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🎲 Adventskalender 2024 🎲

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CloudFair

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CloudFair am 07.12.2024 11:37

7. Dezember- Marlon Cranford- Killer für die Mafia

Da Marlon Förmlichkeit und alles, was mit Regeln zu tun hat, hasst, würde er einen Twist in das weihnachtliche Santa-Outfit, bzw. den Anzug, den am 24. viele tragen, einbauen. Hier folgen 3 Bilder, die ich extrem in Charaker fand




Herunterladen.jpg

Herunterladen_2.jpg

Herunterladen_1.jpg

Alle erstellt mit dem vorgeschlagenen Ki-Generator:)


Boy, oh Boy. The price of freedom is steep
-Zack, Crisis Core

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CloudFair

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CloudFair am 07.12.2024 11:28

6. Dezember- Marlon Cranford, Killer für die Mafia 
___

Der Liebe Marlon würde für seine freche Klappe SOWAS von auf der Naughty Liste sitzen
___
Lieber Santa, oder Klaus?

Tut mir leid, ich hab's mit Förmlichkeiten oder Authorität nicht so- das sagen mir alle um mich herum leider auch immer. Ich sage dazu eher, dass duie Leute um mich herum keinen Humor haben. Ich bin nicht immer so, du kennst das ja- schwere Kindheit und was die Möchtegern-Freuds alles attestieren wollen. Nungut, ich schweife ab, sorry. Ich wollte mich als dein Helfer bewerben. Ich bin seltsame und lange Arbeitszeiten gewohnt, zudem war ich schon in sämtlichen Zeit- und Klimazonen der Welt unterwegs. Nordpol? Hitze in der Wüste? Pff- been there, done that. Wenn du wüsstest, wie die Beschäftigung als Killer und Spion- ähhh Informationssammler abhärtet.... Achja- das "in die Häuser schleichen", again, been there, done that. Aber das weißt du warscheinlich alles schon- allwissend und -sehend, nicht wahr? Ich wäre zudem auch ein guter Wächter für dich- ich weiß nicht, wie gut Leute heutzutage das Einbrechen mitten in der Nacht aufnehmen....
Also, mein lieber Mann in Rot- Bei interesse melde dich einfach,
Marlon.


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Sprenkel

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Sprenkel am 07.12.2024 02:00

tuerchen_7.png

7. Dezember
Wie würde das Weihnachtsoutfit deines Charakters aussehen? Du kannst es beschreiben, KI-generieren lassen, zeichnen oder fotobearbeiten (Quellenangabe!). Eine kostenlose App fürs Handy, auf welcher man digital zeichnen oder auch Fotos bearbeiten kann, ist ibispaint X (Ich kann da gerne weiterhelfen). Ein kostenloser KI-Generator mit vielen unterschiedlichen Stilen ist der Perchance AI Character Generator.


Zeit für die Antwort bis am 9. Dezember um 23:59 Uhr

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.12.2024 02:01.

CheshireCat_86

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CheshireCat_86 am 06.12.2024 21:50

6. Dezember 1862

 

Sehr geehrte Herrschaften,

mit größter Begeisterung und einer Prise weihnachtlicher Vorfreude bewerbe ich mich hiermit um die vakante Position des Weihnachtsmanns in Ihrem hochgeschätzten Hause. Es ist mir ein besonderes Anliegen zu betonen, dass gerade Frauen für diese Aufgabe bestens geeignet sind – schließlich verfügen wir bekanntlich über ein außergewöhnliches Multitasking-Talent, ein Auge für Details und die Geduld eines Engels. Wer sonst könnte all die Wunschzettel studieren, Geschenke perfekt verpacken und dabei noch mit einem Lächeln "Ho, ho, ho!" rufen?

Manch einer mag einwenden, dass das Jahr 1862 nicht die ideale Zeit für eine Frau im Rollstuhl sei, um in eine derart prestigeträchtige Rolle zu schlüpfen. Doch wie heißt es so schön? Der Nikolaus geht mit der Zeit, und warum sollte er nicht auch rollen, wenn es die Umstände erfordern?

Meine Qualifikationen sprechen für sich:

  • Freundlichkeit und Güte: Kein Wunsch bleibt unbeachtet, und kein Wunschzettel ungeöffnet
  • Einzigartiger Auftritt: Der Anblick einer Weihnachtsfrau im Rollstuhl wird zweifellos die Herzen aller erweichen und für Gesprächsstoff sorgen – was wäre schließlich Weihnachten ohne ein bisschen Magie und Überraschung?
  • Effizienz auf Rädern: Mit meinem sorgfältig gepflegten Rollstuhl erreiche ich alle Winkel und Ecken Ihrer Gemeinden, schneller als jedes Rentier es je schaffen könnte. Außerdem entfällt das leidige Hufgeklapper und auch die Wartungskosten sind deutlich wirtschaftlicher, als das ganzjährige Versorgen von Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Ganz zu schweigen von den Tierarztkosten für Rudolph!

Ich bin überzeugt, dass eine moderne Weihnachtsfrau, die Diversität und Inklusion verkörpert, dem Geiste der Weihnacht besonders gut entspricht. Zudem verspreche ich, die mit der Position verbundenen Schokoladenvorräte in Maßen zu genießen, wobei ich darauf achte, stets genügend Süßigkeiten für die Kinder übrig zu lassen.

Ich freue mich darauf, die Stellung als Weihnachtsfrau anzutreten und gemeinsam mit Ihnen die Feiertage zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Für ein persönliches Gespräch stehe ich jederzeit zur Verfügung – vorausgesetzt, die Räumlichkeiten sind barrierefrei.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen,
Grace Chamberland

P.S.: Falls Sie noch einen kleinen Bonus benötigen, damit sie vollumfänglich überzeugt sind – ich singe eine hervorragende Version von "Dear Santa"!

Alice asked the Cheshire Cat, who was sitting in a tree, "Can you show me the right direction?" The cat asked, "That depends on where you want to end up?" "I don't know where I want to end up" Alice answered. "Then," said the cat, "it really doesn't matter which direction you take, does it?"

~Lewis Carroll, Alice's Adventures In Wonderland~

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.12.2024 21:51.

CheshireCat_86

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CheshireCat_86 am 06.12.2024 20:56

5. Dezember 1862

 

Grace war glücklich. Das Haus sah aus, als hätte es Weihnachten eingeatmet und einfach die Luft angehalten. Sie kicherte leise. Matt sah sie amüsiert an. „Wenn du kein Weihnachten hättest, würde dir etwas fehlen, oder?“ Grace zuckte lächelnd mit den Schultern. „Wieso auch nicht, in dieser Jahreszeit werden alle etwas glücklicher, lachen öfters und haben etwas mehr Nächstenliebe übrig. Selbst Lord Griffin hatte letztens einem Bettler einen Pence gegeben. Da wäre ich fast vom Glauben abgefallen.“ Matt setzte gerade zu einer Antwort an, als der Kammerdiener sich räusperte. „Lady Isabell.“ Kündigte er Matts Verlobte an. Sie trat ein und kam auf Matt zu. „Mathew – Darlin, wie geht es dir? Mein Gott, es riecht als würdet ihr im Wald leben.“ Beklagte sie sich und ihr süße kleine Stupsnase rümpfte sich. Grace seufzte innerlich. Isabell war kein Weihnachts-Enthusiast, und das ließ sie leider jeden merken. „Dir ist bewusst, dass diese Jahreszeit eben so riecht? Seit hunderten von Jahren ist es Brauch, Tannengrün in den Häusern zu haben.“ erklärte Grace daher ruhig. „Heidnischer Unfug.“ Meinte Isabell. „Weihnachten ist nichts anders als Konsum. Schau dir nur das Haus an, wie viel Arbeit und Material.“ „Das wir seit meiner Großmutter jedes Jahr wieder verwenden und das Tannengrün, dass am Ende als Feuerholz dient?“ konterte Grace. „Und wie viel Schmutz es macht.“ „Den du nie wegräumen müsstest.“ Isabell seufzte, als würde Grace nicht verstehen. „Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Nächstenliebe um genau zu sein, deswegen spenden wir dem Waisenhaus an Weihnachten besonders viel und werfen mehr in den Klingelbeutel, damit auch die Ärmeren, ein schönes Weihnachten haben.“ „Und würdet ihr das Geld anderweitig verwenden könntet ihr sogar Gewinn machen.“ „Aber um Gewinn geht es doch gar nicht.“ Isabell schüttelte bedauernd den Kopf. Grace sah zu Matt – so sehr sie Isabell eigentlich mochte, aber dass diese so ein Unbehagen gegenüber Weihnachten empfand, war wiederum Grace suspekt. Wie konnte man auch Weihnachten nicht mögen. Alleine die Freude, die man Empfand, wenn man schenkte. Die wunderbaren Plätzchen, das Glück anderer… für sie gab es keine schönere Zeit – und die würde sie sich auch von Isabells Haltung nicht vermiesen lassen.

Alice asked the Cheshire Cat, who was sitting in a tree, "Can you show me the right direction?" The cat asked, "That depends on where you want to end up?" "I don't know where I want to end up" Alice answered. "Then," said the cat, "it really doesn't matter which direction you take, does it?"

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CheshireCat_86

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von CheshireCat_86 am 06.12.2024 20:47

4. Dezember 1862

Grace hatte Kopfschmerzen – was ihren fiesen Bruder wirklich amüsierte. Er zog sie sogar etwas damit auf. Nun, jedenfalls so lange, bis sie ihm absichtlich einmal über den Fuß gefahren war. HA – das hatte er davon.

Am späten Vormittag hatte sich ihr Kopf ein wenig beruhigt und sie entschloss sich mit den Bediensteten im Haus, eben jenes zu dekorieren. Der Weihnachtsempfang war immer das schönste Ereignis hier auf Blenheim Palast. Zwar würde der große Weihnachtsbaum für den Ballsaal erst am 20.12. geschlagen werden und aufgebaut, aber das bedeutete nicht, dass nicht das restliche Haus dekoriert werden wollte. So begannen sie, zunächst die Handläufe der Treppenaufgänge mit Tannengrün zu umwickeln, dass der Eindruck von Girlanden entstand, die dann mit roten Samtschleifen und Kugeln in unterschiedlichster Größe dekoriert wurden. Natürlich ebenfalls alle in weinrot. Als nächstes waren der Flur und die Zimmer an der Reihe. Tannengrün auf den Tischen, schwere Kerzen, die schön weihnachtlich bemalt waren, Papierengel und Sterne, Räuchermännchen und Duftlampen wurden dekoriert. Im Eingangsbereich des Herrenhauses wurde die Krippe aufgestellt, die Grace fast bist zur Brust ging. Eine kleine Holzeisenbahn in rot und grün wurde auf den Fenstersims dekoriert und im Ballsaal kam zu den kleinen liebevollen Details ebenfalls noch ein Kindergroßer Nussknacker – der auch funktionierte. Manchmal zu gut, dann gab es eher Walnuss Krümel, anstatt Walnüssen. Grace schüttelte gerade die Zierkissen auf, die Schneemänner, Rentiere oder auch Santa Claus zeigten, während einer der Bediensteten die Weihnachtssterne an die Fenster stellte und die Stämmchen ebenfalls mit Schleifen dekorierte. Es wurde schon später Abend, als dies alles vollbracht wurde. Grace sah sich lächelnd um. Sie liebte die Weihnachtszeit und konnte beinahe schon jetzt die leise Musik der Streicher und das fröhliche Geplapper und Lachen hören, dass hoffentlich auch dieses Jahr wieder durch das Haus schallen würde. „Lady Grace?“ Helen, eine der Zimmermädchen räusperte sich. Grace hob fragend den Blick. „Wo darf ich dies aufhängen?“ sie hob einen Mistelzweig in die Höhe. „Am besten über die Eingangstür.“ Schmunzelte Grace. Es würde spannend werden, wer dem Brauch entsprechend nachkommen würde….

Alice asked the Cheshire Cat, who was sitting in a tree, "Can you show me the right direction?" The cat asked, "That depends on where you want to end up?" "I don't know where I want to end up" Alice answered. "Then," said the cat, "it really doesn't matter which direction you take, does it?"

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LuciferDaem...

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Catriona McLoid - 6. Dezember

von LuciferDaemonium am 06.12.2024 20:28

6. Dezember - Eine seltsame Bewerbung

Sehr geehrter Santa Claus,


hiermit möchte ich mich auf die Stelle als Ihre Nachfolgerin bewerben. Die Job-Beschreibung als Leiterin des Nordpols und der damit verbundenen Werkstätte hat mich sofort angesprochen.

Meine Talente liegen in der Organisation und Pünktlichkeit, die in Ihrem Geschäft wohl höchste Priorität besitzen.
Zudem bin ich durch meine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Dämonen und Engeln durchaus in der Lage, mich mit magischen Wesen und Umgebungen vertraut zu machen und finde mich recht schnell zurecht.

Des Weiteren habe ich die letzten Jahre eine Führungsposition inne und bin demnach geübt darin, Personal zu leiten und Dienstpläne auszuarbeiten. Abläufe zu optimieren und Produktverbesserung anzugehen stehen für mich auf der Tagesordnung und ich sehe große Chancen in Ihrem Betrieb, mich diesbezüglich zu verbessern und weiterzubilden.

Durch meine Hochschule im Bereich Grafik und Design könnte ich mich ebenso kreativ mit in die Entwicklung neuer Spielzeuge mit einbringen. 

Zudem spreche ich einige Sprachen, darunter neben meiner Muttersprache Englisch auch Französisch, Russisch und ein bisschen Deutsch. Ich bin natürlich gewillt, weitere zu erlernen und zu verbessern, wenn sie für die Stelle benötigt werden. 

Meine Qualifikationen können Sie meinem Lebenslauf im Anhang entnehmen. Ein Empfehlungsschreiben habe ich selbstredend ebenso für Sie vorbereitet.

Sollten Sie noch Fragen haben können sie mich gerne jederzeit unter den aufgelisteten Möglichkeiten kontaktieren.

Ich hoffe auf eine baldige, positive Rückmeldung und wünsche Nollaig Chridheil! [schottisch: frohe Weihnachten]


Mit freundlichen Grüßen


C_Signature.png

Catriona McLoid

Zufrieden mit ihrem Werk las Catriona nochmal über ihre schriftliche Bewerbung drüber und nickte. Wenn sie jetzt nicht genommen wurde, wusste sie auch nicht. Sie heftete ihren Lebenslauf mit dran und steckte beide Papiere in den großen Umschlag. Schnell schrieb sie noch die Adresse darauf, wohin es gehen sollte und schon war sie am Briefkasten, um ihre Bewerbung als künftige Führerin des Nordpols einzuwerfen.

Es dauerte nicht lange und sie erhielt eine Antwort. Freudig riss Catriona den Briefumschlag auf und runzelte dann die Stirn, als ihr ein Pentagramm entgegenkam. Was zum....? War Santa Claus auch von der infernalen Fraktion? Das hatte sie gar nicht gewusst, immerhin hätte ihr sein Name doch unterkommen müssen... Aber sie hatte noch nie von dem alten Mann gehört. Seltsam, aber gut, man lernte nie aus. Ein wohltätiger Dämon wäre durchaus mal etwas Neues. Sie las die Bestätigung, dass sie den Job bekommen hatte und grinste bereits freudig, doch die Unterschrift darunter ließ ihr Blut in den Adern gefrieren. Die Freude erstarb und sie wurde leichenblass. Sie hörte Glöckchen hell klingeln und ein grollendes Lachen. Offenbar hatte sie einen Fehler gemacht... Ihre Bewerbung war bei Krampus gelandet und nicht bei Santa Claus! Fuck, das hatte sie nicht gewollt und panisch ließ sie das plötzlich glühende Schriftstück fallen, dass in Flammen aufging. Hinter ihr hörte sie Hufe auf ihrem Holzboden klacken und spürte den fauligen Atem in ihrem Nacken....


... Catriona schreckte aus ihrem seltsamen Traum hoch. Noch im Halbschlaf sah sie sich panisch um, doch weder hörte sie Hufe noch Glöckchen und erleichtert sackte sie in ihr Kissen zurück. Es war nur ein Traum. Was um alles in der Welt hatte sie da geträumt?! Ernsthaft? Sie hatte sich als Weihnachtsmann beworben und das auch noch förmlich? Die Schottin schüttelte etwas wirr den Kopf. Sie brauchte Kaffee... Eindeutig einen starken Kaffee.


[...]


Catriona und Azrael saßen draußen auf der Dachterrasse des Glastowers, die Schottin dabei noch in ihren Wintermantel gehüllt, da es auch in Großbritannien merklich kühler geworden war. Noch immer hielt die Dunkelheit an, obwohl es bereits halb acht war, doch die Lichter der Großstadt vertrieben diese gekonnt.
Mittlerweile war es für die beiden schon zur Gewohnheit geworden, den Tag mit einem Kaffee und einer Zigarette gemeinsam zu starten. Ein paar Minuten der Ruhe, ehe der alltägliche Wahnsinn sie wieder einholte. Allerdings spuckte der Traum noch immer in Catrionas Kopf herum, weshalb ihr irgendwann eine neugierige Frage über die Lippen purzelte.
"Sag mal, gibt es eigentlich Krampus?" Schneller, als dass sie es aufhalten konnte, gewann ihre Neugier die Oberhand. Azraels Kopf fuhr mit einem verwirrten Ausdruck zu ihr herum, da dieses Thema doch etwas aus der Kalten heraus kam.
"Wie kommst du jetzt auf Krampus?", wollte er mit hochgezogenen Brauen wissen.
"Ich...also... naja, das...", druckste sie ein wenig herum, während ihre Wangen sich bereits leicht rötlich färbten. Fuck, soweit hatte sie nicht gedacht. Er würde sie mit Sicherheit auslachen... Azrael wandte sich ihr nun völlig zu und das Grinsen auf seinen Lippen gefiel ihr gar nicht. Er kannte sie mittlerweile leider gut genug, um zu wissen, dass eine durchaus amüsante Geschichte dahintersteckt. Missmutig nahm sie noch einen Schluck von ihrem Kaffee und zündete sich eine neue Zigarette an, während sie demonstrativ in die andere Richtung schaute, um ihre roten Wangen zu verstecken. Sie begann ihren Traum zu erzählen und einen Moment lang war es still, bis Azrael zu lachen begann. Sie hatte es gewusst! Mit zusammengepressten Lippen und einem säuerlichen Blick sah sie zu dem Dämon herüber, der sich offenbar köstlich über ihren Traum amüsierte.
"Das ist so typisch für dich.", gluckste er irgendwann, und grinste noch immer.
"Förmlich und professionell in allen Lebenslagen, was?", zog er sie auf und die Schottin schnaubte.
"Es war nur ein dummer Traum. Ich bereue jetzt schon, dich gefragt zu haben.", murrte sie unzufrieden, das hinderte ihren Boss leider nicht daran, sie weiter aufzuziehen.
"Ich habe keine förmliche Bewerbung an den Weihnachtsmann geschrieben! Aber mal ehrlich, Führerin des Nordpols? Hast du hier nicht schon genug zu tun?"
"Du bist doof." Das war wirklich peinlich und sie stöhnte leise und frustriert auf, sank dabei ein paar Zentimeter tiefer in ihren Stuhl runter. Azrael schüttelte nur den Kopf darüber, ehe er sich halbwegs erbarmte.
"Ich weiß zwar nichts von einem Weihnachtsmann, aber bei Krampus könntest du dich wirklich bewerben, wenn du das willst." Damit hatte der dunkelhaarige Dämon seine Sekretärin und ihre grauen Augen blitzten neugierig zu ihm herüber.
"Also gibt es ihn wirklich? Hat er wirkliche Hufe? Und was macht er eigentlich wirklich?", hakte sie sofort nach. Schon war ihre Verlegenheit vergessen. Manchmal war sie eben auch sprunghaft.
"Man könnte sagen, dass es ihn gibt...", ließ Azrael sie noch ein wenig zappeln und genoss die Ungeduld in ihren Zügen. Ihr Wissensdurst in Sachen Unterwelt kannte noch immer keine Grenzen. Es wurde wohl wieder Zeit für eine kleine Geschichtsstunde - wenn man es denn so nennen konnte. Er lehnte sich zurück und Catrionas volle Aufmerksamkeit lag gespannt auf ihm, wie jedes Mal, wenn er etwas mit ihr teilte.


"Die Hufe und Hörner sind tatsächlich keine Erfindung der menschlichen Fantasy. Das Wesen, dass ihr Krampus nennt, besitzt beides. Auch diese lange Zunge, wie sie in manchen Sagen erwähnt wird.", begann Azrael zu erzählen und sofort ran Catriona eine Gänsehaut über den Rücken. Das erinnerte sie doch ein wenig an ihren Traum und beinahe hörte sie erneut die Glöckchen klingeln, die so grotesk zu dem Wesen passend ihn ankündigen.
"Aber die Bezeichnung Krampus ist etwas irreführend. Er ist nicht der Einzige seiner Art, es gibt viele von ihm. Oder gab es, sie waren damals ein großer Teil der wilden Jagd.", fuhr er fort und nahm entspannt einen Zug von seiner Zigarette, als Catriona leicht die Brauen zusammenzog.
"Also ist Krampus eher eine...Art Rasse?", fragte sie nach und Azrael nickte langsam nach kurzer Überlegung.
"Wir haben zwar eine etwas andere Bezeichnung für diese dämonische Rasse. Ich glaube im bayrisch-österreichischen Bereich nennen sie die Rasse sogar richtig. Eigentlich heißen diese Wesen Percht, aber so gesehen kann man sie als Krampus bezeichnen, ja.", pflichtete er ihr bei und sie nickte verstehend.
"Und die wilde Jagd? Ich dachte, das wäre nur eine Sage...", murmelte die Schottin und Azrael grinste ihr vielsagend zu.
"So ist es Magie, Wesen wie ich und so viele Gesichter, die du bislang kennengelernt hast. Alles ist bei euch Menschen nur eine Sage und auch wenn vieles von euch erfunden oder gedreht wurde, so ist der Kern des Ganzen immer basierend auf etwas Tatsächlichen. So auch die wilde Jagd. Es gab sie tatsächlich, nur um einiges... unheilvoller, als manche es beschreiben. Ebenso waren es weniger Geistwesen, die der Jagd angehörten, sondern Höllenwesen. Es gibt gewisse Zeiten in dieser Welt, an der die Grenzen zwischen den Welten durchaus dünn sind, dass sich hin und wieder einige Wesen dies zunutze machen. Die Wintersonnenwende oder besser gesagt Yule als solches ist eine dieser Zeiten. Die Jagd war eine etwas altmodische Form der Seelenernte. Im Prinzip das, was wir jetzt über Großkonzerne und Firmen laufen lassen, war früher die wilde Jagd. Und die Art, die du als Krampus kennst, waren Teil dessen. Es waren freilich noch weitaus mehr infernale Wesen am Start. Doch die Percht waren jene Wesen, die wohl am ehesten im Gedächtnis geblieben sind, mit ihrem doch recht speziellen Aussehen." Azrael zeichnete in der Luft und ließ in einer glühenden Flamme ein kleines Abbild erscheinen. Ein gehörntes Wesen mit messerscharfen Zähnen und einer widerlich langen, gespaltenen Zunge sah aus pechschwarzen Augen zu ihr. Er stand wie in manchen Filmen gezeigt auf den Hinterläufen einer Ziege, während der Oberkörper halbwegs humanoid aussah, wenn man von den todbringenden Klauen absah. Catriona runzelte die Stirn, besah sich neugierig die Abbildung, ehe ihre Mundwinkel zuckten.
"Kam dadurch der Irrglaube zustande, dass dein Vater zur Hälfte Ziege sei?" Mit einem leisen Knistern und kurzem aufflackern verschwand das Abbild wieder und Azrael prustete los. Ein Klassiker, der niemals alt wurde. Zumal es ein eitles Wesen wie Lucifer jedes Mal aufs Neue rasend machte.
"Nein, daher kam das nicht." Azrael lachte leicht und schüttelte fast wohlwollend den Kopf.
"Das haben andere in die Köpfe der Menschen gesetzt. Ein Geniestreich, wenn du mich fragst. Zu schade, dass ich damals nicht auf die Idee gekommen bin." Er schmunzelte bei dem Gedanken und die Schadenfreude stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Aber Percht als solches haben nichts damit zu tun. Diese Rasse besitzt nur zufällig dieselben Merkmale, die man Lucifer nachsagt.", erklärte er und verstehend nickte die Schottin und lehnte sich wieder zurück.
"Warum kennen wir Menschen dann aber nur die Legende von einem Krampus, wenn es doch eine Rasse ist?", wollte sie neugierig wissen und Azrael schmunzelte anerkennend.
"Keine schlechte Frage. Nachdem die wilde Jagd mehr und mehr in den Hintergrund rückte und Lucifer neue Regeln durchsetzte, wurden diese Dämonen nur noch wenig eingesetzt. Aber einer von ihnen schien sich damit nur schwer abfinden zu können und trieb sich mehr in der Menschenwelt zu Zeiten von Yule herum. Als er die Geschichten von dem heiligen Nikolaus aufkamen, schien er die Idee witzig zu finden, das Gegenstück zu ihm zu werden. Er nutzte sogar eine ähnliche Robe, nur dass er seine Opfer im Gegenzug folterte und letztlich verschlang. Als der Weihnachtsbrauch sich weiterentwickelte, zog dieser Dämon mit und nutzte es für sein Vergnügen. Er nannte sich selbst Krampus, ich glaube, im 16. Jahrhundert hat er sich so das erste Mal vorgestellt. Und seitdem treibt er jedes Jahr sein Unwesen hier zur selben Zeit. Ein wenig nostalgisch, wenn du mich fragst. Im Prinzip veranstaltet er seine eigene wilde Jagd im kleinen Stil, weil er nicht loslassen kann. Dafür werden aber selbst heute noch Feste gefeiert, in denen er vorkommt, also berühmt ist er allemal. Und einige der anderen Percht zogen sogar mit ihm. Während im deutschsprachigen Raum dieser Knecht... wie auch immer er heißt... diese Rolle übernimmt, ist der Krampus selbst in einigen eurer Legenden nicht zwangsweise nur ein Wesen. Meist sind es mehrere, die Menschen verkleiden sich sogar als Gruppe als solche." Catriona versuchte die ganzen Informationen in sich aufzunehmen und sie schauderte kurz. Und von so einem Ding hatte sie geträumt... Nicht gerade beruhigend, aber faszinierend war es allemal! Ihre Augen funkelten trotzdem, immerhin liebte sie es regelrecht, wenn sie die wahren Hintergründe erfuhr. Und Azrael war diesbezüglich ihre liebste Quelle, da er durchaus ein Talent besaß, ihr diese Welten näher zu bringen.

"Dann sollte ich wohl besser aufpassen, artig zu bleiben, mh?", grinste sie dann frech und Azrael schnaubte.
"Als ob du das könntest.", kam es wenig überzeugt von ihm.
"Hey! Von Krampus zu träumen hat mir gereicht, glaub mir.", schoss sie auch gleich zurück.
"Träume können ein Zeichen sein~", kam es von dem Dämon nur süffisant und ein wenig nervös sah sie ihn an. Nein, er nahm sie nur auf den Arm... oder? Oder?
"Lass das!", maulte Catriona leise, da ihr irgendwie gar nicht wohl dabei war. So ein Ding wollte sie nicht in ihrer Wohnung. Azrael grinste nur spitzbübisch.
"Ich könnte einen Percht fragen, ob wir ihn bei seinem Streifzug begleiten können.", schlug der Schwarzhaarige munter vor und zweifelnd sah sie zu ihm auf.
"Ich will nicht gefressen werden...", gab sie zu bedenken und der Dämon seufzte.
"Das werde ich schon zu verhindern wissen.", wank er ab und abwartend legte er den Kopf leicht schief. Er schien es ernst zu meinen und Catriona wog tatsächlich das Für und Wider ab. Aber am Ende wollte sie nicht dabei zusehen, wie ein Monster ahnungslose Menschen fraß...
"Vielleicht nächstes Jahr. Dieses Jahr würde ich es gerne bei einer besinnlichen und...friedlichen Weihnachtszeit belassen.", lehnte sie schließlich ab, schenkte ihm jedoch ein dankbares Lächeln. Azrael zuckte nur mit den Schultern.
"Sag einfach Bescheid, mein Angebot steht, Cat.", meinte er gelassen, ehe er auf die Uhr schaute. Ein wenig stolperte der Rotschopf über ihren Spitznamen, den Azrael für gewöhnlich selten nutzte. Doch ehe sie weiter darüber nachdenken konnte, beendete Azrael ihren gemütlichen und interessanten Morgen.
"Und wir sollten langsam rein... Das Meeting...", erinnerte er sie schließlich schweren Herzens und fluchend sprang Catriona auf. Fuck, das hatte sie ja ganz vergessen durch ihre Unterhaltung! Kurz vor der Tür hielt sie jedoch nochmal inne und grinste ihn über die Schulter hinweg an.
"Aber vielleicht sollte ich ja mal eine echte Bewerbung schreiben an den Weihnachtsmann. Am Ende kommt die bei Michael raus.", neckte sie ihn und Azrael verzog das Gesicht.
"Das kannst du vergessen. Schlag dir das gleich wieder aus dem Kopf, du bleibst schön hier.", scheuchte er sie auch schon nach drinnen und lachend huschte sie hinein ins Warme.

__________________________________________

Ich wünsche allen einen schönen Nikolausi ♥
Der Kalender hier ist im übrigen eine grandiose Idee und ich genieße es, die Türchen hier zu lesen :3 (zu schreiben natürlich auch xD )

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Alaska

26, Weiblich

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Alaska am 06.12.2024 14:58

Tür 6 Was würde dein Charakter in die Bewerbung schreiben, wenn er sich als Weihnachtsmann bewerben müsste?


Hallo.

ich bewerbe mich hiermit auf die Stelle als Weihnachtsmann. Ich bringe weder übermäßige Begeisterung noch einen unerschöpflichen Vorrat an fröhlichem „Ho-Ho-Ho" mit, aber ich bin zuverlässig, durchsetzungsfähig und habe reichlich Erfahrung darin, mit unkooperativen Individuen (menschlich oder nicht) umzugehen.


Erfahrung und Qualifikationen

  • Umgang mit außergewöhnlichen Herausforderungen: Als erfahrener Grim Hunter bin ich darauf spezialisiert, in hochintensiven Situationen Ruhe zu bewahren. Egal ob Werwölfe, Höllenhunde oder wütende Kinder, die nach Spielzeug verlangen – ich stelle mich jeder Herausforderung.
  • Navigation und Logistik: Ich bin geübt darin, komplexe Orte zu finden und mich nachts leise und effizient zu bewegen. Sollte Ihr Schlitten mal ausfallen, könnte ich problemlos mit meiner Ducati einspringen.
  • Kundenorientierung: Mein Beruf verlangt, Menschen (und manchmal Wesen, die sich als Menschen ausgeben) genau zu verstehen. Ich garantiere also, dass jedes Geschenk zielgenau den richtigen Empfänger erreicht – keine Vertauschung von Barbies und Actionfiguren.
  • Teamarbeit: Mit meinem Team, bestehend aus einem emotional abgestumpften Hünen, einer Geistersehenden und gelegentlich einer Vampirin in Identitätskrise, habe ich zahlreiche Einsätze erfolgreich absolviert. Ich bin überzeugt, dass ich ebenso gut mit Ihren Elfen und Rentieren kooperieren kann.
  • Charisma: Mein Auftritt in schwarzem Leder beeindruckt – aber wenn nötig, trage ich auch Rot und Plüsch. 

Schwächen

  • Ich bin kein Fan von Weihnachtsmusik und werde unter keinen Umständen „Last Christmas" mitsingen.
  • Mein Humor ist trocken, und ich neige dazu, ehrlich zu sein. „Du bekommst keine Geschenke, weil du ein Mistkerl warst" könnte ich sagen, wenn ich gefragt werde.

Was ich mitbringe

  • Einen einzigartigen Ansatz, Weihnachten mit Abenteuer zu verbinden
  • Bereitschaft, auch die schwierigen Fälle von der "Unartig"-Liste zu bearbeiten

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und stehe für ein persönliches Gespräch in der Werkstatt des Nordpols oder an einem anderen geeigneten Ort zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Amaro Alvarez
[Adresse, falls er bereit wäre, sie anzugeben]
[Mailadresse – wahrscheinlich eine kryptische Kombination aus Zahlen und Buchstaben]

P.S. Ich bringe meinen eigenen Kaffee mit. Glühwein nur in Maßen.

IF THERE'S A GOD I'M GOING TO MAKE HIM CRY

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.12.2024 17:09.

Alaska

26, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Neuling

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Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von Alaska am 06.12.2024 14:08

Tür 5 Mag dein Charakter Weihnachten? Schreibe einen kurzen Dialog zwischen deinem Charakter und einem NPC, der die gegenteilige Meinung vertritt über das Thema Weihnachten.

*Magic Hunter/Huntress sind Jäger, die sich auf das Jagen magischer Wesen spezialisiert haben, wie Elfen und Sirenen. Wie Ihre Jagdziele fallen auch diese durch ihr bezirzendes Äußerliches auf, was sie ansprechend für ihre Beute machen soll.

TW: loss of a friend


Amaro Alvarez

Das Café war ein Zufluchtsort inmitten der überfüllten Straßen, ein Ort, der in weihnachtlicher Beleuchtung schimmerte. Lichterketten umrahmten die Fenster, und glänzende Kugeln hingen von der Decke wie funkelnde Tropfen aus einer anderen Welt. Der Duft von frischem Gebäck und süßem Kakao durchzog die warme Luft, begleitet von leiser, unaufdringlicher Weihnachtsmusik, die wie ein zarter Hintergrundzauber wirkte. Ein fast jugendlich anmutender Amaro saß an einem der hinteren Tische, den Rücken zur Wand. Vor ihm stand eine Tasse schwarzer Kaffee, dampfend und bitter, die seine einzige Gesellschaft war. Sein Blick wanderte über die glitzernden Dekorationen, und er zog die Stirn kraus. Alles an diesem Ort schrie „Weihnachten" – eine Jahreszeit, die er mit 20 Jahren bereits mehr mit Ablenkung und sentimentalem Unsinn verband als mit echter Magie.
Er hatte gerade den ersten Schluck seines Kaffees genommen, als eine Frau mit einem leuchtend roten Schal und einer Weihnachtsmütze, die fast lächerlich übertrieben aussah, sich vor ihm platzierte. Er erinnerte sich an ihr Gesicht. Gelegentlich begegneten sie sich auf den Fluren des Hauptquartiers. Die Magic Huntress* sollte Teil einer nächsten, größeren Mission sein, der auch Amaro und sein Partner Reese zugeordnet wurden.
Emily, erinnerte er sich.
In ihren Händen balancierte Emily eine dampfende Tasse Kakao, gekrönt von einem Berg aus Sahne, der mit bunten Streuseln bestreut war. Ihr Lächeln war so breit, dass es beinahe blendete.
Ist es nicht wunderschön hier?" fragte sie, ohne Vorwarnung, ihre Stimme so hell wie die Lichterketten um sie herum. Die Lichter, die Musik, der Duft von Weihnachten in der Luft? Einfach magisch, oder?"
Amaro hob den Blick von seinem Kaffee und musterte sie kurz. „Magisch", wiederholte er mit einem Hauch von Skepsis. „Klar. Wenn man Magie über Zucker, Glitzer und endloses 'Last Christmas' definiert."
Die Frau lachte leise, ohne sich von seinem Tonfall beeindrucken zu lassen, und zog sich einen Stuhl heran. Ach komm schon, so grimmig darf man doch zur Weihnachtszeit nicht sein! Was hast du gegen Weihnachten? Es ist die schönste Zeit des Jahres!"
„Die schönste Zeit, hm?" Amaro lehnte sich zurück, die Tasse immer noch in der Hand. „Für mich ist es die Zeit, in der Leute ihre Häuser so zupflastern, dass man den Nachthimmel nicht mehr sieht, und jeder sich gegenseitig zwingt, fröhlich zu sein. Klingt mehr nach Arbeit als nach Freude."
Sie schüttelte den Kopf, ein leises Glucksen in ihrer Stimme. „Das liegt daran, dass du noch keinen richtigen Weihnachtszauber erlebt hast. Hast du mal Lebkuchen gebacken? Oder einen Schneemann gebaut? Vielleicht ein Weihnachtslied gesungen?"
„Ich jage Kreaturen, die Albträume verursachen", antwortete er trocken. „Glaubst du, ich habe zwischen Blut und Schreien Zeit für 'O Tannenbaum'?"
Das brachte Emily tatsächlich zum Lachen, ein heller, fröhlicher Klang, der Amaro kurz irritierte. Sie beugte sich leicht vor, die Ellbogen auf den Tisch gestützt. „Vielleicht solltest du dir die Zeit nehmen. Das könnte dir guttun! Stell dir vor, wie du einen Weihnachtsbaum schmückst. Vielleicht mit roten Kugeln und einer Lichterkette? Oder wie du Geschenke für Freunde kaufst."
Amaro hob eine Augenbraue. „Meine Freunde brauchen keine Geschenke. Sie brauchen Silberkugeln und Weihwasser, genauso wie du. Und wenn ich einen Baum schmücke, dann mit Warnzeichen für Dämonen."
Sie lachte so laut, dass einige Leute in der Nähe zu ihnen hinüberblickten, doch das schien sie nicht zu stören. „Oh, du bist wirklich eine harte Nuss! Aber weißt du was? Ich werde dich bekehren. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber irgendwann wirst du Weihnachten lieben!"
Amaro schnaubte, aber ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln spielte um seine Lippen. „Na, da bin ich mal gespannt. Aber wenn du denkst, ich trage jemals eine Mütze wie deine, dann träum weiter."
Sie setzte eine nachdenkliche Miene auf und zwinkerte. „Noch nie was von Weihnachtswundern gehört? Warte ab. Eines Tages wirst du der Erste sein, der 'Stille Nacht' anstimmt."
Er nahm einen langsamen Schluck von seinem Kaffee, bevor er antwortete: „Wenn ich das tue, ist die Apokalypse nah."
Mit einem breiten Grinsen stellte sie eine kleine Lebkuchenfigur vor ihn auf den Tisch, erhob sich und rückte ihren Schal zurecht. „Für den Anfang", sagte sie und klang dabei fast schelmisch. „Frohe Weihnachten, Mr. Grinch."

. . . 

Amaro öffnete die Augen und starrte eine Weile auf die gemusterte Decke seines Zimmers. Der Schmerz hinter seinen Schläfen pochte dumpf, als hätte ein Höllenhund in seinem Kopf eine Party geschmissen. Ein kratziger Geschmack lag auf seiner Zunge, eine Mischung aus Gewürzen und bitterem Wein, der ihn an den gestrigen Abend erinnerte. Glühwein. Verdammter Glühwein.
Er zog sich ächzend in eine sitzende Position und rieb sich über das Gesicht. Sein Blick wanderte durch den Raum, der im trüben Nachmittagslicht fast zu gemütlich wirkte.
Das Gefühl einer entfernten Erinnerung ließ ihn erneut in sich kehren. Emily. Ach ja. Die hatte er fast vergessen. 
Emily war nicht mehr. So wie auch Reese. 
Das Gefühl blieb ein wenig länger, wie ein unwillkommener Gast.
Sein Blick fiel auf den blöden Pullover nebst Amarettoflasche, die er dieses Jahr wieder herausgeholt hatte. 
,,Ihr hättet mich gestern ausgelacht", murmelte er, als ihm die grinsenden Gesichter von Phobos, Arden und Ivy ins Gedächtnis kamen. Oder vielleicht nicht. Vielleicht hätten wir zusammen getrunken und über all das gelacht.
Mit einem leichten Schmunzeln verließ er sein warmes Bett, als sich der unwillkommene Gast einer unliebsamen Erinnerung allmählich wieder verzog.

IF THERE'S A GOD I'M GOING TO MAKE HIM CRY

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random.xme

22, Weiblich

  10. Wannabe Poet

Event-Begeisterter

Beiträge: 4138

Re: 🎲 Adventskalender 2024 🎲

von random.xme am 06.12.2024 09:57

06. Dezember: Alter weißer Mann

Hallo oder sollte ich schreiben HoHoHo?
Ihr sucht noch einen Weihnachtsmann für die Kids zum Heiligabend? Dann bin ich euer Mann. Ich bin Piet Toreksen, 26 Jahre alt und arbeite als Erzieher im Waldkindergarten. 
Ich kenne (fast) alle Kinderlieder und spiele Gitarre, auf Wunsch singe ich mit euch auch ein paar Lieder. 
Weihnachtsmann spiele ich mittlerweile seit 7 Jahren und kenne mich mit Fragen bezüglich Wichtelarbeitszeiten und Schlittenmanagement aus. 
Lasst uns über weiteres einfach telefonisch quatschen. Ihr erreicht mich unter 56#01837591

Grille

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