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🎲 Adventskalender 2024 🎲

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Alaska

26, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Neuling

Beiträge: 1801

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Alaska am 09.12.2024 16:07

Tür 8 Wie hat dein Charakter die Weihnachtszeit seiner Kindheit in Erinnerung? Hat er ein bestimmtes Geschenk bekommen?


Amaro wuchs in einer kleinen spanischen Stadt auf, wo Weihnachten traditionell, aber bescheiden gefeiert wurde. Die Häuser wurden mit einfachen, handgemachten Lichtern geschmückt, und die Straßen waren erfüllt vom Duft nach Kastanien, die an kleinen Ständen geröstet wurden und Polvorón, der in Mengen bei Bäckern gebacken wurde. Die Familie Alvarez war nicht mehr reich, wie vor vielen Generationen, aber seine Mutter bemühte sich, die Festtage für ihn so besonders wie möglich zu machen.
Der Weihnachtsabend war geprägt von Liedern, die seine Mutter sang, während sie eine traditionelle „Nochebuena"-Mahlzeit vorbereitete – häufig nur mit den einfachsten Zutaten, aber mit viel Liebe. Amaro erinnert sich daran, wie seine Mutter die Familie ermahnte, dass es nicht auf das Geschenkpapier oder die Größe der Päckchen ankam, sondern auf die Gedanken, die dahinterstanden. 
Ein prägendes Geschenk aus seiner Kindheit ist ein kleiner, geschnitzter Holzritter, den sein Vater für ihn gefertigt hatte, als sie bereits nach Amerika ausgewandert sind. Amaro war etwa neun Jahre alt und die Zeiten waren besonders schwer. Sein Vater, der oft monatelang abwesend war, um als Wanderarbeiter Geld zu verdienen, hatte den Ritter aus einem Stück Eichenholz geschnitzt und ihm persönlich überreicht. Der Ritter hatte ein Schwert in der Hand und ein stoisches, leicht rau gearbeitetes Gesicht. Für Amaro wurde die Figur schnell zu einem Symbol von Stärke. Er trug sie lange Zeit bei sich, selbst als er älter wurde und das Schnitzwerk schon vom Gebrauch abgenutzt war.
Heute denkt Amaro mit gemischten Gefühlen an diese Zeit zurück. Der geschnitzte Ritter ist längst verloren gegangen, irgendwo durch die ständige Bewegung seines Lebens. Doch die Lektion, die dahinterstand – dass Stärke in den kleinen, aufrichtigen Momenten liegt – ist ihm geblieben.
Weihnachten war für ihn nie nur eine Zeit der Freude, sondern auch eine Zeit des Durchhaltens. Dies ist der Grund, warum er die übertriebene Kommerzialisierung des Festes heute ablehnt. Doch irgendwo tief in ihm lebt noch der Junge, der an Heiligabend unter einem schief stehenden Baum saß, den geschnitzten Ritter in der Hand, und daran glaubte, dass Mut und Hoffnung stärker sein konnten als jedes Hindernis.


Tür 9Welche Weihnachtskost würde dein Charakter jetzt grad vernaschen?

Amaro ist kein großer Freund von süßen, überzuckerten Leckereien, aber er hat eine Schwäche für einfache, traditionelle Weihnachtskost, die für ihn mit einem gewissen Nostalgiefaktor behaftet ist. 
Dazu gehören spanische Turrón, Polvorónes und geröstete Kastanien. Amerikanische Weihnachtsüßigkeiten wie Zuckerstangen, bunte Weihnachtskekse oder Eggnog lässt er meist links liegen. Sie sind ihm zu künstlich und zu süß.

IF THERE'S A GOD I'M GOING TO MAKE HIM CRY

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.12.2024 16:12.

Sprenkel

26, Weiblich

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Beiträge: 899

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Sprenkel am 09.12.2024 03:23

tuerchen_9.png

9. Dezember
Welche Weihnachtskost würde dein Charakter jetzt grad vernaschen?


Zeit für die Antwort bis am 11. Dezember um 23:59 Uhr

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Alaska

26, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Neuling

Beiträge: 1801

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Alaska am 09.12.2024 03:10

Tür 7: Das absolute Minimum unter absoluten Schmerzen

Amaro würde jegliche Art von Weihnachtsbekleidung nur in äußerst spezifischen und außergewöhnlichen Situationen tragen, und selbst dann widerwillig oder mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Am wahrscheinlichsten wäre ein Szenario, in dem Ivy oder Arden ihn aus irgendeinem Grund dazu überreden – etwa als Teil einer Wette, eines Deals oder schlichtweg durch hartnäckige Überredungskunst. Besonders Ivy könnte ihn mit ihrer eigenwilligen Art dazu bringen, es „nur dieses eine Mal" zu tun, vielleicht sogar unter dem Vorwand, dass es jemand anderem Freude bereitet.
Auch wenn jemand ihn darüber hinaus wiederholt beschuldigt, „absolut keinen Weihnachtsgeist" zu haben, würde er aus purem Trotz beschließen, eine Mütze aufzusetzen, nur um das Gegenteil zu beweisen.


Download.jpg


Bonus:
Was mit Amaro geschieht, wenn man "whiskey bottle" in die description mit reinnimmt:


whisky-amaro.png


https://perchance.org/ai-character-generator



IF THERE'S A GOD I'M GOING TO MAKE HIM CRY

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.12.2024 03:27.

tintenfeuer

23, Weiblich

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Beiträge: 1200

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von tintenfeuer am 09.12.2024 00:16

7. Dezember: Eine Sammlung möglicher Weihnachtsoutfits Arden Ledoux'

ARDEN LEDOUX

ehemalige Vampirjägerin | neuerdings (ironischerweise) ein Vampir 
 
(irgendeine unbestimmte gnädige Modedesignerin aus dem Off: "Arden hat sich natürlich geweigert, jeglichen Aufwand bezüglich ihres Weihnachtsoutfits zu machen. Aber ich bin es müde, sie jeden Tag in denselben Sachen herumlaufen zu sehen. Sie findet Weihnachten vielleicht derzeit nicht so... naja. Aber irgendwer muss ja dafür sorgen, dass sie auf den Fotos gut aussieht. Ich habe ihr hier ein kleines Weihnachtslookbook angefertigt - Die Süße wird ja schließlich jetzt, nach ihrer Verwandlung, noch ein paar Weihnachtsfeste mehr miterleben als es ihr lieb ist *kicher*, da kann sie etwas Reserve gebrauchen")

 
painterly_digital_painting_wom-2.jpeg 

woman_in_her_early_twenties_da-7.jpeg 

woman_in_her_early_twenties_da-5.jpeg 

black_and_white_technical_draw.jpeg 

black_and_white_technical_draw-2.jpeg

woman_in_her_early_twenties_da-9.jpeg 


(Disclaimer: offensichtlich konnte ich mich weder für einen Stil, noch für ein Outfit entscheiden LOL)

wie man Arden trotz all dieser Inspo vorraussichtlich an Weihnachten antreffen wird: 


painterly_digital_painting_wom.jpeg


...aber wer weiß, vielleicht steht sie ja doch in besserer Laune auf als erwartet und wagt es dieses Jahr einmal, etwas anders zu machen als sonst? Und wenn nicht dieses, dann vielleicht nächstes Jahr.

Quelle sämtlicher Bilder: https://perchance.org/ai-character-generator

too much love to fail

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.12.2024 00:28.

random.xme

22, Weiblich

  10. Wannabe Poet

Event-Begeisterter

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von random.xme am 08.12.2024 19:04

08. Dezember

 

Die Dunkelheit von draußen hatte sich fest in sein Kinderzimmer geschlichen. Die Kälte der letzten Tage kroch durch die Wände der Altbauwohnung. Die Heizung funktionierte dieses Jahr nicht und ein kleiner Körper presste sich auf der Suche nach Wärme am seinem Bauch. Er hasste es Nachts aufzuwachen. Er hasste es abends länger wach zu bleiben. Er hasste es, wie seine Mutter den Schlüssel im Schloss umdrehte und dann fremde Männer in die Wohnung traten. Er hasste es nicht helfen zu können. Er hasste es die Tränen der gebrochenen Frau nicht trocknen zu können.
Ein Bild von Rudolf klebte halb am Fenster. Die Lichterketten aus dem Ein-Euroladen um die Ecke surrten, als ich den Schalter umlegte. Unser Zimmer bestand aus dem Nötigsten. Zwei Betten, obwohl das zweite für Mira viel zu klein geworden ist, weshalb sie meistens bei mir schlief. Ein Kleiderschrank der für unsere Kleidung völlig reichte, ein Tisch und ein abgesessener Stuhl. "Ich habe Durst" murmelte meine 5-Jährige Schwester und versuchte sich aus dem Kissen zu blinzeln "ich mache uns einen Tee" versprach ich dann und schloss das Zimmer auf.
Ich schlich mich auf leisen Sohlen in die Küche mit dem versifften Gasherd. Hier hatten wir einen Adventskranz und einen Discounter-Schokoadventskalender. Ich stellte den Wasserkocher an und lauschte dem Fauchen der Heizungsrohre.
"Ein Fehler in der Zentralheizung" hatte sie mir erklärt, aber ich hatte die Mahnungen gelesen. Sie hatte die Heizkosten nicht gezahlt. Ich füllte eine Wärmflasche und zwei Tassen Tee mit heißem Wasser und ging zurück zu Mira.

Sie hatte sich in ihrem kleinen Nachthemd aufgesetzt und sich die Haare nach hinten gestrichen. "Na du?" Fragte ich dann und reichte ihr die Tasse und Wärmflasche "Frohe Weihnachten" sagte sie und hielt mir ein dürftig eingepackt es Geschenk unter die Nase. Nachdem ich die Papierreste entfernt hatte, erkannte ich, dass sie wohl im Kindergarten aus Salzteig Weihnachtsschmuck gebastelt hatten. Ich hielt drei aufgefädelte Kugeln in der Hand, von der der obersten Kugel ein Schneemanngesicht aufgemalt wurde.
"Das ist so süß von dir...danke. So etwas Schönes hat mir noch nie jemand geschenkt!" Erklärte ich ihr. Das war nicht einmal gelogen.

Grille

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random.xme

22, Weiblich

  10. Wannabe Poet

Event-Begeisterter

Beiträge: 4139

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von random.xme am 08.12.2024 18:51

07. Dezember

 

"Piiiiiiet!" Rief meine Freundin laut von unten. Dieses Jahr verbrachten wir das Weihnachtsfest bei ihrer Familie und eigentlich waren wir schon viel zu spät dran. Heute wollten wir alle zusammen essen gehen und ich hatte extra meine rudimentären Französisch-Fähigkeiten aufpoliert, um ansatzweise den Gesprächen folgen zu können.
Ich war diesem Aufzug nicht gewohnt, aber alle zwei Jahre konnte auch ich mit mal ein Hemd anziehen, eine Krawatte binden und so tun als wäre ich ein kompetenter Erwachsener. Der Pullover über dem Hemd sollte das Outfit lockerer wirken lassen, auch wenn ich mich alles andere als danach fühlte. Selbst die Anzugshose saß mittlerweile etwas eng an der Hüfte. Sogar auf bunte Motivssocken verzichtete ich zu diesem Anlass. Ich fühlte mich verkleidet und versuchte nicht wie ein bockiger 3 Jähriger die Treppe nach unten zu tapsen.

"Meine Güte siehst du schick aus..." Sagte Jade und hatte sich gerade die goldenen Ohrringe ins Ohr gesteckt. Sie sah einfach umwerfend aus. Ihr Lächeln war so rot, dass ich mich kaum traute sie zu küssen, ohne dass sie mich zwang mich abschminken zu gehen. Sie steckte sich noch ein paar Schmuckringe zusätzlich an die Finger und lächelte dabei verliebt. Wie konnte eine Frau, die ich so sehr für ihre lockere Jogginghose und wirren Haare am Sonntagmorgen liebte, so elegant aussehen? In den hohen Schuhen war sie ein halben Kopf größer als ich, aber es ließ ihre wunderschönen Beine noch länger wirken.
Sie legte die Arme um meinen Hals und küsste mich "Die Hose wird langsam auch etwas eng...aber du kannst es ja tragen" flüsterte sie mir dann ins Ohr und ich wunderte mich über ihr verschmitzes Lächeln.

Grille

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LuciferDaem...

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Catriona McLoid - 8. Dezember

von LuciferDaemonium am 08.12.2024 13:44

8. Dezember - Childhood memories

 

Der Sonntag kam und mit ihm der zweite Advent. Auf der Terasse hatte Catriona die kleine Feuerschale entzündet und sich Decken auf die gemütliche Bank zurechtgelegt. Auf dem Terrassentisch davor stand ein Adventskranz aus echten Tannenzweigen mit großen Kerzen, von denen Zwei bereits brannten. Selbstredend stand der Aschenbecher bereit und die Schottin huschte nur noch hinein, um die Thermoskanne Tee zu holen, als auch ihren Latte mit Zimt. Ein Klingeln ließ sie jedoch in der Bewegung innehalten und etwas überrascht sah sie zu ihrer Wohnungstür. Sie erwartete eigentlich keinen Besuch. Aber das hatte sie beim letzten Mal auch nicht. Catriona öffnete die Tür und sah überrascht Azrael entgegen, der sie nur schmunzelnd musterte.
"Was denn, keine Weihnachtselfe heute?", kam es schon bedauernd von ihm, immerhin trug sie nur einen warmen Wollpullover im dunklen Blau und die Zipfelmütze fehlte auch. Catriona lachte nur und schüttelte den Kopf.
"Erst am Montag wieder.", grinste sie und der Dämon nickte fast schon zufrieden. Sie wusste gar nicht, was er eigentlich mit dem Foto gemacht hatte, dass Monique ihm geschenkt hatte. Aber bevor sie nachfragen konnte, betrat Azrael wie beim letzten Mal auch ungefragt ihre Wohnung. Sein Blick blieb kurz am Weihnachtsbaum hängen.
"Zum Schmücken bist du dieses Mal ja kaum hier.", zog sie fragend die Brauen an und Azrael zuckte nur mit den Schultern.
"Mir war langweilig.", rechtfertigte er sein Auftauchen und Catriona prustete los. Wenn er Langeweile hatte, tauchte er bei ihr auf? Irgendwie war das ja fast schon... süß? Nein, sie verscheuchte ganz schnell die Gedanken wieder, nahm seine Aussage einfach als solche hin.
"Willst du auch einen Kaffee? Ich habe mir gerade einen gemacht. Draußen brennt die Feuerschale.", gab sie ihre Erlaubnis, dass er bleiben konnte. Nicht, dass er darauf Rücksicht genommen hätte.
"Warum klappt das bei dir zu Hause mit dem Kaffee, aber nicht in der Firma?", grinste er dreist zu ihr und Catriona verdrehte nur die Augen.
"Hier bist du mein Gast, in der Firma mein Boss - das ist ein Unterschied.", zwinkerte sie ihm frech zu, ehe sie in der Küche verschwand.

Als sie wiederkam, stand Azrael vor der Fotowand, auf der Dutzende Bilder von ihr und ihrer Familie zu sehen waren. Die Kinderbilder hatte sie jedoch in einem Schubfach ihres Schreibtisches verstaut. Er musterte sie interessiert und fuhr leicht herum, als Catriona sich leicht räusperte. Er schien sich ungewollt ertappt zu fühlen, überspielte es jedoch indem er einfach seinen Kaffee entgegennahm und sie sich draußen auf die Bank setzten. Der Rotschopf breitete die Decke über ihre Beine aus und diesmal war es der Dämon, der ihr eine Kippe reichte. Schmunzelnd griff sie danach und lehnte sich dann gemütlicher in die Kissen zurück. Ihr Blick war auf die Kerzenflammen gerichtet, die leicht zuckten, als Azrael sie aus ihren Tagträumen zerrte.
"Warum hast du eigentlich keine Bilder von dir als Kind? Ich dachte ich könnte über etwas lachen.", meinte er fast schon enttäuscht. Catriona lachte leicht.
"Genau aus dem Grund hängen sie nicht an der Wand.", konterte sie sofort und jetzt wandte sich der Dunkelhaarige ihr mit dem Oberkörper zu.
"Was denn, willst du eine peinliche Zahnspange verstecken?", provozierte er sie grinsend, die Neugierde war dafür deutlich in seinen Augen zu sehen. Cat seufzte nur.
"Du wirst keine Ruhe geben, bis ich dir eins gezeigt habe, oder?", fragte sie schon resigniert.
"Exakt.", entkam es ihm munter und sie stand nochmals auf.
"Du bist unmöglich.", rief sie ihm noch zu, als sie reinging und das erste Bild, was ihr entgegenkam, war tatsächlich ein Foto einer vergangenen Weihnachtszeit. Ein liebevoller Schimmer schlich sich in ihre grauen Augen, als sie die sechsjährige Version von sich selbst in den Armen ihrer Eltern und ihrem Bruder sah. Dabei hielt sie freudestrahlend ihr damaliges Weihnachtsgeschenk in den Händen. Sie musste unwillkürlich lächeln und kehrte mit dem Bild nach draußen zurück und reichte es Azrael. Er hob beide Brauen und musste unweigerlich schmunzeln. Immerhin waren Catrionas Haare damals eher unbändig gewesen und sie hatte hier und da sogar ein paar Locken gehabt. Die Haare umgaben dadurch ihr Gesicht schon fast wild. Sie trug einen kitschigen Weihnachtspullover, wobei die ganze Familie das wohl durchgezogen hatte. Ihre Eltern trugen ebenso welche, auch Kilian, der ein paar Jahre älter war, wie seine kleine Schwester. Catrionas Vater hatte seine Hand auf ihren Schopf abgelegt und grinste, ein roter Bart zierte sein Gesicht und warme, braune Augen sahen in die Kamera. Das Foto war aufgenommen, bevor er in die Kriegsgebiete ziehen musste und damals hatte er noch beide Beine besessen. Catrionas Mutter sah ihrer Tochter vom Gesicht her ähnlich, wobei ihre Haare Blond waren. Dafür kamen von ihr die stechenden, grauen Augen. Auch sie lächelte liebevoll, während sie einen Arm um Kilians Schultern gelegt hatte und die andere Hand auf Catrionas Schulter ruhte. In den kleinen Händen hielt Catriona stolz eine spezielle Version eines Mensch-Ärger-Dich-Nicht, die mit Fantasy-Figuren ausgestattet war. Elfen, Zwerge und andere Rassen stellten die liebevoll gestalteten Figuren dar und die Schottin hatte es geliebt, sogar noch heute in ihrem Schrank.

Sie ließ Azrael einen Moment Zeit das Foto zu mustern und es kam tatsächlich mal kein dämlicher Spruch von ihm. Und obwohl er nicht fragte, begann Catriona, ihm von dem damaligen Weihnachten zu erzählen.

~*~

"Santa war da, Santa war da!" Catrionas aufgeregte Stimme erfüllte das ganze Haus, als sie mit stolpernden Schritten die Treppe hinunterrannte. Die letzte Stufe hüpfte sie förmlich runter. Ihr auf den Versen war Kilian, der laut lachte.
"Nicht so schnell, sìthiche beag! [schottisch: Kleine Fee]", rief er ihr hinterher und bekam sie jedoch nicht zu fassen, da der rothaarige Wirbelwind bereits durch den Flur rannte. Kilian fluchte noch leise hinter ihr, als er gegen den Schrank stieß. Catriona bekam das gar nicht mit und rannte munter weiter ins Wohnzimmer. Das Feuer im Kamin flackern bereits und der Baum leuchtete wunderschön, funkelte in warmen Farben goldener und roter Kugeln. Und unter ihm standen einige wenige Geschenke. Besonders viel gab es nie an Weihnachten, aber für Catriona waren die vier Geschenke schon eine Menge. Ihre Augen weiteten sich begeistert und sie hüpfte auf der Stelle, während ein freudiges, kindliches Lachen ihre Lippen verließ. Sie klatschte in die Hände und wollte sich schon auf die Pakete stürzen, als ein Paar kräftiger Arme sie von hinten packten und leichthin hochhoben.
"Athair! [Vater/Papa] Lass mich runter, Santa war da!", zappelte Catriona sofort, doch ihr Vater Ian hielt seinen kleinen Wirbelwind fest und lachte nur rau auf.
"Warum so stürmisch, sìthiche!", wollte er neckend wissen und entrüstet plusterte sie ihre Wangen auf.
"Ich will schauen, was Santa mir gebracht hat!", rief sie empört aus und trommelte nicht wirklich fest mit ihren Fäusten auf den Armen ihres Vaters herum.
"Ach, ist das so? Warst du denn auch artig? Vielleicht sind das meine Geschenke!" Fast schon erschrocken starrte Catriona ihn an.
"Aber... Aber ich war doch ganz lieb dieses Jahr!", stotterte sie drauf los und Ian erbarmte sich mit liebevollen Lächeln.
"Na schön, aber du weißt, dass im Wohnzimmer nicht gerannt wird. Deine Mom macht mir die Hölle heiß, wenn sie das mitbekommt.", raunte er seiner Tochter verschwörerisch zu und eifrig nickte sie.
"Ich laufe langsam, athair.", versprach sie brav und er ließ sie auf dem Boden ab. Ein Räuspern hinter ihnen verriet, dass ihre Mutter Olivia schon hinter ihnen stand. Sie warf ihren Mann einen halb tadelnden, halb amüsierten Blick zu, ehe sie schmunzelnd auf den kleinen Rotschopf blickte. Kilian stand neben ihr und gesellte sich gleich begeistert zu seiner Schwester. Die Kinder hockten unter dem Baum und suchten nach ihren Namen, während ihre Eltern sich auf der Couch niederließen und dabei zusahen.

Irgendwann entkam Catriona ein begeistertes Quietschen, als sie das Geschenkpapier aufgerissen hatte und ein Brettspiel zum Vorschein kam. Mit leuchtenden Augen blickte sie auf und hielt das Spiel hoch über ihren Kopf.
"Santa hat mir das Spiel geschenkt, was ich mir gewünscht habe!", jubelte sie förmlich und ihre Eltern schmunzelten nur liebevoll, ehe sie gespielt begeistert nickten.
"Können wir es gleich spielen? Bitte, bitte?", flehte der Rotschopf auch schon und Ian grinste nur.
"Ihr wollt alle nur gegen mich verlieren.", gab er selbstbewusst von sich und bekam sogleich einen strafenden Ellenbogen seiner Frau ab, die ihrer Kleinen nur über die roten Haare fuhr.
"Natürlich können wir das, mein Schatz. Aber erst machen wir ein Foto für Grandma, okay?" , meinte die Geschichtslehrerin sanft. Sie rief auch sogleich Kilian zu sich, der begeistert eine größere Spielzeugversion eines Motorrads in den Händen hielt. Ian stellte die Kamera auf, ehe sich die kleine Familie davor versammelte, die Geschenke dabei stolz in den Händen der Kinder.

~*~


Catriona blinzelte leicht, war sie während dem erzählen doch merklich in ihren Erinnerungen abgedriftet. Das warme Lächeln hatte sich auf ihrem Gesicht festgesetzt und ein paar Tränen schimmerten in ihren Augen. Sie blickte vom Adventskranz auf und sah selbst zu dem Foto, das noch immer in Azraels Händen lag. Er hatte stumm zugehört und sie einfach nur gemustert, aber so wirklich hatte sie es nicht mitbekommen. Zu sehr war sie in ihren Erinnerungen versunken, je mehr sie erzählt hatte.
"Du vermisst sie sehr.", stellte er irgendwann leise fest und ein undefinierbarer Ausdruck hatte sich auf seinen Zügen festgesetzt, den Catriona nicht wirklich deuten konnte. Sie nickte ehrlich.
"Sehr sogar.", gab sie leise zu, atmete dann jedoch durch. Sie wollte heute nicht mit traurigen Gedanken verschwenden. Und plötzlich kam ihr eine Idee, um die Stimmung aufzulockern.
"Hey, hast du Lust, eine Runde zu spielen? Ich habe das Brett immer noch.", fragte sie ihn begeistert und erst wirkte der Dämon überrascht, ehe er nur grinste.
"Aber wehe, du schmollst dann, wenn du verlierst.", gab er sein Einverständnis und frech streckte sie ihm kurzerhand die Zunge heraus.
"Du wirst schon sehen, am Ende wirst du den Kürzeren ziehen.", forderte sie ihn heraus und sprang auch schon auf, um das alte Brettspiel zu holen. Vorfreude machte sich in ihr breit, als sie mit der Schachtel wiederkam und sie enthusiastisch auf dem kleinen Tisch aufbaute.
"Ich nehme die Elfen, keine Diskussion!", bestimmte sie, noch ehe Azrael sich irgendwelche Figuren aussuchen konnte. Spöttisch hob er eine Braue und beugte sich mehr zum Tisch.
"Die werden dir auch nicht helfen, Kätzchen.", zog er sie auf und wählte kurzerhand die Orc-Fraktion. Catriona grummelte nur etwas Unverständliches, als er sie wieder bei ihrem alten Spitznamen nannte. Aber sie wehrte sich lange nicht so bissig, wie es für sie eigentlich normal wäre. Sie hätte ihn wohl besser nicht mit Monique bekannt machen dürfen, das würde er wohl bis zum bitteren Ende durchziehen. Aber ein Teil von ihr genoss es sogar.

Sie verbrachten die nächsten Stunden damit, im warmen Schein der Feuerschale und mit heißem Tee bewaffnet Mensch-Ärger-Dich-Nicht zu spielen. Catriona war selbstredend so verbissen wie damals als Kind und schadenfroh waren sie beide, wenn sie dem jeweils anderen eins auswischten. Aber einige Runden gewann auch sie, obwohl sie manchmal diskutierten, ob der jeweils andere gemogelt hatte. Um die Mittagszeit ging ihre automatische Beleuchtung der Lichterkette an und perfektionierte die entspannte Atmosphäre nur noch mehr, die zwischen ihnen herrschte.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.12.2024 13:55.

Sprenkel

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Sprenkel am 08.12.2024 04:27

tuerchen_8.png

8. Dezember
Wie hat dein Charakter die Weihnachtszeit seiner Kindheit in Erinnerung? Hat er ein bestimmtes Geschenk bekommen?


Zeit für die Antwort bis am 10. Dezember um 23:59 Uhr

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CheshireCat_86

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CheshireCat_86 am 07.12.2024 18:14

(Das hat echt Spaß gemacht, ich hab das erste mal ein Bild generiert via dem empfohlenen Generator :) Richtig cool)
Screenshot_2024-12-07_181543.png

Alice asked the Cheshire Cat, who was sitting in a tree, "Can you show me the right direction?" The cat asked, "That depends on where you want to end up?" "I don't know where I want to end up" Alice answered. "Then," said the cat, "it really doesn't matter which direction you take, does it?"

~Lewis Carroll, Alice's Adventures In Wonderland~

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.12.2024 18:16.

LuciferDaem...

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Catriona McLoid - 7. Dezember

von LuciferDaemonium am 07.12.2024 15:44

7. Dezember - A Christmas elve

 

Catriona unterdrückte ein kleines Gähnen, als sie sich den zweiten Kaffee holte und das Genick kreisen ließ. Sie waren mit einem blauen Auge von Midnight davongekommen, der sie beide zwar gerügt hatte, doch sein Büro glitzerte noch immer kunterbunt. Er schien es am Ende nicht übers Herz zu bringen, es zu vernichten. Zumal Ezekiel jetzt großteils bei ihm herumlungerte und sich an den Dekorationen erfreute. Dafür hatten Azrael und sie genügend zu tun. Es war Samstag und trotzdem waren sie beide schon früh in der Firma gewesen. Für Dämonen gab es keine Weihnachtszeit in dem Sinne, demnach gingen alle Geschäfte munter weiter.
"Wie lange willst du noch die Kaffeemaschine anstarren?", ertönte die Stimme des Teufels Sohn hinter ihr. Mit verschränkten Armen lehnte er sich im Türrahmen an und schnell beeilte Catriona sich, ihre Tasse an sich zu nehmen.
"Für dich kam ein Brief, Morissia hat ihn eben hochgebracht.", hielt er einen kleinen weißen Umschlag hoch, der an die Schottin persönlich adressiert war. Allerdings hatte jemand einen Tannenbaum draufgeklebt und etwas verwundert nahm sie den Brief an sich. Ihr Kaffee landete auf der kleinen Küchenzeile und neugierig öffnete sie ihn und zog das einzelne Blatt heraus. Dabei entging ihr nicht, dass Azrael neugierig über ihre Schulter lugte. Zugegeben erhielt sie eigentlich nur berufliche Post, keine private. Es raschelte leicht, als sie es auseinander faltete und eine bunte, weihnachtliche Schrift sprang ihr sofort ins Auge.


Ho_ho_ho.png

Erst mussten wir zusammen die Schulbank drücken, jahrelang.
Dann kam die Abschlussprüfung, Gott sei dank!
Die Jahre vergingen dann wie im Fluge,
doch jetzt sind wir mal wieder am Zuge.
Der Zahn der Zeit an den Gesichtern nagt,
doch haben wir noch nicht verzagt.


Liebe Catriona,

es ist lange her, dass wir uns alle gesehen haben. Deshalb haben wir jeden unserer alten Studienklasse angeschrieben und zu einem ersten Klassentreffen eingeladen.
Passend zur Jahreszeit würden wir dich bitten, ein weihnachtliches Kostüm zu tragen. Der Geist der Weihnacht ist dieses Jahr unser Thema!
Falls du eine Begleitung mitbringen möchtest, nur zu! Wir sind alle gespannt, wie die letzten Jahre für dich gelaufen sind!

Wir feiern am 07.12. um 19 Uhr in unserer alten Schule. Bring gute Laune und dein Kostüm mit!


Winterliche Grüße

Monique.png


Monique Thompson


Ungläubig starrte Catriona auf die Einladung. Ihre alte Klasse? Gott, von denen hatte sie seit ihrem Abschluss nichts mehr gehört. Zu viel war passiert, weshalb sie nie den Kontakt hatte halten können.
“Ein Klassentreffen?”, fragte Azrael und der Unterton, der dabei mitschwang, ließ Catriona nur spöttisch grinsen.
“Mein Klassentreffen, ja.”, gab sie frech zurück und Azrael sah fast schon enttäuscht drein.
“Du darfst eine Begleitung mitbringen.”, merkte er nur an und Catriona lachte, darauf hatte sie schon gewartet.
“Damit meinen sie eventuelle Partner. Nicht meinen Boss.” Natürlich wollte Azrael mitkommen, der ließ sich eine Party nie entgehen. Azrael grinste schalkhaft und Catriona zog schon die Brauen misstrauisch zusammen.
“Ich kann mich auch als dein Partner ausgeben.”, schlug er dreist vor und jetzt entglitten ihr die Gesichtszüge.
“W-Was?” Ihre Stimme schnellte zwei Oktaven höher.
“Nein! Kommt nicht in Frage.” Ihre Wangen fingen Feuer und schnell sah sie von ihm weg. Nein, das würde sie nicht überleben.
“Ich habe sowieso kein Weihnachtskostüm, also kann ich nicht hingehen, es ist schon heute abend.”, wollte sie schnellstens ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Azrael seufzte fast schon resigniert auf.
“Ist ja nur gut, dass wir uns hier in einer Metropole befinden, deren Geschäfte bis heute Nachmittag geöffnet haben.” Catriona wirbelte herum und sah ihn ungläubig an.
“Aber…”
“Nichts aber, fahr deinen Rechner runter, wir gehen shoppen.”, befahl er grinsend und ungläubig konnte sie nur Folge leisten. Das Würde ja was werden…


[...]


Azrael hatte seine Drohung wahrgemacht und sie wirklich in die Londoner Geschäfte gezerrt. Catriona war noch immer halb in Schock und halb amüsiert darüber. Doch als er sie definitiv ärgern wollte und ein extrem kitschiges Kostüm heraussuchte sträubte sie sich mit allem, was sie besaß.
"Keine peinlichen Kostüme!", entkam es ihr warnend und enttäuscht ließ Azrael das bunte Elfenkostüm mit Glöckchen wieder sinken.
"Zu schade, es hätte dir sicher wunderbar gestanden.", seufzte er theatralisch und Catriona erdolchte ihn nur mit Blicken.
"Ich will mich nicht zum Narren machen.", murrte sie nur und sah zweifelnd über die Auswahlmöglichkeiten.
"Du kannst auch in die Dessous-Abteilung, die haben da mit Sicherheit auch weihnachtliche Kostüme.", grinste er anzüglich und die Schottin sah entsetzt zu ihm auf. Das wäre ja noch schlimmer!
"Du bist unmöglich!", schimpfte sie und er lachte nur, sah dann jedoch wieder durch das breitgefächerte Angebot.
"Lass mich raten, du warst früher die kleine Streberin, die ohne Freunde in der Bibliothek gesessen hat?", wollte der Dämon irgendwann neugierig wissen. Er blickte auf und Catriona ließ den Ärmel eines rot-weißen Kostüms los.
"Hey, wie kommst du darauf, dass ich eine Streberin war?", empörte sie sich schon fast gekränkt. Azrael zog nur eine Braue an.
"Du bist übertrieben pünktlich, kennst meist nur die Arbeit und dein Pflichtbewusstsein verdient schon fast eine Medaille. Du bist definitiv ein Streber.", zählte er an den Fingern ab und Catriona blieb leicht der Mund offen stehen. Das waren Lob und Anschuldigung in einem und sie schüttelte kurz den Kopf.
"Das heißt nicht, dass ich mich nicht zu amüsieren weiß.", meinte sie schließlich und verschränkte ihre Arme.
"Ich war keine Streberin in der Uni. Eher das Gegenteil.", wollte sie klarstellen, doch Azrael glaubte ihr kein Wort.
"Du musst dich nicht schämen.", grinste er und sie schnaubte.
"Wirst heute Abend schon sehen, wie ich damals gewesen bin." Azrael grinste nur noch breiter.
"Also bin ich doch deine Begleitung, mh?", fragte er scheinheilig nach. Catriona bemühte sich krampfhaft, nicht an seinen Vorschlag vom Morgen zu denken.
"Als ein Freund, schlag dir deine Idee gleich wieder aus dem Kopf.", bestimmte sie gleich und der Dämon schnaubte nur ein wenig enttäuscht. Moment, enttäuscht?!
"Wenn du meinst." Azrael machte einfach weiter in seiner Suche nach einem passenden Kostüm für sie, während die Rothaarige ihn nur ein wenig misstrauisch musterte. Irgendwas war seltsam, aber sie konnte nicht sagen, was es war. Schon in Russland war die Stimmung anders, aber lieber verwarf Catriona den Gedanken schnell wieder. Sie bildete es sich bestimmt nur ein. Zumindest sagte sie das ihrem nervösen Herzen.

 

"Auf keinen Fall rot. Das beißt sich mit deinen Haaren.", schnaubte Azrael, als sie halbwegs zufrieden ein Kostüm vor sich hielt. Doch der Dämon war absolut nicht zufrieden und schüttelte den Kopf. Mutlos ließ sie es wieder sinken. Sie wollte ihn nicht einmal dafür aufziehen, dass er plötzlich zum Modeexperten wurde. Aber gut, er selbst trug nur die feinsten Klamotten, er verstand definitiv etwas davon.
"Welche Farbe würdest du denn wählen?", wollte sie wissen und Azrael musterte sie nachdenklich, schien ernsthaft zu überlegen, ehe ihm eine Idee kam.
"Ein dunkles Grün dürfte passen." Als wäre ihm etwas eingefallen, wank er eine Verkäuferin zu sich und erklärte ihr flüchtig, was er suchte, jedoch so leise, dass Catriona ihn nicht verstand. Die junge Dame huschte auch sogleich davon und kehrte mit einem grünen Elfenkostüm zurück. Es war nicht übertrieben gehalten und die roten Stickereien auf dem grünen Wollstoff waren sogar ganz niedlich. Die Ärmel waren mit dem weißen Kranz versehen, der sich auch an der passenden Mütze befand. Große goldene Knöpfe zierten das Oberteil. Ein grün-rot karierter Rock und eine ebenso grüne Leggins gehörte dazu und Catriona musste zugeben, dass sie sich darin sogar wohlfühlen könnte. Sicher, die Schuhe waren ein wenig albern und spitz zulaufend wie die der Weihnachtselfen, aber das würde sie überleben. Zudem passte es wie angegossen und fragend sah sie zu Azrael, der anerkennend grinste.
"Kommst du Montag auch so ins Büro?", wollte er gleich wissen und die Schottin lachte nur und zuckte die Schultern, während sie die Weihnachtsmütze zurechtrückte.
"Vielleicht~", ließ sie sich die Option offen.


[...]

Am Abend stand sie gemeinsam mit Azrael vor ihrer alten Uni. Sie hatte ihr rotes Haar mit einigen Locken versehen und ließ es über ihre Schulter fallen, während sie das grüne Elfenkostüm trug. Azrael hatte seinerseits einen Anzug in einem ähnlichen waldfarbenen Ton gewählt, nur ohne die kitschigen Weihnachtselemente. Sie warf ihm einen verstohlenen Blick zu, immerhin nahm sie ihn hier gerade auf eine kleine Reise in ihre Vergangenheit mit. Etwas, worauf sie unter normalen Umständen nie gekommen wäre. Aber Azrael sah sich tatsächlich interessiert um, als sie bereits den Raum der Feier von außen sehen konnten. Er leuchtete weihnachtlich und munteres Stimmengewirr drang zu ihnen durch, als Catriona ein wenig nervös voranging.
"Oh mein Gott... Kitty ist tatsächlich gekommen!", rief Monique begeistert aus, kaum dass sie mit Azrael eingetreten war. Die Brünette trug ein Rentierkostüm, dass in die Fraktion albern gehörte und kam sogleich auf sie zu.
"Kitty?", fragte Azrael bereits vorfreudig.
"Nenn mich so und ich tu dir weh.", drohte Catriona nur im halben Spaß. Doch weiter kamen sie nicht, da war Monique auch schon bei ihr und zog die Schottin lachend in eine Umarmung.
"Hey Moni, lange nicht mehr gesehen.", grinste sie erfreut und Monique musterte sie von oben bis unten.
"Gut siehst du aus, du hast dich kaum verändert. Nur ohne Lederjacke heute, was?", plapperte sie schon weiter, ehe sie Azrael neugierig ins auge fasste und dann anerkennend pfiff.
"Sieh an, du hast dir sogar ein Schnuckelchen abgegriffen. Sag bloß, jemand hat es geschafft, dich zu bändigen?", klatschte sie begeistert und etwas dreckig grinsend in die Hände. Catrionas Augen weiteten sich entsetzt und hastig schüttelte sie den Kopf, kam Azrael zuvor, der den Spaß nur zu gerne mitgemacht hätte.
"Nein! Das ist Kane, er ist ein Freund von mir.", beeilte sie sich zu sagen und enttäuscht sackten Moniques Schultern nach unten. Doch so leicht gab sie nicht auf.
"Was nicht ist kann ja noch werden. Sie fährt zwar gerne die Krallen aus, ist aber ganz handzahm, wenn man sie zu nehmen weiß.", zwinkerte sie dann munter an Azrael gewandt und spätestens jetzt wollte Catriona am Liebsten im Boden versinken.
"Ist das so?", grinste der Dämon mit genüsslichen Blick auf die verlegene Schottin.
"Ich denke, ich kann mit dem Kätzchen gut umgehen." Wie hatte er sie gerade genannt?! Ihre Augen loderten, als ihr Kopf zu ihn ruckte. Er genoss das hier definitiv eine Spur zu sehr. Während Catriona ihm gerade an den Hals springen wollte, lachte Monique nur begeistert auf und zog sie beide dann kurzerhand ins Getümmel.

Viele alte Gesichter kamen, begrüßten sie und bald schon brach wieder die alte Cat aus ihr heraus. Jene Frau, die ihren Kopf eher in Schabernack und Streiche gesteckt hatte, sich vorlaut in Probleme stürzte und wenig auf Regeln gegeben hatte. Alte Geschichten wurden ausgepackt in der Wärme von Punsch und Glühwein. Natürlich wusste die Schottin, dass Azrael sie jetzt mit so vielen neuen Dingen aufziehen würde. Aber er schien sich ebenso prächtig zu amüsieren und war immer vorne mit dabei, wenn er Gelegenheiten witterte, die Schottin zu ärgern oder in Verlegenheit zu bringen. Böse war sie ihm nicht wirklich, dafür genoss sie den gesamten Abend viel zu sehr.

Irgendwann standen sie gemeinsam draußen im Schulhof und nutzten die kühle Abendluft für eine kleine Raucherpause.
"Soso, du warst also die Rebellin, hm?", meinte Azrael nach einem kurzen Schweigen und warf ihr einen amüsierten Seitenblick zu.
"Was ist passiert, dass du dich so verändert hast?" Immerhin hatte der Humor in der Schottin merklich nachgelassen. Er hatte sie als strenge, resolute Geschäftsfrau kennengelernt, die selten mal ein ehrliches Lächeln durchblitzen ließ. Catriona nahm einen tiefen Zug und zuckte dann mit den Schultern.
"Das Leben... würde ich sagen. Irgendwann konnte ich nicht mehr tun und lassen, wonach mir der Sinn stand und ich musste meiner Familie zuliebe mein Leben in geregelte Bahnen zwängen.", gab sie zu. Doch sie lächelte dabei.
"Aber ich glaube, es ist nicht verkehrt, mein altes Selbst ab und an wieder freizulassen. Auch wenn ich den Schritt damals nie bereut habe, dadurch konnte ich meine Familie unterstützen und bin noch sehr viel weiter gekommen, als ich es für möglich gehalten habe.", schmunzelte sie mit dem Blick über den alten Hof, der sich kaum verändert hatte. Azrael unterband keine Freude, wie es sein Vater getan hatte. Dadurch kehrte ein Stück ihrer Freiheit und Menschlichkeit tatsächlich zurück, auch wenn sie nicht länger rücksichtslos und unbedacht war. Aber ihre freche Zunge und der Schalk waren dank ihm zurückgekommen.  Etwas, wofür sie dem neuen Höllenherrscher im Stillen dankte. Ohne ihn wäre sie noch immer die verbohrte Cat, die sich selbst keine Atempausen gönnen würde.

Monique störte die beiden, als sie mit einem Foto in der Hand angelaufen kam.
"Das wollte ich dir noch geben, als kleine Erinnerung an heute.", rief die Brünette etwas außer Atem und gab Azrael das besagte Foto mit verschwörerischen Grinsen. Catriona streckte neugierig ihren Hals um zu sehen, was drauf war und blinzelte perplex, als sie erkannte, dass es ein Bild von ihr selbst war. Wann auch immer Monique das gemacht hatte. Damit hatte sie nicht gerechnet, musste jedoch lachen, als sie die kleine Anmerkung 'Kratzbürstige Weihnachtselfe' darunter lesen konnte. Also wirklich, ihre Klassenkameraden waren unmöglich! Sie wurden wieder hineingescheucht ins Getümmel und Catriona genoss ihren Abend als Kitty, die Weihnachtselfe. 


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(Erstellt mit dem empfohlenen Generator)

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.12.2024 15:45.
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