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🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

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Saphyr

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Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Saphyr am 04.10.2026 18:28

Rubina wusste nicht, wie lange sie schon wach war. Um sie herum war es dunkel. Sie konnte sich nicht bewegen. Ihr Körper war mit Ketten gefesselt. Beide Arme seitlich ausgestreckt, hing sie aufrecht an einer Wand, ihre Flügel eingequetscht und nutzlos. Sie spürte sie kaum noch, bis auf einen dumpfen Schmerz. Unter ihren nackten Füßen befand sich rauer Stein. Irgendwo tropfte Wasser rhythmisch auf den Boden und das Geräusch hallte.

Sie musste sich in einer Höhle befinden. Und die Ketten, die sie hielten, waren keine gewöhnlichen Ketten. Sie spürte deutlich die summende Magie, die sie gefangen hielt. Aber wie war sie hier hergekommen, wie lange war sie bereits hier und warum? Jeder klare Gedanke, den sie fassen wollte, entglitt ihr sofort wieder.

Sie streckte die Finger und die Zehen, um das taube Gefühl in ihnen zu lindern...und erstarrte. Zuvor war jeder ihrer Muskeln wie paralysiert gewesen. Sie brachte nicht einmal einen winzigen Laut aus ihrem Mund. Rubina bewegte wieder ihre Finger und obwohl es sich ungewohnt, gar unnatürlich anfühlte, dies zu tun, so konnte sie doch den Stein ihres Gefängnisses ertasten. Sie hörte ihren eigenen Atem auf einmal laut und schnell.

Plötzlich erklang ein leises Knirschen, dann ein Krachen. Die ganze Höhle schien zu beben. Plötzlich gab das Eisen und die Magie, welche Rubina aufrecht gehalten hatten, nach und sie fiel hart zu Boden. Rubina ächzte vor Schmerz. Einige Zeit lag sie einfach nur da, desorientiert, verwirrt und hilflos. Langsam kehrte das Gefühl in ihre Arme und Beine zurück. Ihre Flügel prickelten unangenehm, während sie sich deren Existenz als Teil ihrer selbst immer mehr bewusst wurde. Das Siegel, wurde ihr irgendwann klar, es musste gebrochen sein.

Unter größter Anstrengung versuchte sie aufzustehen, aber der Körper, der nun wieder ihr gehörte, gehorchte ihr kaum. Einen zitternden Schritt nach dem anderen kämpfte sie sich voran in der Hoffnung, sie würde einen Weg aus dieser Dunkelheit finden. Und tatsächlich, bald fand sie einen heller werdenden Lichtschein, je weiter sie sich vorarbeitete.
Gleißendes Sonnenlicht blendete Rubina, als sie endlich durch den Ausgang trat. Sie war umringt vom tiefen Grün eines friedlichen Waldes, von Vogelgezwitscher und dem sanften Plätschern eines Bachs. Rubina nahm einen tiefen Atemzug der frischen Luft. Dann sah sie an sich herab. Sie trug ein schlichtes Leinenkleid, keine Schuhe und ihre Haut war an mehreren Stellen aufgeschürft. Von außen musste sie erbärmlich aussehen. Aber sie lebte und sie war tatsächlich frei.

Vorsichtig breitete sie ihre einst strahlend weißen Schwingen aus, die vor Staub und Dreck eher grau aussahen. Endlich. Die Erleichterung, die es ihr brachte, trieb ihr fast Tränen in die Augen.
Rubina hob den Blick in den Himmel. Über den Baumwipfeln erhoben sich in jeder Richtung felsige Berge. Diese Gipfel kamen ihr bekannt vor. Bilder huschten durch ihren Kopf – flüchtig und verschwommen, kaum mehr als Schatten einer Erinnerung. Sie kannte diesen Ort.

Das Tal. Athara. Ihre Heimat.

Ziellos wanderte Rubina durch den Wald. Alle Straßen in Athara führten zur weißen Stadt, der mamornen Stadt der Hüter. Doch sie fand keine Straßen, keine Gebäude, keine Menschenseele. Nur Bäume, Dickicht, dichtes Grün.
Das weite Tal, das sie kannte mit seinen Dörfern und Feldern, es schien völlig der Wildnis anheim gefallen zu sein. Unwillkürlich griff Rubina an ihren Hals, aber ihr Rubinanhänger in der Form eines Herzens war nicht dort. Die Quelle ihrer Kraft, das Symbol ihres Rangs als Hüterin...

Fragmente von Erinnerungen flossen in Rubinas Bewusstsein.
Der hunderjährige Krieg, Radons Armee, Blitze von unnatürlicher Magie. Rubina schnappte nach Luft. Die Hüter. Sie hatten den Krieg verloren.

Wie viele Jahre, Jahrzehnte waren seither vergangen? Oh Ewige, hast du mich endgültig verlassen?

Entschlossen entfaltete Rubina ihre Flügel zur vollen Größe. Sie musste es mit eigenen Augen sehen.
---------------------
Danke für diese nette Idee. Es hat sehr viel Spaß gemacht in Erinnerungen zu schwelgen.
Rubina ist einer meiner ältesten Charaktere und sie hat einen festen Platz in meinem Rollenspielherzen - einer engelsgleichen Hüterin der Liebe und des Friedens, die im Verlauf der Geschichte dazu gezwungen wird zu kämpfen und herausfindet, dass das manchmal doch nötig ist. 
Sie war mein Hauptcharakter meines ersten selbst geführten Gruppenrollenspiels, als ich etwa 12 oder 13 war und angefangen habe mich von RS-Fandoms wie Warrior Cats zu lösen. Schwer zu übersehen ist, dass ich irgendwie eine besondere Vorliebe für Edelsteinnamen hatte. Und ich habe gerne I mit Y ersetzt. Denn mein Username hier auf RSH stammt aus dem exakt selben Rollenspiel und Universum, nur eben von einem anderen Charakter namens Saphyr, einer gemeinen, hinterlistigen Fee. Da ich blau mag und einen Charakter nutzen wollte, den ich nicht schon für andere Usernamen verwendet hatte wurde es dann Saphyr XDD
Leider habe ich Rubinas ursprünglichen Steckbrief nicht mehr und auch ihre Texte sind im Void verschwunden. In den Jahren danach habe ich ihren Charakter und ihre Hintergrundgeschichte immer wieder aufgegriffen und in meinem Kopf weitergesponnen oder verändert, weil sie mir sehr am Herzen lag. 
Aber der Text basiert auf dem ursprünglichen Charakter und meinen Erinnerungen an ihre allererste Szene, die sie hatte und die ich versucht habe erneut aufs Papier zu bringen. Also quasi auf meinen absoluten Anfängen als Rollenspielschreiber, da wo alles begonnen hat. Und irgendwie ist sie zentral dafür, wer ich heute hier fast 15 Jahre später auf RSH bin.


Möge das Chaos mit uns sein!
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Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.10.2026 18:29.

Anticonformist
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Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Anticonformist am 04.10.2026 10:30



 
When your 
Soul
needs aligning



Nach all den Jahren, verblassten Erinnerungen und nicht verheilten Wunden standen sie sich wieder gegenüber – zwei Menschen, die einst die ganze Welt füreinander bedeuteten und sich dann im Chaos des Erwachsenwerdens verloren hatten. Zwei Fremde, die sich aufgrund dieses unsichtbaren Bandes ihrer gemeinsamen Vergangenheit näher standen als sonst. Zwei Freunde, die in der Stille zwischen ihren Worten alles sagten, was ungesagt geblieben war. Zwei Liebende, deren Herz nie aufgehört hatte, für das des anderen zu schlagen.
Miles hielt die Luft an. Nahezu Halt suchend grub er seine Hände in die Jackentasche. Seine Finger tasteten dabei unbeholfen und ziellos über den Stoff; solange, bis sie auf etwas Kühles, Hartes trafen. Er hielt inne.
Der Ring.
Er hatte ihn all die Jahre behalten. Nicht, weil er wirklich geglaubt hatte, dass dieser Tag jemals kommen würde. Sondern weil ein Teil von ihm nie aufgehört hatte, darauf zu hoffen. Und jetzt? Jetzt schien der Tag gekommen zu sein. Jetzt lag er warm in seiner Handfläche, während sie nur wenige Schritte von ihm entfernt stand.
Er spannte kaum merklich den Kiefer an, atmete einmal tief und lautlos durch die Nase ein und zwang die drohende Erschütterung in seinem Inneren zur Ruhe. Seine Augen brannten, und für den Bruchteil einer Sekunde drohten die Tränen ihn zu überwältigen. Doch mit jahrelang erprobter Beherrschung schaffte er es, sich nach außen hin nichts anmerken zu lassen – kein einziges sichtbares Zittern in seinen Gesichtszügen zuzulassen.
Stattdessen wandelte sich der feuchte Schimmer in seinen Augen. Um seine Augenwinkel bildeten sich sanfte, warme Lachfältchen, in denen sich eine ehrliche, tiefe Freude spiegelte – ein strahlender Glanz, der all den Schmerz für einen Moment überstrahlte.
Er war derart ergriffen von ihrer Anwesenheit, dass ihm jedes Wort zu klein erschien. So viel hatte er sich vorgestellt, ihr in diesen Moment zu sagen, sollte er sie jemals wirklich wiedersehen... So viele Worte, die er sich in einsamen Nächten zurechtgelegt hatte... Und jetzt? Jetzt war nichts davon übrig. Nur dieses überwältigende Gefühl, sie endlich wieder vor sich, nein, bei sich zu wissen.

 It's me
you can confide in

Und dann stahl sich ein hauchdünnes, zitterndes Lächeln auch auf ihre Lippen – ein Lächeln, das all die Jahre der Trennung aufzulösen schien und ihn genau dort traf, wo es sich einst tief eingebrannt hatte. Es war ein Lächeln, das die Erinnerung an verregnete Nachmittage auf dem Rücksitz ihres Autos, an Nächte auf dem Dach unter freiem Sternenhimmel und den süßen Geschmack von Froyo an unbeschwerten Sommertagen weckte.
Oh, wie sehr er es vermisst hatte.
Gleichzeitig lag eine schmerzhafte Schwere darin. Mit jedem vertrauten Zug in ihrem Gesicht kehrte nicht nur das Glück von damals zurück, sondern auch der leise, brennende Nachgeschmack all der verpassten Jahre.
Es war wunderschön und zugleich kaum auszuhalten – bittersüß, wie die verblassten Fragmente einer Welt, die einst die ihre gewesen war und nun, Erinnerung für Erinnerung, langsam wieder zum Leben erwachte. 
Er ging auf sie zu. Langsam, beinahe quälend bedächtig – einzig aus dem verzweifelten Bemühen heraus, nicht einfach loszustürmen. Die gewaltige, beinahe brachiale Anziehung, die von ihr ausging, war kaum noch zu bändigen; jeder Instinkt in ihm verlangte danach, die verbliebene Distanz mit einem einzigen Schritt zu überwinden, sie endlich wieder bei sich zu spüren. Doch er stemmte sich gegen diesen Impuls. Zwang sich, jeden Schritt bewusst und langsam zu setzen, um sie nicht zu überrumpeln und diesen kostbaren, elektrisierenden Moment nicht durch unbedachte Hast zu zerstören.
Als er schließlich vor ihr zum Stehen kam, zögerte er aber nicht länger. Es brauchte keine behutsamen Worte, keine vorsichtigen Gesten mehr, um den Abgrund zwischen ihnen zu überbrücken. Miles zog sie einfach an sich. Mit einem Mal löste sich die unerträgliche Spannung auf. Ihre Arme schlangen sich wie von selbst um seinen Nacken, während seine Hände sich fest an ihren Rücken schmiegten – so, als wolle er sie nie wieder loslassen.
Die vorsichtige Distanz zerbrach in tausend Teile und wich der vertrauten Nähe zweier Menschen, die sich viel zu lange vermisst hatten. Sie versanken ineinander, beinahe so selbstverständlich, als hätten ihre Körper nie vergessen, wie perfekt sie zusammenpassten. Sie hielten einander fest. Stumm, atemlos, als könnten sie in dieser einen Umarmung all die verlorenen Jahre nachholen, in denen sie vergeblich versucht hatten, genau das zu vergessen, was sie nun wieder miteinander teilten. 
Erst als das stürmische Pochen in seiner Brust langsam einem ruhigeren Herzschlag wich, löste Miles sich behutsam ein wenig von ihr. Nicht weit – nur gerade so viel, dass er sie ansehen konnte. Mit zitternden Fingern griff er in schließlich in seine Jackentasche und kramte den Ring hervor.
Kaum war ihr Blick auf diesen gefallen, veränderte sich ihr Gesicht schlagartig. All die Beherrschung, die sie bis dahin krampfhaft aufrechterhalten hatte, zerbrach. Ihre Lippen zitterten unkontrolliert, ein leises, brüchiges Schluchzen entwich ihrer Kehle, und die ersten schwere Tränen sammelten sich in ihren Augen.
Miles sah sie einfach nur an. Er musste nichts sagen. Das kleine Goldstück zwischen seinen Fingern erzählte ihre gemeinsame Geschichte laut genug – und offenbarte ohne jeden Zweifel, dass das letzte Kapitel noch nicht geschrieben war. 
Sie lächelte durch ihren eigenen Tränenschleier hindurch – ein gebrochenes, ungläubiges, wunderschönes Lächeln. Und in demselben Augenblick, in dem die erste heiße Träne sich einen Weg über ihre Wange bahnte, tat er es ihr gleich, und das Gewicht der Vergangenheit sowie die Erleichterung der Gegenwart zierten nun auch seine Wangenknochen.  
Er schloss die Arme wieder um sie und zog sie mit aller Kraft an sich. Spürte schließlich ihre Tränen durch den Stoff seines Hemdes, hörte ihr leises, verzweifeltes Schluchzen – und plötzlich war da nichts mehr von der Beherrschung, die ihn so lange getragen hatte. All die Sehnsucht, all die ungelebten Jahre, all die Fragen, auf die er nie eine Antwort bekommen hatte, schienen in diesem einen Augenblick über ihn hinwegzuschlagen.  Seine Arme schlangen sich nur noch fester um sie. Er wollte sie nie wieder loslassen. Nie wieder gehen lassen.
Die verstrichenen Jahre verloren mit jedem einzelnen Herzschlag ihre Macht, und der alte, stumme Schmerz fraß sich vollends ins Nichts. Da war nur noch das Beben ihrer Körper, der Takt ihrer Herzen – und die erschütternde, erlösende Gewissheit, nach einer Ewigkeit im Dunkeln endlich wieder zueinander gefunden zu haben. Zurück zu jenem Licht, das sie einst gemeinsam entfacht hatten und in all den Jahren der Dunkelheit nie erlöschen ließen.



Seeking & Hiding
you know where to find me, babe



🍦



#SPOILER#... aight. this kinda escalated. Ummm. 🥲
Dieses Event hat mich komplett nostalgisch gemacht. 🥹 Irgendwie hat es all diese alten Herzschmerz-Szenen wieder hervorgeholt und mich so sehr von der Stimmung mitreißen lassen, dass ich dieses alte RS kurzerhand noch einmal mit ganz viel Liebe zum Leben erwecken musste.
Miles ist tatsächlich einer meiner allerliebsten Charaktere... und dieses Rollenspiel... puhhh.
Es ist einfach aus einem Vibe und Musik entstanden, hat mich einfach dermaßen gecatcht und mitfiebern bzw. mitleiden lassen, als würde ich gerade selbst eine Trennung durchleben. 🥲❤️
Also ja. Absolutes Heartbreak-RS.
Musik war damals ein wesentlicher Bestandteil unseres Plays - auch die Zitate stammen aus einem Lied, welches sich in unserer Heartbreak-Anthem Playlist befindet. Deshalb gehört es für mich irgendwie untrennbar zu dieser ganzen Stimmung und zu Miles & Lika dazu.
Y’all can enjoy it for the mood – falls das hier überhaupt jemand liest und sich das Lied tatsächlich anhört.
Jedenfalls DANKE ich ganz herzlich für die Möglichkeit, das nochmal erleben zu dürfen. Und shout-out an dieser Stelle an meine großartige Schreibpartnerin, die das alles mit mir ins Leben gerufen hat. Ily @tintenfeuer. <3
and if you're reading this, girl, THIS one's for you:



Anti out (crying). 
#ENDSPOILER#

unlocked.png

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.10.2026 10:52.

Lapislazuli
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Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Lapislazuli am 03.10.2026 08:05

Mit brachialer Gewalt rammte sie ihren Speerschaft in den Boden, um sich freiwillig zu melden. Ihre Lieblingswaffe, veredelt mit dem seltenen Solevit, vibrierte stumm in ihrem festen Griff ohne einen Kratzer, der makellose, weiße Marmor unter ihr hatte nicht so viel Glück. Doch niemand achtete auf das feine Spinnennetz aus Rissen, sie hatten Wichtigeres zu tun.
»Sho-Lynn, bist du dir sicher?«, fragte die drohende Präsenz, die überall und zugleich nirgends war.
»Ja.« Dieses einzelne Wort genügte, um ihre Brüder und Schwestern in Staunen, aber auch in Ungläubigkeit zu versetzen. »Ich melde mich freiwillig für den Fall.«
Es war das Ende von ihr und sie wusste es.

Sie hätte Angst haben müssen, doch da war nur wilde Entschlossenheit. Sie würde seine Heerscharen bekämpfen. Sie würde brennendes Blut vergießen, Gliedmaßen abtrennen und Köpfe spalten. Ihr Speer leuchtete rot und machte ihre Wut sichtbar. Kein Mensch sollte mehr unter seinen Kindern leiden. Das Ende der Dämonen war endlich gekommen!
Noch einmal ließ sie ihre stechend silbernen Augen über die stumme Schar gleiten; sie waren alle hier. Mil’ha, Soreleija und sogar Domiir, obwohl Letzterer sie nie hatte leiden können. Dennoch ließen sie Sho-Lynn nicht alleine, sondern begleiteten sie zu ihrer letzten Reise.
»Möget ihr immer im Licht tanzen.«
»Wenn es sein Wille ist«, kam es unisono von den Dreien. Die Abschiedsworte waren alt und noch immer mächtig, Sho-Lynns Flügel zitterten, bevor sie sich umwandte, einen tiefen Atemzug nahm – und ins Leere trat.

Die Kälte riss wie ein hungriges Tier an ihrer Haut, ihrer Kleidung und brannte auf ihrem Körper. Ihre hellen Haare flackerten wie ein weißes Leuchtfeuer hinter ihr und markierten ihren Sturz, ihren Fall.
Instinktiv wollte sie ihre Flügel öffnen, sich erhaben aufschwingen und auf einem Luftstrom reiten, so wie es natürlich für ihre Spezies war.
Stattdessen presste sie ihre Federn fest an sich und fiel, und fiel, und fiel.

Erst als nach endloser Zeit der Boden in Sicht kam, der Lautpegel anstieg und sie den Atem der Erde schmeckte, breitete sie ihre Schwingen aus, um ihren Fall abzubremsen.
Die Landung war dennoch hart und nur dank ihres himmlischen Blutes war sie vor Knochenbrüchen bewahrt geblieben. Sie musste hart im Nehmen sein, um es mit Dämonenbrut aufnehmen zu können.
Ihre verkrampften, kalten Finger brauchten extra Überredungskunst, um sich von ihrem Speer zu lösen, doch nach einer Weile klappte es.
Sho-Lynn sah sich suchend um, bereit sich dem ersten Angreifer wütend entgegen zu werfen.

»Hallo? Geht es Ihnen gut?«, eine zarte Stimme hinter ihr und Sho-Lynn schoss überrascht in die Höhe.
»Oh, was für schöne Flügel!«, sagte die alte Dame bewundernd. »Ich habe heute schon ein paar davon gesehen.« Mit runzligen Fingern zeigte sie in eine Richtung. »Wie nennen das die jungen Leute heutzutage? Ach ja, Convention. Irgendwas mit Computerspielen und, ach was, das wissen Sie am besten selbst.« Ihr Lachen war warm und weich, ganz anders als die Schmerzensschreie, die sich Sho-Lynn immer ausgemalt hatte.
»Kommen Sie, ich bring’ Sie hin. Hier im Park kann man sich leicht verlaufen.«



Jaaaa, das war mein allererster Charakter überhaupt für RPGs. Ein Engel namens Sho-Lynn. Ich glaube ich hatte in einem Gruppen-RP in irgendeinem Forum nur einen Post mit ihr gemacht, bevor es wieder gelöscht wurde. Sie hatte seither nie wieder einen Einsatz. Schade irgendwie, denn ein verbohrter Engel, der so über die Maßen mit der Menschenwelt überfordert ist und eigentlich etwas ganz anderes erwartet hat, wäre sicher lustig zum Schreiben xD

He did not love in return,
because he was never loved,
but he loved nonetheless.


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Zladune

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Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Zladune am 28.09.2026 19:40

Ich wusste nicht, ob ich den panischen Ausdruck von Steve, der uns anscheinend plötzlich sehen konnte, oder den von Guilt lieber mochte. Guilt war immer schon so ein Feigling gewesen. Mit einem Grinsen entschloss ich mich, die Dinge lieber selbst in die Hand zu nehmen. ,,Hey, bin bin Evil, mir hast du es zu verdanken, dass du den Schläger aus der 7. Klasse so sehr verprügelt hast, dass ihr beide einen Monat nicht zum Unterricht erscheinen konntet. Und der Lappen neben mir ist Guilt, dem du es zu verdanken hast, dass du so große Schuldgefühle hattest, dass du danach ein halbes Jahr zum Psychologen musstest. Guilt verdrehte seine Augen:,,Du hast ihn zum Schläger gemacht."
,,Ich habe dafür gesorgt, dass der größte Schulschläger niemand mehr bedrohen konnte!", keifte ich zurück.
,,Deinetwegen hatte er danach kaum Freunde," entgegnete Guilt.
Wir zankten immer. Schon seit wir uns kennen gelernt haben. Ich liebte es.
Steve kauerte sich in einer Ecke zusammen, als er von sich gab:,,I-Ihr seid nicht real. Ihr könnt nicht real sein. Bestimmt wache ich gleich auf und ihr seit weg, oder?" Mit einem hoffnungsvollem Blick wendete er sich an Guilt, den er anscheinend als den weniger labilen von uns Beiden auserkoren hatte.
Mit einem Grinsen tauchte ich plötzlich hinter ihm auf und lehnte mich an seine Schulter.
,,Du wirst uns nicht los. Wir waren schon immer da und werden auch für immer da sein. Für immer, Steve," raunte ich ihm mit meiner tiefsten Stimme leise ins Ohr.
Steve gab einen hohen Schrei von sich und sprang gute 5 Meter von mir weg.
Eins musste man ihm lassen, springen konnte der Mann. Respekt.

Zu unserer Überraschung schaffte Steve es aber, eine normale Frage zu stellen:,, Also... seid ihr so etwas wie Engel und Teufel?" Noch immer etwas perplex antwortete Guilt:,, Ehm, ja, so könnte man es ausdrücken." Ich unterdückte ein Auflachen:,,Mein guter Freund, steckt dein Kopf so sehr in den Wolken, dass du es wagst, dich mit Engeln zu vergleichen? Dieses Federvieh wollte nie etwas mit dir zu tun haben."
,,Ach, und das sagst ausgerechnet du, der immer unter den gehörnten Huftieren leben wollte", zischte Guilt .
Autsch, ich gebe zu, er hat einen Nerv getroffen. ,,Tse, ich weiß meine Großartigkeit zu schätzen, du hingegen warst schon immer ein Arschkriecher", erwiderte ich schnippisch.
Erbost wollte Guilt etwas erwidern, als zu unserer Überraschung Steve unseren Streit unterbrach. Unsicher fragte er:,, Ehm, bitte seid mir nicht böse, aber, ehm, kann ich euch irgendwie los werden? Steve's Frage brachte mich wieder zum Grinsen und ich sah kurz zu Guilt rüber. Der erwiderte meinen Blick ratlos. Soso, unser Schlaumeier hat mal keine Antwort? Das war mal eine überaus interessante Tatsache. Ich wendete mich mit meinem unschuldigsten Lächeln Steve zu und antwortete nonchalant:,, Sterben ist wohl die schnellste Möglichkeit."
Während Steve kreidebleich wurde rollte Guilt genervt mit den Augen:,, Es stimmt, dass wir nach dem Tod unseres Schützlings einen Neuen zugeteilt bekommen, aber muss du immer daran denken, wie du Menschen am Besten ins Himmelreich schicken könntest?
,,Berufskrankheit", entgegnete ich, ,,Und tu nicht so, als wärst du nie für ein paar Tode zuständig."
,,Nenn mir nur ein Beispiel", erwiderte Guilt.
,,Nun, da wäre unser drittletzter Schützling, der Chirurg der seine Geliebte nicht retten konnte und sich in Schuldgefühlen ertränkte- wortwörtlich, er starb an einer Alkoholvergiftung. Und vergiss nicht Lady Macbeth, die sich die Pulsader aufschnitt, auch aus Schuldgefühlen." listete ich mit ruhiger Stimme auf.
,, Weil sie bei einem Mord mithalf, zu dem du sie verleitet hast!" Guilt Stimme zitterte. Fühlte er sich etwa...schuldig?
Plötzlich erwachte Steve aus seiner Starre, da ihm etwas klar geworden war: Moment, seid ihr für alle Menschen zuständig, oder gibt es mehr von euch!" Schneckenhirn. Guilt gab sich einen Faceklatsch:,,Ich werde definitiv nicht gut genug bezahlt." Mitfühlend tätschelte ich seine Schulter.

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Hach ja, die Anfangszeiten bei RSH. Ich habe lange überlegt, ob ich hier einen meiner ältesten Charaktere würdigen soll, der mich gelehrt hat, charmante Trickster zu lieben, oder meinen chaotischen Desaster-Charakter, mit dem ich mich durch mein erstes Gruppenplay geboxt habe – aber stattdessen bin ich über diese alte Crack-Story aus dem Jahr 2019 gestolpert, die ich damals mitten in der Nacht mit meinem Playpartner aus Spaß und Langeweile geschrieben habe.
Ich stelle vor: Guilt und Evil, die Personifizierungen von Schuldgefühlen und dem puren Bösen, die als eine Art Engelchen und Teufelchen einem Normalo namens Steve zugeteilt wurden und ihn allein durch ihre Anwesenheit foltern. Eines der letzten Male, dass ich die Ich-Form genutzt habe – aus gutem Grund wohl

Es ist unglaublich, was sich in all den Jahren getan hat, welche Geschichten man geschrieben und wie viele tolle Leute man hier kennenlernen durfte. Ich danke für all diese Erfahrungen von ganzem Herzen. <3



Antworten Zuletzt bearbeitet am 28.09.2026 19:41.

IzayasDemons

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Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von IzayasDemons am 25.09.2026 23:43

Das Haus stand immer noch da. Nur war es heutzutage heruntergekommen. Der Putz blätterte ab, viele der Fensterscheiben waren eingeschlagen, die Tür stand offen und bewegte sich durch den Wind etwas. Der Rasen war verwahrlost, durchwachsen von Gras und wilden Blumen. Erstaunlich, das die Natur sich ihren Platz so schnell wieder zurückholte, das Haus stand erst seit wenigen Jahren leer.

Mehr als Zehn Jahre war es jedoch her, als die zwei Männer, das letzte Mal ihren Fuß in dieses Gebäude gesetzt hatten. Nun standen sie beide davor, und betrachteten das Haus, das sich damals ihr Zuhause geschimpft hatte.
„Hat sich nicht gut gehalten."
„überhaupt nicht."
„Kein Wunder, das sie es abreißen wollen."
Cassidy schaubte auf, ehe er in seine Jacke griff, nur um eine Zigarette rausfischen zu können. „lass uns rein gehen, bevor uns jemand sieht." Er schritt voran, über die Vorfahrt zu der Eingangstür, die im richtigen Moment wieder durch den Wind aufschwang. Er würde lügen, würde er behaupten, das ihm die Nostalgie nicht fast schon die Luft zuschnürte. Seine Brust zog sich zusammen, als er der erste war, der das traurige Haus betrat.
Es war das damalige Waisenhaus gewesen, indem sein nun Ehemann und er sich damals zum ersten Mal kennengelernt hatten. Ein Ort der ein absoluter Alptraum war, aber auch durchzogen von Erinnerungen, die sie beide bis heute oft genug erzählten. Von heimlichen Treffen, geteilten Zigaretten, Vandalismus bis hin zu Liebeserklärungen, die bis heute hielten.
Cassidy sah sich im Eingangsbereich um, es sah alles aus wie früher, niemand hatte sich darum gekümmert, die Einrichtung zu retten, oder hier einmal in den vielen Jahren, indem dieses Gebäude verwahrlost zurückgelassen wurde, abzustauben. Der Kronleuchter, der über sie hing war wahrscheinlich ein neues Waisenhaus – für Spinnen.
„Wo bleibst du, Jay!?" rief er, während er die Treppen hochging, „wenn du so weiter machst, bist du noch hier wenn sie das Ding abreißen!" er wollte das alles auf keinen Fall ohne ihn erkunden. Das konnte er fast schon nicht. Nicht, wenn dieses Gebäude durchzogen mit ihrer beider Erinnerungen war.

Es war verrückt, wie gut das menschliche Gedächtnis sich an Orte erinnert, selbst nachdem man dachte, man würde sie nie wieder betreten. Cassidy wusste immer noch genau, wo ihr Zimmer gewesen war, als wäre er erst gestern noch Siebzehn gewesen stieß er die Tür auf und befand sich an einen Ort, der seit Jahren nur mehr die Witterung der Zeit erlebte. Die zwei Betten standen immer noch da, wo sie damals auch gestanden hatten. Der Schreibtisch, die Kommoden, alles war noch so, wie es auch noch damals war. Cassidy bewegte sich vorsichtig durch das Zimmer, hörte aber wenige Sekunden später, wie Jay ebenfalls dieses betrat und staunte. „krass... es ist alles noch da..." merkte Jay an, ehe er seinen Kopf hob und gerade bemerkte, wie Cassidy vor einen der Betten stehen blieb. Das Sonnenlicht fiel genau auf die Figur seines Ehemannes, der sich gerade vorgebeugt hatte, um sanft über die verstaubte Bettdecke zu streichen. Vielleicht war er da voreingenommen, aber gerade war Cassidy genauso wunderschön, wie an dem ersten Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten. Er lachte kurz auf, „ich weiß noch, wie wir uns immer in eines der Betten gezwängt hatten, weil wir einfach nicht weit voneinander weg sein wollten." Erinnerte er sich, während er sich wieder aufrichtete, das verbleichte Poster einer Punkrock band betrachtete, das an der Wand hing. „so lange, bis wir in getrennten Zimmern schlafen mussten, weil man herausgefunden hatte, das wir nicht nur Freunde waren." Ergänzte Jay, und Cassidy nickte. „dann haben wir uns immer auf dem Dach getroffen... Oh Gott, das Dach." Er sah Jay entschlossen an „wir müssen da hoch."
„was? Du weißt, das dieses Ding hier eine Bruchbude ist, oder? Hält das Dach überhaupt?"
„Finden wir heraus." Cassidy grinste, während er sich wieder in Bewegung setzte. Er war schon lange nicht mehr so entschlossen gewesen. Innerlich schrie alles in ihm, das er dem Ort keinen ordentlichen Abschied verpassen konnte, wenn er nicht den Platz besuchte, der praktisch sein Safespace gewesen war. Das Dach war sein früherer Rückzugsort, er hatte dort geraucht, Musik gehört, Jay und er hatten sich dort zum ersten Mal richtig geküsst und sich letztendlich auch tatsächlich die Liebe gestanden. Cassidy konnte sich daran erinnern, er wusste noch gut genug, wie Jay ihm seine Liebe gestanden hatte, und wie der damals junge Teenager ihn ausgelacht hatte. Weil er sich noch nicht bewusst gewesen war, das dieser Mann eines Tages seine ganze Welt sein würde.

Das Dach zu betreten war leicht, und obwohl Jay vorher behauptet hatte, das sie definitiv durchbrechen würden, taten sie es nicht. Das Dach hielt sie beide gut aus und Cassidy setzte sich an den gleichen Platz, an den er auch damals immer gesessen hatte. Zum Glück hatte er in all den Jahren keine Höhenangst entwickelt. Er wartete, bis Jay sich neben ihn setzte, ehe er sich eine Zigarette anzündete, und einen tiefen Zug nahm. „dieser Ort... das alles wird bald nur mehr in unseren Erinnerungen bleiben, huh." Fing er an, während er auf den Horizont blickte. „heftig, oder? Ich hätte nie gedacht, das ich mich so fühle..."
„so traurig?"
„vielleicht nicht traurig eher... melancholisch?"
Er drehte seinen Kopf wieder zu Jay, lächelte diesen dann an, „wir haben echt viel durchgemacht zusammen, was?" er lehnte seinen Kopf gegen die Schulter seines Ehemannes. „aber am Ende... am Ende hat es sich gelohnt. Am Ende haben wir immer noch uns und das für immer. Solange ich dich habe, lohnt sich alles in meinem Leben."
„Cas..." Jay legte einen Arm um ihn, „ich liebe dich." Er drückte seinen Partner näher an sich, ehe sich ihre Blicke auf den Horizont richteten. In dem Moment waren sie wirklich wieder die Teenager, die damals ihre erste und letzte Liebe gefunden hatten.
-------------------------

tribute für ein rpg das 2018 enstanden war, eine mega simple klischee story hatte, aber für ne Weile eine echte krasse bedeutung für mich gehabt hat. Hätte ich auch einen Charakter nehmen können, den ich vielleicht mit so 12 geschrieben habe? Ja. Hätte ich mich dann jedoch absolut zu Tode gecringed? Yea. So deal with this here haha.

"Good night, Mo Ran. The night is long, but I will stay with you.
may you have a good dream, a fire, a light. And a home." 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.09.2026 23:43.

Feather

36, Weiblich

  6. Fanfiction Writer

Neuling

Beiträge: 1475

Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Feather am 25.09.2026 23:23

Ríona konnte sich nicht beklagen. Bisher war alles äußerst reibungslos verlaufen. Auch wenn ihr Aufenthalt noch nicht lange in diesem etwas abseits gelegenen - und zugegebenermaßen charmanten - kleinen Örtchen namens Aurwood andauerte, so hatte sie doch schon etwas Anschluss gefunden. Immerhin konnte sie von nun an nicht nur für eine Weile kostenlos eines der Gästezimmer im Gasthaus beziehen, sondern hatte in eben diesem auch direkt die Möglichkeit ergattert, als Aushilfe ein paar Münzen dazu zu verdienen.
Das Gasthaus war zudem eine gute Anlaufstelle, weitere der Bewohner kennen zu lernen und Klatsch sowie Tratsch aufzunehmen. Sicherlich würde dabei irgendwann die ein oder andere nützliche Information für sie herausspringen. Sie musste nur wachsam bleiben, Augen, so wie Ohren offen halten.
Ríona kam, um sich mit dem Dorf und dessen Umgebung noch etwas vertrauter zu machen, gerade von einem nachmittäglichen Spaziergang durch eben dieses zurück ins Gasthaus, wo sie bereits Marielle hinter der Theke stehen sah. Die Wirtin hatte sie ihrerseits längst ins Auge gefasst. Es sah ganz danach aus, als hätte sie die junge Brünette sehnsüchtig erwartet.
"Hallo Marielle."
Ríona setzte ein freundliches Lächeln auf, hatte sie die Mittvierzigerin am heutigen Tage bisher noch nicht zu Gesicht bekommen.
"Rhéa Liebes, ich sagte doch bereits, nenn mich einfach Mari."
Die rüstige Dame zeigte ein warmes, wenn auch bestimmtes Lächeln.
"Übrigens, gut dass du da bist! Jorin bräuchte dringend Hilfe in der Küche. Oder besser gesagt, schau bitte, das er nicht alles in Rauch aufgehen lässt. Und es wäre hervorragend, wenn du heute Abend wieder die Gäste bewirten könntest."
"Natürlich Mari, sehr gerne."
Die junge Frau, die für diese Leute unter dem Namen Rhéa bekannt war, nickte. Den professionell gefälschten Papieren sei Dank, war diese Lüge umso glaubhafter.
"Kindchen, dich schickt wirklich der Himmel! Nachdem Iona mit diesem reichen Stadt-Schnösel das Dorf verlassen hat, haben uns wirklich ein paar helfende Hände gefehlt!"
Aus Marielle sprach ehrliche Erleichterung, zugleich schüttelte sie jedoch den Kopf und seufzte. Ríona schmunzelte in sich hinein, während sie keine Zeit verlor und direkt in die Küche eilte. Sie scheute sich nicht davor, Arbeit zu verrichten. Außerdem würde der bevorstehende Abend erneut sehr gute Gelegenheit sein, ein paar weitere der Dorfbewohner kennen zu lernen. Jeden Abend fanden sich einige von ihnen im Gasthaus ein, sodass es ein leichtes war, der ein oder anderen Geschichte der zumeist ortsansässigen Gäste zu lauschen und darüber hinaus, im besten Falle, ein paar interessante Dinge in Erfahrung zu bringen...~

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Als ich gerade mal in ein paar meiner älteren Posts reingelesen habe und dabei unter anderem auf Ríona gestoßen bin, war ich selber überrascht, wie lange manches schon her ist - und was sich bezüglich der eigenen Texte über die Zeit so getan hat ^^

Somewhere past right and wrong,
honesty waits.
I'll meet you there.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.09.2026 23:25.

SkidRow

31, Weiblich

  12. Famous Novelist

Beiträge: 2177

Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von SkidRow am 25.09.2026 16:09

Alles, woran sich Lean entsann, war der vom Regen  glänzende, dunkelgraue Teer, der in seinen kleinen Mulden Seen trüben Wassers barg – gelbe, orange und rote Blätter der die Straße eingrenzenden Alleen schwammen wie winzige Miniaturboote auf der Oberfläche. 
Auf dem er nun saß. 
Oder vielmehr lag.
Geradewegs aus dem dornigen Gebüsch geklettert, mit dem Rest an Würde, die er erübrigen konnte, und einem Schniefen der Porzellannase seines kältegeröteten Gesichts. Wie Lucifer dem Schwefel entstiegen war. Oder Harley Quinn aus dem Bad toxisch gelber, nicht identifizierbarer Flüssigkeit.
Bevor sich der Schleier hob, schob sich ein verschwommenes Bild von schwarzen Haaren, einem weißen Hemdkragen, der durch einen grauen Schal hervorblitzte, und einem überaus sorgenvollen Ausdruck in einem ebenmäßig-kantigen Gesicht vor seine fleckige Linse.

Tharins Herz bebte. 
Er hatte erschrocken seinen Hot Americano zu Boden fallen und seinen Inhalt vergießen sehen, nicht befähigt, ihn irgendwie noch aufzufangen, sowie einen orangen Farbfetzen mit Pfoten und weichen Ohren, der zwischen dem kahlen Geäst der Sträucher verschwand. Und einen Strudel aus Tüll, Wolle und langen, violetten Haaren, der ihm die Luft aus den Lungen gepresst hatte. 
Wässriges Braun, das wie koffeinfreie Gischt über den Grund spülte. 
Snow blickte suchend um sich, fand die lebendige Glitzerdekoration auf dem Teer und seine eigene Hand auf der Brust wieder. 
Alarmiert weiteten sich seine Augen. Auf den ersten Blick wies die Fee keine ernsthaften Verletzungen auf, als er eilends über ihren grazilen, chiffonumwobenen Rahmen streifte, der sich wie Seetang chaotisch über den Asphalt ausbreitete. Maximal ein eingerissener Ärmel oder einen Riss am dünnen Stoff der Hose, schätzte er.
“Ist alles in Ordnung? Bist du verletzt?”
Mechanisch schüttelte Lean den Kopf, “Ich glaube nicht.” 
Nein, er musste seine Antwort revidieren. Sein Arm und auch das Knie des rechten Beines schickten Wellen brennenden Schmerzes in sein Bewusstsein. 

”Hey, Lilifee–” Tharin schloss die Augen und fasste sich an die Nasenwurzel, darin begriffen, auf dem Absatz umzukehren. Er musste Tinkerbell dort auf den kalten, von gelbgrünem Moos bedeckten Kacheln, auf welchen sich der kunterbunte Zuckertraum zusammengekauert niedergelassen hatte – sichtlich schmollend auf die rot umrandete Wunde fixiert – helfen. 
Tout va bien. Er würde Lucien eine Nachricht senden, in dieser er ihn auf seine Verspätung hinweisen – sein Zuspätkommen entschuldigenden würde.
Zögerlich trat er auf den seinen Arm haltenden, pastelligen Wasserfarbkasten mit Feenflügeln und Margeritenclips in den violetten Haaren zu, ging in die Hocke und umgriff sanft sein Handgelenk. Ein schmales Lächeln verzog Tharins Mundwinkel.
Schmallippig, wortkarg und die Personifizierung von Eiseskälte mochte er sein, abweisend und reserviert, doch blieb die Nadel seines  moralischen Kompasses intakt.

“Dürfte ich mir deine Wunde ansehen?” – Seine Stimme überraschend sanft, keine Spur von Gleichgültigkeit oder gar ennuyer. Ohne auf seine Antwort zu warten, schob er den Tüll des Kleides bis zum Ellenbogen hinauf, dieser sich bereits in grellem Rot färbte. Lean, der er verlegen schien, legte seine kühle Hand auf Tharins in graues Leder gekleidete und hob sie an, bedeutend, dass seine Fürsorge nicht notwendig war.
“Ich bin in Ordnung. Du musst dich nicht um mich sorgen, es ist nur eine Schürfwunde. Ich–” Begleitet von einer abwinkenden Geste und einem Ansatz eines schmelzenden, schmerzgesplitterten Wachspuppenlächelns versuchte er aufzustehen, doch sog die Luft sogleich scharf ein.
“Verscheibter Kleister aber auch!”, schimpfend rieb sich Lean den Arm, auf jenem er sich abstützte.
Die zierliche Person vor ihm musternd, die Augen ein wenig zusammengekniffen, suchte Tharin in den blaugrünen Iriden nach einem Indikator, ihn zum nahegelegen Verbindungshaus zu bringen und das Ausmaß der Verletzung einzuschätzen.

“Tatsächlich… hm?” Eine gehobene Augenbraue.
Seine Glieder zitterten, ein Schauer zuckte über seinen Rücken. 
Kälte. 
Kälte in Form einer samtigen, kühlen Tonlage.
Die schnitt, die durchdrang. 
Bevor er sich versah, lag Tharins Hand beruhigend auf der schmalen Schulter der Zuckerfee, der ihn verdutzt ansah.
Huh?
Lean legte den Kopf schief, unsicher, ob er sich nicht von dem Mann mit den seidigen schwarzen Haaren, dem schwarzen knöchellangen Mantel, Wolle und Kaschmir – vermutete er –, und den frostigen blaugrauen Augen helfen lassen sollte. Er sollte, oder? Er schlug die Augen nieder und schüttelte schließlich den Gedanken vertreibend den Kopf. Nein, ich möchte ihm keine Umstände bereiten, fügte er gedanklich hinzu.
Oh! 
Aber  um ein Pflaster zu bitten, wäre bestimmt nicht zu viel. 
“Hast du ein Pflaster?”
Diese Reaktion, quittiert mit einem amüsierten Schnauben, hatte Lean nicht erwartet, insbesondere nicht nach dem ihn frierenden Timbre – alles, doch nicht das irgendwie warme, halb raue Lachen, das folgte und in seiner funkelnden, farbenfrohen Brust voller Sonnenschein anklang. 
“Ich fürchte, ein Pflaster wird hier nicht genügen. Bitte lass' mich deine Verwundung versorgen.” Beharrlich maß er die süße Fee forschend. Ungeduld durchflocht Snows Stimme, hätte er sich fast dabei erwischt, die Augen zu verdrehen. 
“Okay, ich hatte ohnehin nicht vor, hier zu sitzen, bis ich mit der Natur eins werde.” Kurzes Kichern, eine auf den Mund gelegte linke Hand, bevor der Schmerz das hübsche, puppenartige Gesicht verdunkelte. 
Ah, wie erwartet. Ein angedeutetes Schmunzeln.
Das hätte ich dir auch nicht geraten. 
Tharin half dem Glitzerstrudel vorsichtig auf die Beine, schlang dessen Arm um seine Taille. 
“Wem darf ich meinen Dank aussprechen?” 
Tharin hob den Blick, als sein Anhängsel, nachdem sie die smaragdgrüne Rasenfläche des Department Of Applied Mathematics durchmessen hatten, erneut das Wort ergriff. 
 “Ich bin Lean.” 
“Tharin.”, erwiderte jener knapp.
“Oh. Tha-ri-n” Nett, mit dir zusammengestoßen zu sein.
Lean zog seinen Namen in die Länge. Er passte zu ihm. Wie der ihn umhüllende, warme Schleier von Vanille, Weihrauch und Amber, welcher ihn einfasste, bekräftigte der weiche Duft doch sein Bild, das ihn beschrieb. Mondän; klassisch; chic. Und vermutlich unsäglich wohlhabend. Tharin musste einer dieser seltenen todschicken Physikstudenten sein, die von Idealismus getrieben die Welt verbessern wollten oder darin begriffen waren, Gott zu spielen. Einer von beiden Vorsätzen bewegte sie immer – ob Revolutionär oder überheblicher Frankenstein würde sich noch herausstellen. 
Lean kannte der Sorte genug, traf er sie doch häufig auf den Wissenschaftskongressen und -expos zu denen sein Vaters ihn mitnahm.
Vom Higgs-Boson zur überkandidelten Arroganz und einer Überheblichkeit, die ihresgleichen suchte. Betrachtete er seinen in monochromen Schattierungen gekleideten Kollisionspartner, nahm er sich als schlafdefizitär aus, zeugten fahle, dunkle Schatten unter seinen Augen und der Becher seines Americanos  vielmehr von einem Menschen, der die Ergründung der Geheimnisse des Kosmos über sein eigenes Wohlbefinden und insbesondere der Nachtruhe stellte. Vielleicht gehörte er aber auch zur medizinischen Fakultät. 
Jedenfalls wirkte er nach außen hin nicht übermäßig elitär, obgleich sein Äußeres eben jenes andeutete: Wohlstand, der Eindruck erweckte.
Mister Elegants Blick traf ihn erneut, konnte er allerdings auch eine Spur von Sorge in den eisblauen Iriden ausmachen. 
“Möchtest du eine kurze Pause einlegen? Es ist kaum zu übersehen, dass du das Gesicht verziehst.” 
Lean nickte, hielt sich die Rippen. 

-------------
Dieser Auszug gehört zu keinem alten Rollenspiel, sondern vielmehr zu einem eigenständigen Oneshot, den ich an einem schönen Sommertag vergangenen Juli einmal begonnen, aber nie beendet habe. Er handelt von zwei meiner ältesten Charaktere, die ich - wenigstens den einen -, schon ewig schreibe. Sie stoßen zufällig zustammen und werden des späteren infolgedessen die wohl unwahrscheinlichsten Freunde. Tharin ist ein Electrical Engineering Student während Lean Kunst studiert - und nicht minder in der Wahl ihrer Farbpalette enorm miteinander clashen. Während sich ersterer auf Schwarz, Weiß und Grau reduziert, ähnelt Leans Garderobe die eines Regenbogens. Schrill, Glitzer und ausgefallene Stoffe... Wie Lean sich wohl fühlen wird, mit seinen Feenflügeln und Tüllrock in Tharins weißen Ferrari La Ferrari zu steigen?


Fare theE well! thus disunited, Torn from every nearer tie. Seared in heart, And lone, and blighted, More than this I scarce can die.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.09.2026 22:00.

Ally

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  11. Ghostwriter

Ambitionierter Teilnehmer

Beiträge: 2167

Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Ally am 25.09.2026 13:34

Die Erde fühlte sich erstaunlich trocken an, doch wahrscheinlich war das nicht weiter sonderbar, immerhin hatte es in den letzten Tagen kaum geregnet. Selbst der Fluss hatte ein paar Zentimeter verloren und es war schwerer geworden, daraus zu trinken ohne sich die Pfoten nass zu machen. Doch vielleicht lag darin auch der Reiz der ganzen Sache, denn wie viel Spaß konnte es machen, auf den alten Baumstümpfen zu balancieren und den besten Platz für eine solche Aktion zu finden.
Etwas schneller ließ ich meine Beine nun über den trockenen Boden huschen, versuchte mit meinem besten Freund mitzuhalten und nicht den Anschluss zu verlieren. Sturmpfote war schon immer der Schnellste von uns Schülern gewesen und vielleicht war er das sogar im gesamten FlussClan, aber das durfte man ihm auf keinen Fall sagen. Ansonsten hätte er nur wieder den ganzen Tag seinen Schwanz so stolz erhoben getragen, dass man es keine Sekunde länger mit ihm aushielt. Erst letzte Woche war Blattpfote herausgerutscht, dass sie wahrscheinlich keine Chance bei einem Wettrennen hätte und seither war Sturmpfote stets besonders  stolz an ihr vorbei stolziert. Kleiner Angeber!
Das hier war jedoch kein Rennen und so kam ich wenig später neben ihm am Flussufer an, ließ meine Augen über die Steine und die sich bewegenden Wellen wandern. Normalerweise hätten wir von diesem Standort bereits ohne Probleme trinken können und vielleicht hätten wir unsere Pfoten bereits wieder trocken schütteln müssen, doch der ausbleibende Regen zeigte seine Konsequenzen und es war bestimmt noch etwa fünf bis sechs Katzenlängen zum Wasser. "Meinst du, der SternenClan wird uns bald wieder neues Wasser von oben schicken?" fragte ich meinen besten Freund nun, hob dabei den Kopf und blickte selbst in den Himmel. Irgendwo dort oben wachten die vergangenen Krieger über uns und würden uns auch aus dieser Misere befreien. Es blieb nur abzuwarten, wann wir dieses Geschenk von ihnen in Empfang nehmen durften.

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Oje, wie lange ist es her, dass ich ein Warrior-Cats-Rollenspiel hatte. Ich hab die Bücher als Kind so geliebt und bin durch Zufall auf gSm damals in einen "Clan" gerutscht. Wahrscheinlich waren die ersten Beiträge damals ungefähr drei Zeilen lang in Sternchenschreibweise lol

Aber wie crazy, dass mich das jetzt irgendwie hierher gebracht hat und ich bestimmt schon seit 15 Jahren dieses Hobby habe! <3

IT MAY BE STORMY NOW BUT IT NEVER RAINS FOREVER

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Alaska

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Beiträge: 2177

Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von Alaska am 24.09.2026 13:29

Es war so verdammt öde.
Die Arme vor der Brust verschränkt lehnte die Tänzerin an eine kalte Steinwand. Gelegentlich passierten einige Männer, allesamt sichtlich angetrunken, den Flur auf dem sie vor einer ganz bestimmten Tür wartete. Taktvoll presste sie die Lippen aufeinander und hielt die Luft an, um dem nächstbesten, eine-Fahne-ziehenden Trunkenbold nicht das volle Ausmaß ihrer Ungeduld und Frustration aufzubinden.
Klar, sie konnten nichts für Bryce's Lage. Aber eine kleine Prügelei im Wartezimmer war sicher eine gute Art, die Zeit etwas spannender zu gestalten.
Eine einzelne, rote Locke hatte sich aus ihrem streng zurückgebundenen Dutt gelöst und flog vor ihrer Nase vor sich hin. Gelegentlich pustete sie ihr Haar wieder in die Höhe, nur, damit es wieder auf ihrer Stirn landete und mehr kitzelte als zuvor.
Bei den Göttern und Geistern, was zur Hölle dauerte da drinne so lange?
Sonst hat man sie noch nie so lange im schäbigen Eck warten lassen. Ja, richtig gelesen. Der Schuppen schimpfte sich schäbiges Eck - frei heraus nach dem Motto: wenn du etwas unauffällig machen willst, dann mach es so auffällig wie möglich.
Bryce musste zugeben, das traf tatsächlich auf einige Siuationen zu. Aber eben nicht alle.
Als die Tür sich endlich mit einem Knarren öffnete, fand sich die Chiblockerin über Kopf von einer der Deckendielen hängend wieder und richtete ihren Blick sofort auf die Figur, die sich im Türrahmen erkenntlich machte. Sie brannte geradezu, zu wissen, wer ihren Geschäftspartner so lange aufgehalten hatte.
Feminine Züge waren nicht das, was sie überraschten. Es gab viele toughe Frauen in diesem Geschäft, auch wenn man es nicht erwartete. Vielleicht auch gerade deswegen.
Es war das Gesicht, das sie wiedererkannte, als ihr Gehirn die überkopf-gedrehte Information richtig prozessiert hatte.
,,Oh wow, das Phantom hochpersönlich.", sprach sie ihre Erkenntnis laut aus und hob schwungvoll den Arm zur Deckendiele hoch, um ihre Beine aus der Verklemmung zu lösen und wieder herunter zu kommen. Sie konnte dem Phantom doch nicht wie ein Äffchen von der Decke hängend entgegentreten.
Das Erste, was sie tat, war, ihr breit grinsend die Hand entgegen zu strecken. Verpufft war jegliche Frustration, die sie mit der Person verband, die ihr so viel Lebenszeit gestohlen hatte. ,,Du kennst mich vermutlich nicht. Hab über Ecken von Kontakten mal dein Porträt zu sehen bekommen." War nicht ganz gelogen, wenn man einige blutige Details wegließ. Die lange Version war wohl eher, dass ein alter Kontakt sich als Schlange entpuppt hatte, und dieser ganz zufällig mal Geschäfte mit dem Phantom gemacht hat. So, wie es aussah, war es für ihn vermutlich mehr als nur Business. ,,Wusstest du, dass Willbury was für dich übrig hatte? Also, wortwörtlich. Da war so ein kleiner Altar.", erzählte sie einfach offen heraus und versäumte dabei total, sich selber vorzustellen.

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Eine Ty Lee nachempfundene Chiblockerin aus einem ATLA GRS.

SONZE MOJË, SGLINI NA MENA
MOJA LADONJ PREWRATILASZ W KULAK

my sun, look at me
my hand has turned into a fist

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Guardianoft...

28, Weiblich

  8. Pocketbook Writer

Neuling

Beiträge: 1032

Re: 🎲 Retro-Rollenspielhimmel 🎲

von GuardianoftheGalaxy am 22.09.2026 20:34

Es war kalt draußen. Kein Wunder, wenn man bedachte, dass gerade der Winter eingebrochen war und es gestern erst geschneit hatte, sodass jeder, der sich auf dem weitläufigen Gelände des Instituts herumtrieb Fußabdrücke hinterließ. Zwar liebte Keira Schnee ebenso sehr wie strahlenden Sonnenschein und Wärme, doch trotzdem ließ sie sich nicht die Möglichkeit entgehen über das Wetter und die Kälte zu meckern während sie neben Logan herging, die Arme um ihren Körper geschlungen, in dem Versuch nicht zu erfrieren. Sie beide waren mehr oder weniger zur Wache eingeteilt worden, denn seitdem immer öfter Mutanten bei Sentinel Angriffen zu Schaden kamen, befürchteten alle von ihnen, dass es jeden Tag soweit sein konnte bis sie auch hier einfielen und sie sich würden verteidigen müssen. Falls es überhaupt möglich sein sollte sich gegen sie zu wehren, wo sie sich doch perfekt an jede Begebenheit anpassten und die Schwachstelle eines jeden ihrer Art fanden.
„Warum hab ich mich nochmal auf das hier eingelassen ? Ich hätte definitiv Scott mit dir rausgehen lassen sollen, anstatt mich freiwillig zu melden", schimpfte die blonde Frau, der man allmählich schon die schleichenden Spuren des Alters, das sie langsam erreichte ansehen konnte. Logan wirkte neben ihr allerdings immer noch so jung wie damals als die beiden sich kennengelernt hatten und verzog die Lippen nun zu einem leichten Grinsen.
„Na ja, selber Schuld, wenn du befürchtest, dass wir uns die Köpfe einschlagen und deshalb lieber mit ihm getauscht hast", erwiderte er belustigt woraufhin sie nur entrüstet schnaubte.
„Ob ich es noch erleben werde, dass ihr euch beide jemals vertragt ?", die Frage ging eher an sie selbst, weshalb der Mann neben ihr auch nichts mehr darauf erwiderte während sie weiter durch den Schnee stapften. Mittlerweile waren sie so weit rausgelaufen, dass man das Schulgebäude gar nicht mehr zwischen den Bäumen sehen konnte.
„Scheint alles ruhig zu sein. Lass uns noch an das andere Ende gehen und dann zurück ins Warme", schlug Logan vor als sie für einen Moment zum Stehen kamen, woraufhin die Mutantin nur gerne mit einem Nicken zustimmte ehe sie sich wieder in Bewegung setzten. Ihr Blick wanderte unablässig von einer Seite zur anderen als würde sie befürchten, dass jeden Augenblick etwas zwischen den kahlen Stämmen hervorspringen könnte. Ihr Begleiter merkte jedoch erst ziemlich spät, dass sie gar nicht mehr neben ihm war und drehte sich mit einer hochgezogenen Augenbraue zu ihr um, im Versuch zu erschließen, was ihr Problem sein mochte.
„Ich dachte, ich hätte etwas gehört. Muss mich wohl geirrt haben", sie zuckte mit den Schultern und machte sich daran ihn aufzuholen. Als sie schon beinahe bei ihm angelangt war, verriet ihnen ein verdächtiges mechanisches Geräusch gerade noch rechtzeitig, dass sie tatsächlich nicht alleine waren und somit hatte Keira genug Zeit die kleinen Eiskristalle auf dem Boden aufzutauen und einen Schild damit zu bilden um den ersten unüberlegen Angriff der Sentinels abzuwehren. Ein Keuchen verließ ihre Lippen als die Wand aufgrund eines Einschlags erzitterte und Logan fuhr seine Krallen aus, bereit zu einem Kampf. Es waren zwei, aber irgendwas sagte ihnen, dass es wohl kaum die Einzigen bleiben würden, wenn sie erstmal bemerkt hatten, dass sie gewissermaßen auf ein Mutantennest gestoßen waren. Der Schutzschild brach bei einem weiteren Treffer und sie beide wurden durch die Wucht einige Schritte zurückgedrängt. Und dann begann das Spektakel.
Es war nicht wirklich einfach gegen einen Gegner zu kämpfen, der sich im Notfall wandeln konnte und die Fähigkeit annahm, die dem Widersacher am meisten zu schaffen machte. Sowohl die blonde Frau als auch ihr Begleiter wussten, dass sie sie nicht ewig würden aufhalten können, vor allem weil es gerade alles andere als gut für sie stand. Ehe Keira sich versah, wurden sie und Logan nach minutenlangem hin und her wieder zurückgeschleudert und noch auf dem Boden kniend, bemühte sich die Mutantin erneut um eine Wasserwand, die wohl kaum lange halten würde.
„Logan geh", presste sie irgendwie unter Anstrengung hervor während sie sich wieder aufrichtete und versuchte ihre ganze Konzentration auf den Erhalt des Schildes zu lenken solange sich die zwei Maschinen neu formierten.
„Ich lass dich nicht zurück", widersprach er und erhob sich mit der Absicht bis zum bitteren Ende zu kämpfen.
„Es hilft niemandem im Institut weiter, wenn wir beide hier bleiben. Du musst sie warnen und ihr müsst von hier verschwinden !" Man merkte, dass sie nicht die Kraft dazu hatte dies lang und breit mit ihm zu diskutieren und er selbst musste sich bedauerlicherweise eingestehen, dass sie Recht hatte.
„Pass auf dich auf."
Ihnen war beiden bewusst, dass dies ein Abschied sein würde, vor allem als einer der Sentinels sich des Feuers bediente um ihre Verteidigung zu brechen.
„Schon gut. Verschwinde !", ihr Gesicht verzog sich und er setzte sich in Bewegung gerade als die Wand begann allmählich immer kleiner zu werden.
„Logan", er merkte an der Art, wie sie dieses Wort aussprach, dass sie sich eingestanden hatte, dass diese Situation für sie auswegslos war und sie nicht zu den anderen zurückkehren würde.
„Sag...sag Charles, dass ich ihn liebe. Und das es mir leid tut, dass ich ihm das nicht selbst erzählen konnte."
Der Mann wandte sich nickend wieder von ihr ab und rannte und rannte. Er drehte sich erst wieder um als der Schild bereits gefallen und der Schnee vor Blut rot gefärbt war während Keira ihren letzten Atemzug in einer weißen Wolke ausstieß, sobald eine der Maschinen sie durchbohrt hatte. Ihr Schrei hallte noch in seinen Ohren nach bis er das Institut erreicht hatte um die anderen in Alarmbereitschaft zu versetzen und schnellstmöglich von hier zu verschwinden.

~~~
Ist jetzt kein Bezug auf ein uraltes Rollenspiel von mir, ich kann gar nicht mehr wirklich sagen, womit es bei mir losging. Eines der ersten war wahrscheinlich so ein 0815 Fantasyhighschool Ding mit Leuten, die eines der vier Elemente bändigen konnten. Damals hab ich auch noch hauptsächlich in der Sternchen-Schreibweise geschrieben. 
Der Part ist eine Homage an ein Play, das 9-10 Jahre her ist und das mit durch eine sehr schwere Lebensphase geholfen hat. Ich hab damals die "Nachtschicht" im Supermarkt bis 24 Uhr gemacht und danach mit meiner Playpartnerin meist bis 6 Uhr morgens geschrieben. Irgendwie vermisse ich das, auch wenn ich mittlerweile nicht so lange durchmachen könnte. Das ist tatsächlich mein erstes und einziges X-Men Rollenspiel gewesen, da ich davor und danach nie wieder jemanden gefunden habe, der eins mit mir schreiben wollte.

In diesem Sinne zünde ich eine Kerze an für all die Rollenspiele und alle Playpartner, die ich immer noch in meinem Herzen trage und von denen ich mir wünschte ich hätte Screenshots gemacht oder Beiträge gespeichert. ♥

I'm not a woman, I'm a god
I'm not a martyr, I'm a problem
I am not a legend, I'm a fraud
So keep your heart 'cause I already got one

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