochen, bevor sie ihn verlassen hatte. Als sie sich ├Âfter stritten, als sie sich liebten und als sie anfingen einander mehr von einander zusto├čen, als sich aneinander festzukrallen. Als sie scheinbar beide verstanden hatten, wie sehr sie einander bedeuteten. ÔÇ×Also hab ich dich verlassen. Dich verletzt und allein gelassen. Bin weggerannt, wie jedes Mal. Bevor du es tun konntest. Bevor du mir das Herz brechen konntest. Weil ich immer alles zerst├Âre, bevor es mich zerst├Ârt, denn es gibt nicht mehr viel was man noch zerst├Âren kann, bevor ich endg├╝ltig aufgebe. Fuck.. Und dann war dieser beschissene, naive Traum an ein besseres Leben, ein dummer, kindlicher Traum. Die Musik und du, es war das einzige was mich ├╝ber Wasser gehalten hatte. Ich hab es in diesem verfickten Bordell nicht mehr ausgehalten und ich wusste ganz genau das Pike mich niemals einfach so gehen lassen w├╝rde. Also musste ich weg, ich musste so weit weg wie es nun einmal ging.". Ivy fiel es nicht einmal auf das alles aus ihr kam wie ein Fluss, sie wusste nicht woher die Worte kamen, aber wahrscheinlich war das hier das Endprodukt von jahrelangem schweigen. Und es waren noch Tr├Ąnen, die ihr ├╝ber die Wange flossen, die sie anschlie├čend schnell wieder von ihrer Wange rieb. Gerade, da war sie wahrscheinlich so offen wie noch nie und es gab keinen Menschen, der ihre Verletzlichkeit mehr verdient h├Ątte, als eben Billy. Tief holte Ivy Luft, schluchzte beinahe auf. Ihr Buch legte sie auf den Tisch zu den Drogen, fuhr sich durch ihr Gesicht und sch├╝ttelte schlie├člich ihren Kopf.
ÔÇ×Und sieh mich jetzt an.. Ein beschissenes Jahr sp├Ąter, bin ich genau die selbe Versagerin wie ich es auch schon vor 365 Tagen gewesen war. Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat sich ge├Ąndert. Au├čer das ich den einzigen Menschen in meinem Leben, der mir mehr alles andere bedeutet, von mir gesto├čen und verletzt hab. Ich bin ein schei├č Arschloch und ich wei├č, dass nichts was ich sage diesen Schmerz, diesen Vertrauensbruch jemals wieder gut machen k├Ânnte..", leicht, ironisch und selbstverachtend hatte sie bei den ersten Worten aufgelacht, ihre Augen ├╝ber ihre eigene Dummheit verdreht. ÔÇ×Aber.. Es tut mir so leid, Billy. Es tut mir so verdammt leid. Und es ist kein einziger Tag in diesem Jahr vergangen, an dem ich nicht an dich gedacht habe, an dem ich mich nicht mit jeder einzelnen Faser meines Wesen daf├╝r gehasst und verabscheut habe, was ich dir angetan habe, was ich uns angetan habe. Nur weil ich so sehr Angst davor hatte, wie wahnsinnig abh├Ąngig ich von dir bin.. Weil ich noch nie in meinem Leben so f├╝r einen Menschen empfunden habe", ein weiteres Mal verschr├Ąnkte Ivy ihre Arme vor ihrem K├Ârper und presste schlie├člich ihre Lippen fest zusammen, w├Ąhrend ihre Finger sich fest in ihre eigenen Oberarme krallten, um dadurch einen k├Ârperlichen Schmerz zu erzeugen, der sie davon ablenken w├╝rde, was innerlich in ihr vorging. ÔÇ×Und nichts von dem was ich sage, k├Ânnte was ich getan habe jemals rechtfertigen", f├╝gte sie schlie├člich hinzu.
Ivy konnte nicht einsch├Ątzen wie viel Billy von dem hier in seinem benebelten Zustand wirklich verarbeiten k├Ânnte und um ehrlich zu sein, erwartete sie nichts von ihm. Er k├Ânnte auch einfach nur still nicken und sie aus der Wohnung schicken. Alles war ihr Recht. ÔÇ×Und weil ich niemals all das was in diesem Jahr passiert ist, was davor alles in meinem Kopf abgegangen ist, in Worte zusammen fassen k├Ânnte, hoffe ich das dir das die Klarheit verschafft, die du verdient hast", gab sie von sich, w├Ąhrend ihr Blick auf das B├╝chlein auf dem Tisch deutete. Sie hatte keine Ahnung woher all die Worte gekommen waren, aber sie waren da gewesen und sie hoffte, dass er mit ihnen wenigstens etwas anfangen konnte, dass sie ihn wenigstens etwas verstehen lie├čen. Und jetzt stand sie einfach da, umklammerte sich noch immer mit beiden Armen mitten in seinem Wohnzimmer und schaute ihn mit ersch├Âpften, glasigen Augen an. In der Hoffnung er k├Ânnte sie irgendwann wieder von ihrem ewigen Schmerz erl├Âsen.
"Ich kann alles auf dieser verfickten Welt verlieren.. Aber nicht dich, Billy, dich kann ich nicht verlieren.."
 
 
BILLY PITTMANN (geschrieben von hellgirl)
Auf nat├╝rliche Art vermischte sich sein Schamgef├╝hl und die Nervosit├Ąt in seinem Gem├╝t. Sein K├Ârper stand bereits vor dem Chaos, aber das Ivy ausgerechnet in diesen unpassenden Sekunden wieder zur├╝ck in sein Leben platze, kr├Ânte den riesigen Haufen. Ivy wusste wom├Âglich oder konnte sich ausmalen, was in den letzten Tag mit Billy passiert war, wie es ihm mit ihrer vorl├Ąufigen Entscheidung ging oder wie sein K├Ârper unter dieser litt. Sp├Ątestens jetzt in seinen verwahrlosten Vier-W├Ąnden sollte es der jungen Frau klar geworden sein, dass das ihr Werk war, auch wenn Billy sich anders h├Ątte helfen k├Ânnen. Aber auf gewisse Art und Weise war es ihm unangenehm, dass Ivy dieses ├Ąu├čere Chaos, dass tats├Ąchlich mal Tageslicht gesehen hatte, mitbekam. Deshalb war er mit seinen Gedanken nur auf die Flaschen fokussierte, k├╝mmerte sich nicht darum, ob Ivy es sich bequem machen w├╝rde oder sich n├Ąherte. Letzteres trat ein, denn keine Sekunde sp├Ąter verharrte Billy in all seinen Bewegungen, mit seinen beschissenen Gedankenkarussell und dem abgrundtief erb├Ąrmlichen Geheimhalten seines Chaos. Ihre Haut ber├╝hrte seine und auf magische Weise heilten allein diese Sekunden der k├Ârperlichen N├Ąhe s├Ąmtliche Narben, die sich ├╝ber die letzten Tage ├╝ber sein Herz zogen. So schnell diese heilende W├Ąrme auch aufkam, so schnell verschwand sie genau in dem Moment, in dem Ivy ihre Hand wieder zur├╝ckzog, einige Worte murmelte und daraufhin nerv├Âs umher sah.
Billy verstand sofort, dass Ivy mit einem ernsten Thema ankam, dass sie etwas mit ihm besprechen wollte. Er wusste nur noch nicht, ob dies ein verdammt schlechtes oder gutes Zeichen war, aber unweigerlich schlich sich auch bei ihm die Neugier ein, die ihn dazu zwang, dass er sich nur aufrechthin stellte und die zwei Bierflaschen in seinen H├Ąnden hielt. Und dann passierte das, womit wohl niemand gerechnet hatte. Ivys Stimme zitterte, wodurch der gesamte Raum k├Ąlter und d├╝sterer erschien. Eine feine G├Ąnsehaut zog sich ├╝ber Billys Unterarme, ehe er mit festem Blick auf Ivys zierlicher Gestalt haftete. Er wusste wirklich, wie schwer es ihr fiel mit Worten umzugehen, vor allem, wenn es dabei um ihre eigenen Gef├╝hle ging. Billy war kein gutes Vorbild in dieser Sache, aber er war schon immer derjenige, der ehrlich ├╝ber die entstandenen Gef├╝hle sprach und wom├Âglich war genau das der Fehler, wodurch er Ivy von sich stie├č.
Vor ein paar Monaten w├Ąre Billy in diesem Moment in Freudentr├Ąnen ausgebrochen, h├Ątte Ivy in den Arm genommen und ihr die ewige Liebe gestanden, aber jetzt war es etwas anderes. Dass sie sterben w├╝rde, wenn Billy sie jemals verletzen oder verlassen w├╝rde, riss sein Herz schlussendlich in tausende Einzelteile. Er war immer der Auffassung gewesen, dass er ihr die Sicherheit schenkte und ihr die Zuversicht gab, die sie so h├Ąnderingend suchte. Ivys Worte spiegelten aber genau das Gegenteil wider. Kaum merklich fiel sein K├Ârper in sich zusammen, seine Schultern sackten nach unten und eine Bierflasche wurde zwischen seinen Fingern zu schwer, weshalb sie mit einem dumpfen Ger├Ąusch auf den Boden fiel. Billy k├╝mmerte sich aber nicht um die entstandenen Glasscherben, sondern blickte noch immer mit leeren, kalten und glasigen Augen auf die junge Frau vor sich. Ivy hingegen versuchte gegen die Tr├Ąnen anzuk├Ąmpfen, was ihr fr├╝her oder sp├Ąter nicht gelang und die ersten Tr├Ąnen ├╝ber ihre Wange rollten. Die dazugeh├Ârigen Worte, dass sie ihren langersehnten Traum nicht erf├╝llen konnte und ihr Leben steil bergab ging, untermauerten ihre Emotionen. Sie in diesen Zustand zu sehen, riss einen weiteren Teil von Billy auseinander. Diese Unterhaltung war alles, was Billy sich in den letzten Monaten so sehr w├╝nschte. Er tr├Ąumte f├Ârmlich von diesem Szenario, legte sich Worte zurecht, um auf ihre antworten zu k├Ânnen, aber jetzt war sein Kopf so verdammt leer und doch laut. Tausende Gedankeng├Ąnge rasten in Lichtgeschwindigkeit durch seinen Kopf und f├╝r einen Bruchteil einer Sekunde versp├╝rte er das Gef├╝hl, dass er noch immer im Poison stehen w├╝rde, w├Ąhrend es sich so anf├╝hlte, als k├Ânnte er sich nicht mehr bewegen, als w├Ąre er v├Âllig ausgeliefert.
Ein leises, kaum h├Ârbares: ÔÇ×Nein", kroch aus seiner viel zu trockenen Kehle, als Ivy sich selbst als eine Versagerin betitelte. Sie war alles, aber mit Sicherheit keine Versagerin. Sie war so etwas Wundersch├Ânes, Wertvolles und Zerbrechliches, dass Billy sie nur lieben konnte. Ihre Worte l├Âsten etwas in Billy aus, wovon er bef├╝rchtete, dass es mit ihrem Gehen gestorben war. Es war warm, irgendwie auch wertsch├Ątzend. Billy konnte es nicht einmal wirklich beschreiben, was in seinem K├Ârper vor sich ging, als Ivy sich f├╝r die Taten entschuldigte, als sie gestand, dass sie noch nie zuvor f├╝r jemanden solche Gef├╝hle entwickelt hatte. Blitzschnell zuckten seine Mundwinkel nach oben, bildeten ein kurzes L├Ącheln, ehe er blitzend versuchte die Tr├Ąnen abzuwehren. Ihm wurde kalt, dann wieder warm und schlussendlich sammelte sich diese unerkl├Ąrliche W├Ąrme in seinen Kopf, in seinen Wangen und seinen Augen, wodurch ihm die eine oder andere Tr├Ąne ├╝ber die r├Âtlichen Wangen rollten. Statt sie zu entfernen, hielt Billy den Blickkontakt zu Ivy. Ihm war es nicht peinlich, dass er wirklich weinte oder dass er f├╝r diese Frau mehr f├╝hlte, als jemals zuvor ÔÇô da war ihm das Chaos in seiner Wohnung peinlicher.
Erst als ihre Worte sich an das kleine Buch auf dem Wohnzimmertisch wandten, blickte er mit verschwommener Sicht auf das Notizbuch und ├Âffnete kurz seinen Mund, um eine salzige Tr├Ąne von den rauen Lippen zu lecken. Ausgerechnet ihre letzten Worte in Kombination mit ihrer Zerbrechlichkeit und ihrem Wesen, l├Âste etwas in Billy aus. Er konnte sie nicht noch einmal ziehen lassen, denn er wollte Ivy, verdammte Schei├če, er wollte sie.
Ohne weitere Worte oder Widerworte oder anderweitiger Reaktion, lie├č er auch noch die zweite Flasche in seiner Hand fallen und st├╝rmte auf die junge Frau zu. Behutsam umklammerte er ihren K├Ârper, vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter und in ihren Haaren, w├Ąhrend eine Hand besch├╝tzend an ihrem Hinterkopf lag und er vorsichtig ├╝ber die Haarstr├Ąhnen strich. Das war wom├Âglich auch der Starschuss f├╝r Billys Emotionen, die sich zu Wort melden wollten. Die Tr├Ąnen flossen ununterbrochen ├╝ber seine Gesichtsz├╝ge, w├Ąhrend er schmerzlich die r├Âtlichen Augen schloss und die k├Ârperliche N├Ąhe zu Ivy suchte.
Erst nach einigen Sekunden l├Âste er die innige Umarmung und entfernte sich einige Zentimeter von ihrer Gestalt. Binnen Augenblicken vermisste er diese N├Ąhe, ihren Geruch und die aufkommende W├Ąrme. Nichtdestotrotz war er nun an der Reihe seine Gedanken zu offenbaren, auch wenn das nur ein Bruchteil davon war, von dem Ivy noch sprach.
ÔÇ×Du glaubst gar nicht, was diese Worte f├╝r mich bedeuten, Ivy", begann er und wischte sich die restlichen Tr├Ąnen aus dem Gesicht. ÔÇ×Ich habe immer an dich gedacht, was du so machst, mit wem du abh├Ąngst oder ob du mit deiner Nase in irgendeiner Kokain Line h├Ąngst", schmunzelnd nahm er kurz den Blick von ihr und betrachtete die Decke. ÔÇ×Aber am Ende habe ich immer gehofft, dass du wieder vor meiner T├╝r stehen w├╝rdest, dass du wieder hier sein w├╝rdest, bei mir und jetzt bist du es. Ich wei├č nicht einmal, ob das hier gerade nur ein Traum ist, aber verdammte Schei├če Ivy, du bist mir so verdammt wichtig und ich will das wieder haben, was wir damals hatten."

                                 Wer braucht schon Urlaub, wenn man dissoziieren kann?

Antworten
1  |  2  |  »  |  Letzte

« zur├╝ck zum Forum